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Tiefe Hirnstimulation

Die Tiefe Hirnstimulation beinhaltet das Einführen von einer oder mehrerer dünner Elektroden in zentrale Bereiche des Gehirns. Dies ist heutzutage vor allem in der Behandlung von Bewegungsstörungen angewandte Standardoperation. Bereits vor über 50 Jahren wurden die ersten Eingriffe allerdings zur Behandlung von chronischen Schmerzen durchgeführt. In einer stereotaktischen Operation, d. h. am Kopf wird ein Rahmensystem fest montiert und anschließend, mit Rahmen und Markierungsaufsatz, ein CT oder MRT des Kopfes angefertigt. Bei der Operation werden dann in der Regel zwei Elektroden in den Thalamus und das Periventrikuläre Grau eingeführt. Da bei der Operation die Mitarbeit des Patienten erforderlich ist und die Lagekontrolle der Elektroden durch Stimulationsergebnisse und ausgelöste Nebenwirkungen bestimmt werden kann, wird der Eingriff meistens in örtlicher Betäubung und in Anwesenheit der Narkoseärzte durchgeführt. Die tiefe Hirnstimulation über die implantierten Elektroden wird vom Patienten nicht gespürt, d. h. es werden keine Kribbelgefühle oder Muskelzuckungen ausgelöst und man spricht von einer „unterschwelligen Stimulation“. Anschließend wird in einer ca. 2 wöchigen Testphase mit einem äußeren Impulsgeber die Beeinflussung des Schmerzbildes durch unterschiedliche Stimulationseinstellungen überprüft und nur bei Schmerzlinderung um > 30% (Schmerz-Tagebuch) und gleichzeitiger Reduktion der Schmerzmedikamente eine komplette Implantation des Impulsgebers vorgenommen. Im Rahmen der Testphase wird auch eine Placebo- oder sogenannte Doppel-Blind-Stimulation durchgeführt wobei sowohl Patient als auch behandelnder Stationsarzt sowie das Pflegepersonal nicht wissen, ob die Stimulation aktiv oder ausgeschaltet ist. Dies hat sich als sehr hilfreich dargestellt um herauszufinden ob wirklich die eingeschaltete Stimulation zu einer Schmerzlinderung führt und nicht andere begleitende Effekte.

Nach Implantation des Impulsgebers, i. d. R. unterhalb des Schlüsselbeins, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Anpassungen der Stimulationseinstellungen in der Hochschulambulanz notwendig. Der Patient ist mit einem Handgerät in de Lage die Stimulationseinstellungen zu überprüfen und an- bzw. auszustellen. Ein Patientenausweis für dieses Neuroimplantat wird ausgestellt und sollte bei Operationen, am Flughafen etc. vorgezeigt werden.

Dieses Verfahren wird für eine Reihe von Schmerzerkrankungen in Erwägung gezogen, wenn alle anderen Möglichkeiten, die Schmerzen mit konservativen Methoden und Medikamenten, begleitet von psychologischen Verfahren, nicht effektiv oder von schweren Nebenwirkungen begleitet sind.

Im Einzelnen sind dies folgende chronische Schmerzsyndrome

  • Gesichtsschmerzen nach Schädigung oder Verletzung des Gesichtsnerven (= Nervus trigeminus), auch Trigeminus-Neuropathie genannt.
  • Phantom- oder Stumpf-Schmerzen nach Gliedmassenamputation
  • Schmerzen nach Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Rückenmark, z. B. nach einem Schlaganfall als sogenannte „Zentrale Schmerzen“ (engl.: post-stroke-pain).
  • Schmerzen nach Wirbelsäulen-Operationen mit vorwiegend Rückenschmerzen (engl.: failed back surgery syndrome, FBSS).
  • Gut lokalisierte Schmerzen nach Nervenverletzung (z. B. Verletzung des Armnervengeflechtes = Plexus brachialis; Komplexes regionales Schmerzsyndrom = CRPS etc.)

 

 Die Risiken und Komplikationen des Eingriffs sind insgesamt gering, hauptsächlich werden Wundheilungsstörungen, Kabelbrüche und technische Probleme berichtet. Das Risiko einer Gehirnblutung durch das Einführen der Elektroden beträgt ca. 1-2 %.