
Die Prognose und Lebensqualität junger Patientinnen und Patienten nach Darmkrebs zu verbessern: Dieses Ziel steht im Fokus des interdisziplinären Forschungsverbundes OUTLIVE-CRC. Den Verbund koordinieren Prof. Dr. Stefanie Derer-Petersen, Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Ernährungsmedizin des UKSH, Campus Lübeck, und der Universität zu Lübeck, und Prof. Dr. Nikolas von Bubnoff, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie des UKSH, Campus Lübeck, und Vorstand des UCCSH. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben mit 9,4 Millionen Euro in der ersten vierjährigen Förderperiode seit März 2022 (2. Förderperiode 2026 bis 2029; Gesamt-Fördersumme für sieben Jahre: 11,5 Millionen Euro).
Junge Darmkrebs-Patientinnen und -Patienten unter 50 Jahren sind rückfallgefährdet und ihre Teilhabe am beruflichen und sozialen Leben ist besonders stark beeinträchtigt. Daher sind neben wirksamen Vorsorge- und Früherkennungsprogrammen eine langfristige Nachsorge und eine Anpassung des Lebensstils erforderlich. Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Disziplinen wie Onkologie, Ernährungsmedizin, Gastroenterologie, Chirurgie, Epidemiologie und Systembiologie haben sich zusammengetan, um Angebote zur Vermeidung oder möglichst frühen Erkennung eines Rückfalls zu entwickeln. Im Rahmen des Verbundes OUTLIVE-CRC (engl. Colorectal Cancer, kurz CRC) sollen aus Stuhl- und Blutproben der Erkrankten Informationen unter anderem über den Darmstoffwechsel, das Darmmikrobiom und weitere molekulare Ebenen erfasst und mittels künstlicher Intelligenz analysiert werden. Die Forschenden wollen so Biomarker finden, die besonders frühzeitig auf entstehenden Krebs hinweisen. Auch soll der Einfluss personalisierter Ernährung untersucht werden. Eine Besonderheit des Verbundes ist die kontinuierliche Einbindung von Patientinnen und Patienten, um die Forschung eng an den Bedürfnissen von Betroffenen und ihren Angehörigen auszurichten.