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Erste Ergebnisse der COVIDOM-Studie zu Langzeitfolgen von Covid-19

Auch nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung können manche Symptome fortbestehen. Wie viele Menschen davon betroffen sind und welche Faktoren zu einem solchen „Post-Covid-Syndrom“ (PCS) beitragen, hat ein Team der Klinik für Innere Medizin I am Campus Kiel untersucht. Die Forschungsgruppe hat hierfür in der COVIDOM-Studie zu Corona-Langzeitfolgen ein leicht einsetzbares Klassifikationssystem zur Einordnung der PCS-Symptome entwickelt. Außerdem konnten zwei maßgebliche Risikofaktoren für die Entstehung eines PCS identifiziert werden: So erhöhten schwere Erkrankungssymptome in der Akutphase das Risiko für ein Post-Covid-Syndrom. Auch eine geringe psychosoziale Belastbarkeit und niedrige Resilienz können zu einem PCS führen können. Diese ersten Ergebnisse der COVIDOM-Studie, an der auch das Universitätsklinikum Würzburg und die Charité Universitätsmedizin in Berlin beteiligt sind, wurden im Juli 2022 in der Fachzeitschrift eClinicalMedicine publiziert, die Teil der LANCET Discovery Series ist.

Im Rahmen der im Jahr 2020 gestarteten COVIDOM-Studie befragte das Team um Prof. Dr. Stefan Schreiber und Prof. Dr. Thomas Bahmer 1.400 Personen nach einer überstandenen Infektion nach ihren Symptomen. Mithilfe des neuen Klassifikationssystems, des sogenannten PCS-Scores, konnten das Vorliegen sowie der Schweregrad eines PCS erfasst und damit das vielfältige und komplexe Langzeitgeschehen nach einer Corona-Infektion erstmals in ein einheitliches Schema eingeordnet werden. Die Einfachheit der Berechnung des PCS-Scores erlaubt es, ihn unmittelbar in die routinemäßige Nachversorgung von Corona-Infizierten zu integrieren. Mit dem PCS-Score kann die Notwendigkeit einer fachärztlichen Weiterbehandlung abgeschätzt und die Behandlung auf einen möglichst objektiven Befund gestützt werden. Derzeit werden die Probandinnen und Probanden der COVIDOM-Studie ca. zwölf Monate nach ihrem ersten Besuch in den Studienzentren ein zweites Mal befragt. Dabei soll geklärt werden, ob diejenigen, die nach neun Monaten einen hohen PCS-Score hatten, weiterhin unter Beschwerden leiden und welche Faktoren eventuell zum Verschwinden oder zur Besserung der Symptome beitrugen.