Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und treten mit einer Häufigkeit von 1:500 Geburten auf. Isolierte Gaumenspalten sind hingegen seltener und kommen im europäischen Raum bei 1:1500 Geburten vor. Die Ursachen für Spaltfehlbildungen sind multifaktoriell und bis heute nicht vollständig geklärt. Sowohl erbliche als auch externe Faktoren spielen eine Rolle. Dazu gehören unter anderem der Konsum von Alkohol, Tabak oder bestimmte Medikamente während der Schwangerschaft
Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten werden in unserer interdisziplinären Sprechstunde an der Universitätsklinik Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie betreut.
Schon kurze Zeit nach der Geburt erhalten Säuglinge mit Spaltfehlbildungen eine lose Platte, die verhindert, dass die Zunge in den Spaltbereich gelangt, und die Nahrungsaufnahme erleichtert.
Im Rahmen einer langfristigen Betreuung überwachen und behandeln wir regelmäßig das Schädelwachstum sowie die Entwicklung von Kiefer und Zähnen. Ziel der kieferorthopädischen Behandlung ist es, das Wachstum des Oberkiefers zu fördern, welches in den häufigsten Fällen defizitär ist. Weiterhin werden die Zahnbögen ausgeformt, um eine verbesserte Verzahnung anzustreben.
Durch die Behandlung sollen Nahrungsaufnahme, Atmung, Gehör und Sprachentwicklung der Patienten verbessert werden.
Zusammen mit dem Hauszahnarzt oder der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Zahnerhaltung streben wir eine optimale Versorgung der Patienten für die Zukunft nach erfolgreicher kieferorthopädischer Behandlung mit provisorischem oder endgültigem Zahnersatz an.