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Aneurysmen

Aneurysmen sind säckchenförmige Ausstülpungen im Bereich der Hirnbasisarterien. In der Regel (90%) machen sie sich durch eine Blutung (Subarachnoidalblutung=SAB) klinisch bemerkbar. In Mitteleuropa erleiden ca 10 Menschen/100000/Jahr eine derartige Blutung. In etwa 10% verursachen diese Gefäßaussackungen neurologische Ausfälle (durch Druck auf benachbarte neurale Strukturen). Die Erkrankung kann jede Altersgruppe treffen, findet sich am häufigsten zwischen dem 40. und 65. Lebensjahr, aber auch junge Erwachsene und Jugendliche sind davon betroffen.

Etwa 2-3% der Menschen in Mitteleuropa haben eine aneurysmatische Gefäßfehlbildung an den basalen Hirnarterien, die bis zum Zeitpunkt der Ruptur nicht bemerkt wird. Nur sehr große Aneurysmen üben Druck auf die umgebenden Strukturen aus und können z.B. zu einer Störung am Sehnerven oder einer Bewegungsstörung der Augen führen.

Schematische Darstellung des Gehirnes und der basalen Arterien mit zahlreichen Aneurysmen an den verschiedenen möglichen Lokalisationen. Wie aus der Abbildung ersichtlich, können diese Gefäßaussackungen fast an allen Arterien auftreten, sind aber in der Regel auf 4 Hauptlokalisationen beschränkt.

Aneurysmalokalisationen

  • Arteria communicans anterior 30-35%
  • Arteria cerebri media 20-25%
  • Arteria carotis interna 20-25%
  • Vertebro-basilärer Kreislauf 12-15%
  • Rest ca 3-5%

Symptomatische Aneurysmen

Ein Teil der Aneurysmen kann durch Lokalisation und Größe bedingt symptomatisch werden ohne zu bluten. Diese Aneurysmen üben in der Regel Druck auf basale neurale Strukturen wie z.B. den Sehnerven oder den 3.Hirnnerven (occulomotorius ) aus und werden dadurch diagnostiziert. Auch hier kommen beide Behandlungsmethiden zum Einsatz, zur Zeit wird, wenn möglich etwas die Operation favorisiert, weil dadurch nicht nur das Aneurysma verschlossen werden kann sondern auch durch Resektion oder Schrumpfung direkt der Druck von den bedrängten Nerven genommen wird.

Inzidentelle Aneurysmen

Bedingt durch den zunehmenden Eisatz der modernen bildgebenden Untersuchungen am Gehirn (MRT, CCT) werden auch vermehrt Aneurysmen entdeckt, die bisher gänzlich asymptomatisch waren. Grundsätzlich können diese Gefäßmissbildungen auch bluten und damit die Situation deutlich verschlechtern.

Ab einer bestimmten Größe (7mm und größer) wird das jährliche Blutungsrisiko mit 0,5-2% angegeben. Aus diesem Grunde wird zur Zeit weltweit ein elektiver Verschluß vorgeschlagen, wenn das Behandlungsrisiko gering ist und der Patient oder die Patientin nicht älter als 65-70 Jahre ist. Gleiches gilt auch bei multiplen Aneurysmen, wenn eines bereits geblutet hat. In diesem Fall würde man auch kleinere Aneurysmen behandeln. Auch hier kommen beide Behandlungsmethoden zum Einsatz, wiederum ausgehend von der Lokalisation und der Morphologie der Gefäßmißbildung. Ein weiterer Vorteil für den Patienten ist die Tatsache, dass man die Behandlung ohne Zeitdruck planen und ihn in die Diskussion einbeziehen kann.