Angiologische Ambulanz

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Arnold-Heller-Straße 3
Haus C - 2.OG, Infopunkt 1 (Ambulanztrakt Herzzentrum)
24105 Kiel
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Angiologische Ambulanz

Die Angiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und befasst sich mit Gefäßerkrankungen außerhalb des Herzens. Am UKSH, Campus Kiel, obliegt dieser Schwerpunkt der Klinik für Innere Medizin III. Neben unseren kardivaskulären Stationen 2, 5 und 7 betreiben wir die zentrale angiologische Ambulanz, in der wir die differenzialdiagnostische Abklärung gefäßmedizinischer Krankheitsbilder gewährleisten. Dies erfolgt ggf. unter Einbeziehung der entsprechenden Fachrichtung (z.B. Rheuma-Ambulanz, Diabetische Fuß-Ambulanz, Klinik für Dermatologie und Phlebologie etc.). Ergänzend kann eine orientierende kardiologische Umfelddiagnostik sinnvoll sein, die ggf. unmittelbar veranlasst wird.

Die Klinik für Kardiologie und Angiologie bildet mit der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie und der Klinik für Diagnostische Radiologie das Universitäre Gefäßzentrum Nord. In diesem Rahmen erfolgt u. a. zweimal wöchentlich die interdisziplinäre Gefäßkonferenz, in der auch Patienten aus der angiologischen-kardiologischen Ambulanz diskutiert werden. Unter Berücksichtigung aller relevanten klinischen Befunde und Betrachtung der entsprechenden (ggf. externen) vaskulären Bildgebung werden die in Frage kommenden Therapieoptionen diskutiert und das weitere Procedere festgelegt.

Angiologische Krankheitsbilder betreffen überwiegend die Schlagadern (Arterien), aber auch das Venensystem (Phlebologie) und die Lymphgefäße (Lymphologie).
Durchblutungsstörungen der Schlagadern (Arterien) liegen beim älteren Menschen sehr häufig Gefäßverkalkungen zugrunde (Arteriosklerose), im Zuge derer es in allen Gefäßregionen zu Gefäßverengungen (Stenosen) und Gefässaussackungen (Aneurysmata) kommen kann. Dabei können Stenosen der Becken- oder Beinschlagadern die „Schaufensterkrankheit“ hervorrufen (sog. „Periphere Arterielle Verschlusskrankheit“, PAVK). Beim Raucher mittleren Alters mit Durchblutungsstörungen der Beine ist die Thrombangiitis obliterans wahrscheinlich (sog. „Morbus Winniwarter-Buerger“), ein entzündliches Geschehen eng verknüpft mit Nikotinabusus. Treten arteriosklerotische Stenosen im Bereich der Schlüsselbeinarterien auf, kann es bei Armarbeit zu Schwindel und Ohnmachtsanfällen kommen, dem sog. „Subclavian-Steel-Syndrom“. Bei Arteriopathien der Unterarme und Hände muss das „Hypothenar-Hammer-Syndrom“ diskutiert werden, wenn langfristige und regelmäßige (z. B. beruflich bedingte)  Vibrationsbelastungen eruierbar sind. Infolge eines vasospastischen Geschehens (Gefäßkrämpfe) häufig im Bereich der Hände, gelegentlich auch der Füße tritt die Weißfingerkrankheit auf (sog. „Raynaud-Syndrom“). Sie wird typischerweise durch Kälte oder Stress ausgelöst, kann aber auch mit rheumatischen Erkrankungen (z. B. bei sog. Kollagenosen) als Folge dieser einhergehen. Andersartige Engstellen des Gefäßnervenbündels zwischen Hals und Oberarm können in Abhängigkeit der Lokalisation und Arm-/Kopflage neben Durchblutungsstörungen auch Gefühlsstörungen bis hin zu Lähmungen der betroffenen Extremität verursachen, das sog. Schultergürtel-Kompressionssyndrom („Thoracic-Outlet-Syndrom“, TOS), das von arteriosklerotischen Gefäßstenosen sicher abzugrenzen ist. Stenosen der hirnversorgenden Gefäße können Schlaganfälle verursachen. Sind die Nierenarterien betroffen, kann Bluthochdruck die Folge sein. Gefäßentzündliche Prozesse werden als Vaskulitiden bezeichnet und befallen je nach Entität kleine, mittlere oder große Gefäßen. Je nach Organbefall werden sie angiologisch, rheumatologisch, nephrologisch oder dermatologisch betreut.
Diesen exemplarisch ausgewählten neun arteriellen Erkrankungen liegen differenzialätiologisch verschiedene Pathomechanismen zugrunde, die spezifische Therapiekonzepte erfordern. U. a. (!) diese Arteriopathien, aber auch Vaskulitiden, Thrombophilien, phlebologischen und lymphologischen Problemen versorgt die angiologische Ambulanz der Klinik für Innere Medizin III. Wir sind Teil eines UKSH-Netzwerkes auf dem Campus Kiel, das neben der zentralen angiolgischen Ambulanz die rheumatolgische, die gefäßchirurgische, die dermatolgisch-phlebologische Ambulanz und die Klinik für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie umfasst.

Der diagnostische Work-Up

Anamnese
Kardiovaskuläre Risikostratifizierung - anmnestisch und laborchemisch
Ancle-Brachial-Index (ABI; Knöchel-Arm-Index) - Ruhe und Belastung
Laufband basierter Gehstreckentest
Duplexsonographie
Mikrozirkulationsmessungen
Kapillarmikroskopie
Nichtinvasive Angiographie (Magnetresonanz- und Computertomographie)
Invasive und Pharmakoangiographie (Digitale Subtraktionsangiographie, DSA)

Therapie

PAVK-Basistherapie
Rheologische Infusionstherapie (Prostavasin bzw. Ilomedin)
Kontrolliertes Gehtraining (im Aufbau)
Renale Denervierung
Gefäßinterventionen (Kathetereingriffe)

Weitere Informationen