
Ein Forschungsteam des UKSH, der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität zu Lübeck hat einen neuen Ansatz der gezielten Therapie gegen die akute myeloische Leukämie (AML) gefunden, der künftig einer bestimmten Patientengruppe eine Chemotherapie ersparen könnte. Federführend beteiligt sind Prof. Dr. Cyrus Khandanpour und Prof. Dr. Nikolas von Bubnoff, Klinik für Hämatologie und Onkologie, Campus Lübeck, Prof. Dr. Hauke Busch, Institut für Experimentelle Dermatologie, Campus Lübeck, sowie Prof. Dr. Friedrich Stölzel, Klinik für Innere Medizin II, Campus Kiel. Die Studie wurde unter anderem von der Deutschen Krebshilfe unterstützt und im September 2023 im renommierten Journal Blood publiziert. Im Fokus der Arbeit stehen bestimmte Krebszellen, die einen Defekt in der Reparaturfähigkeit ihres Erbgutes aufweisen. Etwa 15 Prozent der AML-Patientinnen und -Patienten sind Träger dieser genetischen Variante (genannt GFI1-36N) und haben damit in der Regel eine schlechtere Prognose für den Krankheitsverlauf. Das Forschungsteam fand nun einen Weg, den Defekt der bösartigen (malignen) Zellen in der Therapie zu nutzen.
Publikation: Daria Frank et al., Germline variant GFI1-36N affects DNA repair and sensitizes AML cells to DNA damage and repair therapy. Blood 2023; blood.2022015752,
https://doi.org/10.1182/blood.2022015752