Herzklappenerkrankungen

Transkatheter Aortenklappenimplantation - TAVI

Die TAVI ist ein vergleichsweise neues therapeutisches Verfahren zur Behandlung von älteren Patienten mit hochgradiger Aortenklappenstenose und erhöhtem bzw. hohem perioperativen Morbiditäts- sowie Mortalitätsrisiko für einen konventionellen Aortenklappenersatz. Da die TAVI am schlagenden Herzen ohne Sternotomie und Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden kann, eignet sich dieses Verfahren insbesondere für den älteren, multimorbiden und/oder kardial voroperierten Patienten. Die ersten Ergebnisse großer prospektiver Multizenterstudien unterstreichen den Stellenwert der TAVI in der modernen Behandlung von Hochrisikopatienten mit symptomatischer Aortenklappenstenose. Gemäß den aktuellen Leitlinien der europäischen kardiologischen und herzchirurgischen Fachgesellschaften stellen wir die Indikation für den kathetergestützten Aortenklappenersatz im sog. „Heart Team“. Hierzu finden mehrfach wöchentlich Sitzungen statt, in denen gemeinsam im Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten  die Patienten visitiert und besprochen werden.

Ablauf der Prozedur

Die Prozedur wird im „Heart-Team“ durchgeführt. Typischerweise wird der sogenannte transfemorale Zugangsweg durch die kaliberstarke Leistenschlagader gewählt. Sollte dies zum Beispiel aufgrund von Verengungen der Beckenschlagadern nicht möglich sein, kann ein alternativer Zugangsweg gewählt werden. Hier können der transapikale und transaortale Zugangsweg genutzt werden. Während bei den beiden alternativen Zugangswegen eine Vollnarkose notwendig ist, wird inzwischen beim Zugang durch die Leiste nur eine leichte oder in den häufigsten Fällen gar keine Sedierung verwendet. Eine Lokalanästhesie in der Leiste ist hinreichend.

Postprozeduraler Verlauf und Entlassung

Patienten, die sich einer TAVI durch die Leiste unterziehen, verbleiben nach erfolgreichem Eingriff für 4–6 Stunden mit einem Druckverband in den Leisten auf einer Überwachungsstation. Bei fehlenden Gegenanzeigen erfolgt bereits direkt nach dieser Zeit die erste Mobilisierung. Dies beugt Komplikationen vor. Häufig ist noch am selben Tage unter telemetrischer Überwachung des Herzrhythmus die Verlegung auf die Normalstation möglich. Die Entlassung nach Leistenzugang ist für den Morgen des vierten postoperativen Tages vorgesehen. In Absprache mit dem behandelnden Team und dem Sozialdienst kann zudem eine Anschlussheilbehandlung (Reha) geplant werden.

Kontakt

Seitens der Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin

  • Stationäres Patientenmanagement - Telefon: 0431 500-13872

  • Terminvereinbarung Wahlleistungs-Patienten und Vorzimmer - Telefon: 0431 500-22801

  • Kardiologisches Notfall-Telefon - Tel: 0431 500-22822

Prof. Dr. med. Derk Frank

Kommissarischer Direktor, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunktbezeichnung Kardiologie und Intensivmedizin
Tel.: 0431 500-22801Fax: 22804

PD Dr. med. Mohammed Elsayed Abuelnour Saad

Stellvertretender Klinikdirektor

Seitens der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie

PD Dr. Thomas Pühler

Oberarzt
Tel.: 0431 500-22029

Abbildungen

TAVI_Abb1 Abb. 1: Darstellung der Aortenklappenstenose in Kardio-CT
TAVI_Abb2 Abb. 2: Angiographische Darstellung nach erfolgreicher TAVI mit selbstexpandierbarer Prothese (Evolut – Medtronic)

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TAVI_Abb3 Abb. 3: Angiographische Darstellung nach erfolgreicher TAVI mit ballonexpandierbarer Prothese (Sapien S3 Ultra – Edwards)

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Kathetereingriffe an der Mitralklappe

Die Undichtigkeit der Mitralklappe (Mitralinsuffizienz) zählt zu den häufigsten Herzklappenfehlern überhaupt. Dadurch leiden die Patienten an Atemnot, Schwellung der Unterschenkel und Knöchel, allgemeine Schwäche und Leistungseinschränkung, eine Einschränkung der Herzpumpkraft und schließlich können Herzrhythmusstörungen, vor allem Vorhofflimmern, als Folge auftreten. Die Standard-Therapie bei einer hochgradig undichten Mitralklappe ist die chirurgische Rekonstruktion der Klappe oder ein chirurgischer Ersatz der Klappe. Die kathetergestützte Mitralklappenreparatur bietet Patienten mit unvertretbar hohem operativem Risiko oder bei multimorbiden oder älteren Patienten eine minimal-invasive Therapieoption bei hochgradiger symptomatischer Mitralinsuffizienz. Hierfür wird ein kleiner Metallclip über einen steuerbaren Katheter so an der Mitralklappe verankert, dass erähnlich wie eine Wäscheklammer, die beiden Segel erfasst. Wenn durch einen Clip keine ausreichende Verringerung der Mitralinsuffizienz möglich ist, können auch mehrere Clips implantiert werden. Die Indikation der kathetergetützten Mitralklappeneingriffe wird im „Heart-Team“ gestellt.

Ablauf der Untersuchung

Nach stationärer Aufnahme erfolgt am nächsten Tag in unserem Herzkatheterlabor unter Vollnarkose die Implantation des Clipsystems unter fluoroskopischer und echokardiographischer Kontrolle. Die Prozedur dauert je nach Schwierigkeitsgrad zwischen einer und 2 Stunden. Am Folgetag erfolgt eine echokardiographische Kontrolle und nach insgesamt 3 Tagen kann der Patient bzw. die Patientin entlassen werden.

Kontakt

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Prof. Dr. med. Derk Frank

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PD Dr. med. Mohammed Elsayed Abuelnour Saad

Stellvertretender Klinikdirektor

Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Lutz

Oberarzt UKSH Innere Medizin III und Chefarzt Klinik Preetz Innere Medizin/Kardiologie, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin
Tel.: 0431 500-22801Fax: 22804

Abbildungen

Kathetereingriffe-an-der-Mitralklappe_Abb1 Abb. 1: Darstellung der Mitralinsuffizienz im Herz-Ultraschall.

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Kathetereingriffe-an-der-Mitralklappe_Abb2 Abb. 2: Schematische Darstellung des Katheters mit dem Clip im Herzen

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Kathetereingriffe an der Trikuspidalklappe

Die Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI) wurde trotz der hohen Prävalenz einer relevanten TI von etwa 4 % bei über 75-Jährigen, die sich nachweislich unter rein medikamentöser Therapie ungünstig auf die Prognose auswirkt, lange Zeit vernachlässigt. Einer der Gründe wären die bisher limitierten Therapieoptionen bei einer hohen Intrahospitalmortalität von 8,8 % nach isolierter, operativer Trikuspidalklappentherapie. Patienten mit einer Trikuspidalklappeninsuffizienz leiden häufig unter einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit und geschwollenen Fußknöcheln und Unterschenkeln. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich Wasser im Bauchraum (Aszites) ansammeln und es kann zu einer Beeinträchtigung der Leber- und Nierenfunktion kommen.

Seit einiger Zeit haben wir die Möglichkeit, diese Herzklappe auch mittels eines Katheterverfahrens von der Leiste zu behandeln. Hierfür wird ein kleiner Metallclip über einen steuerbaren Katheter so an der Trikuspidalklappe verankert, dass erähnlich wie eine Wäscheklammer, 2 von 3 Segel erfasst. Wenn durch einen Clip keine ausreichende Verringerung der Trikuspidalinsuffizienz möglich ist, können auch mehrere Clips implantiert werden. Die Indikation der kathetergetützten Trikuspidalklappeneingriffe wird im „Heart-Team“ gestellt.  

Ablauf der Untersuchung

Nach stationärer Aufnahme erfolgt am nächsten Tag in unserem Herzkatheterlabor unter Vollnarkose die Implantation des Clipsystems unter fluoroskopischer und echokardiographischer Kontrolle. Die Prozedur dauert je nach Schwierigkeitsgrad zwischen einer und 2 Stunden. Am Folgetag erfolgt eine echokardiographische Kontrolle und nach insgesamt 3 Tagen kann der Patient bzw. die Patientin entlassen werden.

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Abbildungen

Kathetereingriffe-an-der-Trikuspidalklappe_Abb1 Abb. 1:Darstellung einer schweren Undichtigkeit der Trikuspidalklappe mit dem Ultraschall

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Kathetereingriffe-an-der-Trikuspidalklappe_Abb2 Abb. 2: Darstellung des Ergebnisses nach Implantation von zwei Klammern im Bereich der Trikuspidalklappe mit lediglich noch einer minimalen Undichtigkeit

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