Ist bei Speiseröhrenkrebs eine Operation immer notwendig? Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Jens Höppner, stellvertretender Direktor der Klinik für Chirurgie, Campus Lübeck, untersucht, ob eine alleinige Chemotherapie oder Bestrahlung für manche Patientinnen und Patienten vorteilhafter ist. Im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt ESORES, an dem sich 28 Kliniken in Deutschland beteiligen, als „praxisverändernde klinische Krebsstudie“ mit zunächst 4,87 Millionen Euro von 2022 bis 2026.
Speiseröhrenkrebs wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. In den aktuellen Therapieleitlinien wird in diesem Fall eine Operation empfohlen, bei der der erkrankte Bereich der Speiseröhre entfernt wird. Unterstützend geht der Operation zumeist eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie oder nur Strahlentherapie voraus, da sie die Chancen auf Heilung im Vergleich zu einer alleinigen Operation deutlich erhöht. Mit der Studie ESORES soll geprüft werden, ob Patientinnen und Patienten, die besonders gut auf die Vorbehandlung ansprechen, die Operation erspart werden kann, ohne dass ihnen ein Nachteil entsteht. Im Fokus steht dabei besonders eine Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Die Klinik für Chirurgie, Campus Lübeck, ist Teil des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH).