Zertifiziertes Neurovaskuläres Zentrum

Subarachnoidalblutung

Eine Subarachnoidalblutung entsteht in aller Regel durch die Ruptur eines Hirnbasisaneurysmas, also einer Gefäßaussackung. Als seltenere Ursachen kommen auch andere Gefäßfehlbildungen (s.u.) und Tumore in Frage. Bei der Behandlung gilt es zunächst, eine erneute Blutung durch Ausschalten des Aneurysmas zu verhindern. Dazu kann das Aneurysma operativ ausgeschaltet (geclippt) oder endovaskulär versorgt werden. Das ausgetretene Blut führt häufig zu Gefäßverengungen (Vasospasmen), die Hirninfarkte zur Folge haben können. Deshalb ist eine mindestens 14-tägige intensivmedizinische Behandlung notwendig. Außerdem kann es zur Entwicklung eines Hirnwasseraufstaus (Hydrocephalus) kommen, der die Anlage eines Ableitungssystems (Shunt) erforderlich macht.

Intrazerebrale Blutung (Hirnblutung)

Hauptrisikofaktor für das Entstehen einer intrazerebralen Blutung, also einer Einblutung in das Hirngewebe, ist ein chronischer Bluthochdruck. Kleinere Einblutungen können häufig konservativ behandelt werden. Bei größeren, raumfordernden Blutungen sollte auch eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Bei atypisch gelegenen Blutungen ist auch an eine Gefäßfehlbildung (s.u.) oder einen Tumor (maligner hirneigener Tumor, Hirnmetastase) zu denken.

Hirninfarkt

Bei Vorliegen eines großvolumigen Hirnifarktes (z.B. Verschluss der Arteria carotis interna oder Arteria cerebri media) muß mit einer erheblichen Schwellung des Hirngewebes gerechnet werden. Ggf. kommt dabei die Dekompressive Hemikraniektomie, also die weitgehende Entfernung einer Schädelhälfte, in Betracht. Der Eingriff verhindert eine Einklemmung des Hirnstammes. Die Indikation ist zum Wohl des Patienten allerdings eng zu stellen.

Gefäßfehlbildungen

Angeborene oder erworbene Gefäßfehlbildungen können zu intrazerebralen Blutungen, Krampfanfällen und lokalisationsbezogenen neurologischen Symptomen führen. In Einzelfällen sind durch den hohen Blutstrom durch die Fehlbildung auch eine Herzleistungsschwäche möglich. Die Behandlung ist prinzipiell chirurgisch und / oder interventionell. Ggf. kommen auch strahlentherapeutische Optionen in Betracht. Sie richtet sich vor allem nach der Art der Fehlbildung und der klinischen Symptomatik. Im Folgenden werden die häufigeren Gefäßfehlbildungen vorgestellt:

Arterio-venöse Angiome sind Kurzschlußverbindungen zwischen Arterien und Venen, die eine beträchtliche Größe annahmen können. Es besteht ein hohes Risiko der Einblutung. Kleine AVMs können interventionell, größere kombiniert interventionell-chirurgisch oder rein chirurgisch behandelt werden.

Venöse Malformationen (engl. DVA, developmental venous anomaly) sind zumeist asymptomatisch. Sie können in der MRT oder in der Angiographie nachgewiesen werden, die meisten sind Zufallsbefunde. Eine Behandlungsnotwendigkeit besteht in aller Regel nicht. Blutungen sind meist auf benachbarte Kavernome (s.u.) zurückzuführen.

Kavernome, sinusoid-artige Gefäßerweiterungen, können überall im Zentralnervensystem vorkommen. Sie sind häufig multipel anzutreffen. Bei entsprechender Symptomatik (meist Blutungen, seltener Krampfanfälle) und Lage ist eine operative Behandlung indiziert.Eine interventionelle oder strahlentherapeutische Behandlungsmöglichkeit existiert nicht.

Ansprechpartner

PD Dr. med. Charlotte Flüh

Leitende Oberärztin, Vaskuläre Neurochirurgie
Tel.: 0431 500-23623

Prof. Dr. med. Michael Synowitz

Direktor
Tel.: 0431 500-23600