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Postgraduiertenzertifikat

Diagnostik und Therapie von Craniomandibulären Dysfunktionen

2-semestrig berufsbegleitend für Zahnärzte/innen

 

Kursleiter: Prof. Dr. Helge Fischer-Brandies
mit Unterstützung des Zentrums für Wissenschaftliche Weiterbildung an der CAU e.V. (ZwW)

Die Studierenden erhalten in diesem berufsbegleitenden weiterbildenden Studium eine Ausbildung, die es ihnen nach ihrem erfolgreichen Abschluss ermöglicht, den gewachsenen Anforderungen an Management, Qualität und Ökonomie der interdisziplinären Behandlung von craniomandibulären Funktionsstörungen erfolgreich zu begegnen. Der Zertifikatsstudiengang vermittelt Zahnärztinnen und Zahnärzten aus dem In- und Ausland eine postgraduierte Qualifikation, um mit modernsten wissenschaftlich erprobten Techniken und Methoden komplexe Versorgungskonzepte zu verantworten und mit herausragenden Ergebnissen umzusetzen.

Voraussetzung für den Zugang zum Studium ist, dass die Bewerberin oder der Bewerber an einer deutschen oder ausländischen Hochschule ein Studium der Zahnmedizin erfolgreich abgeschlossen hat. Über eine Anerkennung von an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen oder an anderen staatlichen anerkannten Bildungseinrichtungen erbrachte Leistungen entscheidet der Prüfungsausschuss. Die fachliche Gleichwertigkeit der Leistung ist nachzuweisen. Bei der Anerkennung von Leistungen, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland erbracht wurden, sind die von der Kultusministerkonferenz und der Hochschulrektorenkonferenz gebilligten Äquivalenzvereinbarungen sowie Absprachen im Rahmen von Hochschul-vereinbarungen zu beachten.

Das Studium hat eine Regelstudienzeit von zwei Semestern. Das Studienvolumen beträgt mindestens 180 akademische Lehrveranstaltungsstunden (zu je 45 Minuten) und wird in 9 Modulen erarbeitet:

Modul 1

Einführung CMD-Kieler-Konzept, Klassifikation CMD, Anatomie Kopf- und Schmerzpathophysiologie
Die Inhalte des ersten Moduls behandeln die Methodik, Klassifikation und Nomenklatur der CMD. Anatomie und Schmerzpathophysiologie beschreiben die relevanten pathoanatomischen Veränderungen im craniofazialen System und sind abgestimmt auf das erforderliche Grundwissen für das spätere klinische Verständnis der CMD.

Modul 2

Klinische Argumentation, Anamnese, Okklusion, manuelle Untersuchung des Kiefergelenkes
Modul zwei definiert die Methodik der klinischen Argumentation sowie die strukturierte Vorgehensweise der Anamnese. Außerdem werden Okklusion und Kiefergelenk als biomechanische Einheit unter diagnostischem Gesichtspunkt beschrieben. Mit Bezug auf die Therapie wird Grundwissen von Registrat und Schiene vermittelt.

Modul 3

Topographische Anatomie, manuelle Untersuchung craniofaziale Region, Fallvorstellungen und Dokumentation
Das dritte Modul dient der manuellen Untersuchung der craniofazialen Region. Die zum Verständnis der biomechanischen Zusammenhänge notwendige topographische Anatomie wird vermittelt. Fallvorstellungen verdeutlichen das bisher Gelernte im Zusammenhang. Die Befunde der klinischen Untersuchung werden erfasst und im schriftlichen Befund verarbeitet. Die Systematik der Dokumentation berücksichtigt aktuelle Standards internationaler Klassifikationen der CMD.

Modul 4

MR-Kiefergelenk, gelenkspezifischer Befund, Training Diagnose
Die Stellung der klinischen Diagnose als richtungsweisende Voraussetzung für die spätere Behandlung wird durch das Kiefergelenk-MR ergänzt. Die Grundlagen der MR-Technik werden vermittelt, anschließend wird die praktische MR-Durchführung live demonstriert. Im zweiten Teil des Moduls wird das erlernte Wissen in die klinische Diagnostik implementiert und anhand von praktischen Beispielen trainiert. Der Teilnehmer erkennt die Relevanz des gelenkspezifischen Befundes im klinischen Kontext.

Modul 5

Diagnostische Therapie als Grundlage des interdisziplinären Therapiekonzeptes, Schienenherstellung
Eine wichtige Säule des Kieler Konzeptes ist die diagnostische Therapie. Die interdisziplinäre Betrachtung der Befunde während der initialen Therapie lehrt die Teilnehmer die aufeinander abgestimmte Arbeit im Team. Anhand von Patientenfällen wird diese Methodik erläutert und praktisch geübt. Außerdem wird die Schienenherstellung demonstriert. Jeder Teilnehmer fertigt in eigener Praxis bis zum nächsten Modul eine für den klinischen Einsatz geeignete Schiene an.

Modul 6

Einschleifen und Einsetzen der Schiene, Therapieplanung, Entwicklungsphysiologie craniofaziale Region
Das sechste Modul beginnt praktisch mit dem Einsetzen und Einschleifen der von den Teilnehmern angefertigten Schienen. Die Vorlesungen zur Therapieplanung umfasst alle wesentlichen Eckpfeiler der des CMD- Konzeptes und ermöglichen den Teilnehmern einen komplexen Fall zu behandeln. Eine ätiologisch- und pathogentisch relevante Fragestellung ist die Diskussion über die Relevanz der Entwicklungsphysiologie in der craniofazialen Region für die craniomandibuläre Funktion und Dysfunktion.

Modul 7

Kieferorthopädie, Prothetik, Kieferchirurgie bei CMD, Verkettungssyndrome und klinische Argumentation
Die CMD-Therapie ist mit allen Teilbereichen der Zahnmedizin eng verzahnt. Augenmerk liegt darauf, wie zahnärztliche Behandlung eine kompensierte oder dekompensierte CMD beeinflussen kann. Außerdem werden kieferorthopädische, prothetische und kieferchirurgische Therapiekonzepte einer Rekonstruktion der Okklusion nach CMD-Therapie beschrieben. Ausführlich werden gelenkchirurgische Maßnahmen dargestellt, die als ultima ratio erfolgen können. Verkettungssyndrome zeigen sich bei CMD-Patienten in frequenter Regelmäßigkeit. Ursache- und Folge dieser Verkettung kann interdisziplinär Klärung erfahren und über die klinische Argumentation in eine therapiefähige Diagnose geführt werden.

Modul 8

Schmerztherapie, diagnostikbasierte Steuerung der Therapie, Forschungsforum
Modul acht erläutert die klinische Schmerztherapie als einen wesentlichen Aspekt, den komplexen CMD Patienten aus der Chronizität zu führen. Hierbei spielen das Verständnis des biopsychosozialen Modells und deren Anwendbarkeit im Rahmen der Therapie eine grundlegende Rolle. Komplementärmedizinische Therapien wie z.B. die TCM und die Akupunktur, können eine sinnvolle Ergänzung des Kieler- Konzeptes darstellen. Das Prinzip der diagnostikbezogenen Steuerung der Therapie basiert auf einer kontinuierlichen interdisziplinären Zusammenarbeit des Behandlerteams und wird an Patientenfällen trainiert. Hypothesen der Pathogenese und Fragestellungen zur Evidenz im Rahmen des clinical reasonings generieren Forschungsfragen, die die klinische Vorgehensweise in ihrer Effektivität steigern und belegen können. Im Forschungsforum werden diesbezüglich spezifische Forschungsansätze diskutiert.

Modul 9

Präsentation eigener Fälle, Diskussion, Abschlussprüfung
In Modul 9 präsentiert jeder Teilnehmer einen in eigener Praxis behandelten CMD Fall. Es erfolgt Diskussion mit allen Teilnehmern.
Im zweiten Teil des Moduls erfolgt Prüfung vor einer Prüfungskommission. Hierzu wird dem Prüfling ein Fall vorgelegt und dazu klinische Fragen gestellt. Berücksichtigung finden die Ergebnisse der Zwischenprüfungen der Module.

Die Modulprüfungen finden studienbegleitend in engem zeitlichem Abschluss an das jeweilige Modul statt. Eine Prüfung kann in einer oder mehreren der folgenden Formen erfolgen: Klausur, mündliche Prüfung, Gruppenarbeit und/oder Referat. Klausuren werden höchstens zweistündig durchgeführt. Mündliche Prüfungen (auch Referat, Präsentation) dauern 20 Minuten. Die Prüfungssprache ist in der Regel Deutsch. Wiederholungsprüfungen nach Nichtbestehen einer Modulprüfung können in einer von der ersten Prüfung abweichenden Form abgenommen werden. Für jedes erfolgreich bestandene Modul wird ein Zertifikat ausgestellt, das die erfolgreiche Teilnahme an dem Modul bescheinigt.
Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung ist das erfolgreiche Bestehen aller Module. Die Prüfung erfolgt mündlich, durch zwei Dozentinnen bzw. Dozenten. Ihre Dauer beträgt maximal 30 Minuten.

 

Geplante Dozentinnen bzw. Dozenten:

Prof. Dr. Helge Fischer-Brandies:
Kursleiter für den Zertifizierungskurs
Direktor der Klinik für Kieferorthopädie, UKSH, Campus Kiel

Marc Asche:
DO MSc Ost, Master of Science in Osteopathy,
DPO MSc Paed Ost (UK) / Osteopath und Kinderosteopath

Christian Wunderlich:
Zertifizierter Manualtherapeut OMT

Prof. Dr. Ralf Baron:
Leitung Sektion Neurologische Schmerzforschung und -therapie
Universitätsklinikum S-H, Campus Kiel

Dr. med. Martin Gleim:
Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensiv-
medizin. Leitung der Schmerzambulanz, UKSH, Campus Kiel

Dr. med. Johannes Hezel:
Arzt für Radiologie. Ärztlicher Leiter
Medizinisches Versorgungszentrum Prüner Gang, Kiel

Prof. Dr. Matthias Kern:
Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik
und Werkstoffkunde, UKSH, Campus Kiel

Dr. med. Cornelia Schröder:
Ärztin für radiologische Diagnostik/Kinderradiologie
Medizinisches Versorgungszentrum Prüner Gang, Kiel

Dr. med. Julia Spenner:
Fachärztin für Anästhesiologie
Naturheilverfahren, Akupunktur, spezielle Schmerztherapie, Kiel

Prof. Dr. med. Aglaja Valentina Stirn:
Institut für Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, Institutsleitung - Leitung F+L Sexualmedizin

Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang:
Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,
Plastische Operationen, UKSH, Campus Kiel

 

Studiengebühr: 625 Euro pro Modul

Beginn des Zertifizierungskurses: Wintersemester 2019/2020

Koordination: ZwW an der CAU Universität zu Kiel