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MundZaRR – Mundgesundheitsverbesserung durch zahnärztlich delegierte, pflegebegleitende Remotivation und Reinstruktion

(Gefördert durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses)

Arbeitsgruppe

Konsortialführung

Prof. Dr. Katrin Hertrampf, MPH, Klinik für Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Konsortialpartner

Prof. Dr. Falk Schwendicke, MDPH, Abteilung Orale Diagnostik, Digitale Zahnheilkunde und Versorgungsforschung, Charité – Universitätsmedizin Berlin; Co-Leitung

Prof. Dr. Peter Schlattmann, Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Datenwissenschaften, Universitätsklinikum Jena

Prof. Dr. Gabriele Meyer, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Prof. Dr. Georg Gaßmann, Dentalhygiene und Präventionsmanagement, praxisHochschule Köln/ EU | FH, Campus Köln

Projektkoordination

Dr. Sarah Habig, Klinik für Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel (Kontakt: habig@mkg.uni-kiel.de)

Saskia Gabelmann, Klinik für Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel (Kontakt: gabelmann@mkg.uni-kiel.de)

Projektbeschreibung

Die Zahngesundheit von älteren bzw. pflegebedürftigen Menschen ist häufig schlechter als in anderen Bevölkerungsgruppen. Das kann neben dem Verlust der Zähne auch zahlreiche weitere Begleiterkrankungen zur Folge haben. Das zahnmedizinische AuB‑Konzept soll hier Abhilfe schaffen. Es sieht eine halbjährige zahnärztliche Untersuchung vor. Bei Bedarf wird zur Weiterbehandlung eine Überweisung in eine Zahnarztpraxis angeordnet. Zudem beinhaltet es eine formblattbasierte Unterweisung der Pflegekräfte, die in die Maßnahmen der Mundhygiene eingebunden sind. Die Effektivität des AuB‑Konzepts ist jedoch bislang nicht ausreichend untersucht. Insbesondere die formblattbasierte Unterweisung im Pflegebereich scheint nicht zu dem gewünschten Erfolg zu führen.

Ziel des Projektes ist es, das AuB‑Konzept an die Anforderungen in stationären Pflegeeinrichtungen anzupassen. Langfristig soll dadurch die Mundgesundheit und damit auch die Lebensqualität der Bewohner in der stationären Seniorenpflege verbessert werden. Zahnassoziierte Notfälle und Begleiterkrankungen können damit reduziert werden.

Auf Basis einer Machbarkeitsstudie werden die einzelnen Maßnahmen entwickelt. Die Wirksamkeit wird durch eine cluster randomisierte Studie in etwa 18 Einrichtungen in Rheinland-Pfalz mit über 600 Bewohnern des Pflegegrades drei bis fünf überprüft. Das Projekt wird für drei Jahre gefördert.

Im Erfolgsfall wird sich die Mundgesundheit der Bewohner in der stationären Seniorenpflege verbessern. So können auch Begleiterkrankungen wie Pneumonie, Hyperglykämie und Unterernährung reduziert werden.

 

 

 

Evaluation des Präventionsverhaltens verschiedener Berufsgruppen im Rahmen der Präventionskampagne zur Verbesserung der Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle in Schleswig-Holstein

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Katrin Hertrampf, MPH, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang, Klinik für Mund,- Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz, MME, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Frau Dr. Corinna Wirtz, Arbeitsmedizin Amt für Gesundheit

Die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen bei Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes zeigt seit dem Jahr 2000 wieder eine steigende Tendenz von ca. 10.000 Inzidenzen auf ca. 13.000 in der Bundesrepublik Deutschland. Gemessen an der Zahl aller Krebserkrankungen stand sie damit im Jahr 2010 bei den Männern an sechster Stelle  mit einer relativen 5-Jahres-Überlebensrate bei Männern mit 46% und bei Frauen mit 61%.

Im Rahmen der im April 2012 gestarteten Präventionskampagne in Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Bereich die Kontaktaufnahme zu möglichen Risikogruppen, unter Einbindung einer sich im Hintergrund engagierenden Institution. So konnten erfolgreich Kooperationen mit den Wohlfahrtsverbänden des Landes geschlossen werden, die z.B. sich auf den Gebieten der Suchtberatung, Schuldnerberatung, Bahnhofsmissionen, Mittagstische, Sozialkirche, Servicehäuser, Bürgertreffs und ambulante Pflege geschlossen werden. Darüber hinaus konnte das regionale Netzwerk durch die Stadtmission, Verbraucherzentralen und Gesundheitsämter erweitert werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, um die Erreichbarkeit zu steigern, ist die Sensibilisierung Angehöriger bestimmter Berufsgruppen. Dies soll in einem ersten Schritt in Kooperation mit der Arbeitsmedizin des Amtes für Gesundheit der Stadt Kiel erfolgen.

Inwieweit sich die Wahrnehmung gegenüber Präventionsmöglichkeiten bei Angehörigen bestimmter Berufsgruppen, die ähnliche sozioökonomische Faktoren zum Hintergrund haben oder ein ähnliches Verhalten gegenüber Risikofaktoren aufweisen, unterscheidet oder Gemeinsamkeiten aufweist ist bis dato nicht bekannt.

Ziel ist es, in Kooperation mit der Arbeitsmedizin, Amt für Gesundheit der Stadt Kiel Berufsgruppen, die routinemäßig sich zu Untersuchungen vorstellen müssen, zu ihrem Risikoverhalten gegenüber Tabak- und Alkoholkonsum und der Wahrnehmung von Präventionsmöglichkeiten, spezifisch zur Krebsvorsorge, zu befragen.


 

Evaluation der Patientenzufriedenheit während des stationären Aufenthaltes an vier verschiedenen Index-Patientengruppen

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Katrin Hertrampf MPH, Dr. Nicolai Purcz, Dr. Christian Flörke, Dr. Anna Zaunbauer, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Kliniken als Versorgungseinrichtungen in unserem Gesundheitswesen werden immer mehr in den Fokus gerückt, wenn es um die Verbesserung bzw. die Weiterentwicklung in Bezug auf die medizinische und pflegerische Versorgung und auch um die allgemeine Versorgung der Patienten geht. Zusätzlich zum eingeführten Qualitätsmanagement gewinnt immer mehr die subjektive Wahrnehmung des Patienten zu seiner Zufriedenheit über den stationären Aufenthalt an Bedeutung. Sie wird mittlerweile als Teil der Ergebnisqualität medizinischer Dienstleistungen behandelt. Eine wichtige Einflussgröße zur Zufriedenheit ist die Erwartungshaltung des Patienten zu seinem anstehenden stationären Aufenthalt. Sie nimmt Einfluss auf die spätere Bewertung zur Zufriedenheit und zur Wahrnehmung dieses Aufenthaltes. Diese Einflussgröße kann durch Faktoren wie Immigrantenstatus, Bildungsstand und Einkommen durchaus beeinflusst werden. Neben diesen Faktoren spielt ebenfalls der Krankheitsgrad und die medizinische Indikation für den stationären Aufenthalt eine Rolle. Diese subjektive Messung der Patientenzufriedenheit kann als wichtiger Aspekt zur Aufdeckung von internen Schwachstellen gesehen werden. Es sollten aber in der Bewertung bzw. Interpretation dieser Ergebnisse mögliche nicht beeinflussbare externe Faktoren, wie das soziale Umfeld, berücksichtigt werden.

Ziel ist es die Patientenzufriedenheit während des stationären Aufenthaltes in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bei Patienten mit vier verschiedenen Krankheitsbildern (Wahleingriff, Notfall, onkologische Diagnose, Patienten mit einer Osteochemonekrose basierend auf einer onkologischen Therapie) zu erheben, um mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Hinsicht auf die Patientenzufriedenheit zu identifizieren und in zu evaluieren wie weit die Diagnose diese Patientenzufriedenheit beeinflusst.

 

Die Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle durch niedergelassene Zahnärzte in Schleswig-Holstein – Überprüfung der Untersuchungsmethodik auf ihre Wirksamkeit

(Gefördert durch die Damp Stiftung)

Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Katrin Hertrampf, MPH, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz, MME, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

PD Dr. Annika Waldmann, Prof. Dr. Alexander Katalinic, Frau Martina Jürgensen

Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck und Registerstelle des epidemiologischen Krebsregisters Schleswig-Holstein

Prof. Dr. Eva Baumann, Frau Stefanie Wahl, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen bei Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes zeigt seit 2000 einen ansteigenden Trend von vorher jährlich 10.000 auf 13.000 inzidente Fälle in Deutschland. Gemessen an der Zahl aller Krebserkrankungen liegen diese Tumoren bei Männern jetzt an der sechsthäufigsten Stelle. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen wenden sich erst im fortgeschrittenen Stadium an einen Zahnarzt, Arzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Die Diagnose in einem früheren Tumorstadium könnte die Überlebenswahrscheinlichkeit nach 5 Jahren von bis dato 48% bei Männer und 61% bei Frauen verbessern und könnte therapiebedingte Einschränkungen verringern.

Betroffene mit einem Verdacht spezifisch auf einen Tumor der Mundhöhle wenden sich in Deutschland häufig als erstes an ihre niedergelassenen Zahnärzte. Die visuelle klinische Untersuchung der Mund­schleimhäute bietet hier eine Form der Prävention, die für den Patienten schmerzlos und nicht zeitintensiv ist sowie keine Nebenwirkungen aufweist. Sie ist in die vom Gesundheitssystem geforderte halbjährliche oder jährliche zahnärztliche Kontrolluntersuchung integriert. Bis dato gibt es keine publizierte Studie, die die Wirksamkeit der Krebsfrüherkennung durch die visuelle Inspektion der Mundschleimhaut im Rahmen der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung durch niedergelassene Zahnärzte untersucht hat.

Ziel dieses Projektes ist es, erstmalig ein Konzept zur Überprüfung einer Untersuchungsmethodik (Inspektion der Mundschleimhäute) und die damit verbundenen Dokumentationsunterlagen beginnend innerhalb und in Zusammenarbeit der niedergelassenen zahnärztlichen Kollegenschaft bis zu den beteiligten Kliniken auf ihre Umsetzbarkeit und damit Machbarkeit zu überprüfen. Zeitgleich wird eine umfassende Interventionsstrategie, folgend den Anforderungen der Phase I zur Konzeptionierung komplexer Interventionen in der Versorgungsforschung für Interventionsstudien, in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen in Form von Interviews und Fragebögen entwickelt und überprüft. Diese Kombination aus Machbarkeitsprüfung und Phase I ist die Grundlage für eine darauf aufbauende cluster-randomisierte kontrollierte mehrjährige Feldstudie (CRCT). Dieser CRCT wird damit erstmalig eine Aussage mit höchster Evidenz zur Wirksamkeit einer systematischen, standardisierten Mundschleim­hautuntersuchung im Kontext eines Früherkennungs­programms treffen können.