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Startseite > Leistungsspektrum > Wirbelsäulenchirurgie > Entzündliche Erkrankungen

Wirbelkörperentzündung

Entzündliche Prozesse  im Körper werden meist mit einer Kombination des griechischen Begriffs für das betroffenen Organ mit der griechischen Endung -itis gekennzeichnet. Im Fall eines entzündeten Wirbelkörpers spricht man von einer Spondylitis, bei alleiniger Entzündung der Bandscheibe von einer Diszitis und bei der Kombination beider von einer Spondylodiszitis.

Ursachen

Die eitrigen Infektionen sind meistens bakteriell bedingt, sehr selten kommen auch Pilze oder Parasitenerkrankungen der Wirbelsäule vor. Eine seltene Form stellt die tuberkulöse Spondylitis dar. In bis zu zwei Dritteln der Wirbelkörperentzündungen zeigen sich Infektionserkrankungen als Ursache für die, über die Blutgefäße fortgeleitete, Infektion. Am häufigsten finden sich begleitende Infektionen der Haut, Harnwegsinfektionen, Lungen - oder Bauchentzündungen, Herzwandentzündungen als auch Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum. Eine ebenfalls häufige Ursache stellen postoperative Entzündungen dar, insbesondere nach Eingriffen an der Wirbelsäule. Nicht selten kommt es zu Eiteraustritt in den Rückenmarkskanal (epidurales/intraspinales Empyem) mit Bedrängung von Nervenstrukturen.

Epidemiologie

Die Erkrankung tritt überwiegend im höheren Alter auf (6. und 7. Lebensdekade). Untersuchungen zeigen ein etwas häufigeres Auftreten bei Männern. Meistens ist diese Erkrankung jedoch mit typischen Risikofaktoren, wie Immunsuppression, maligne  Erkrankungen, langer Einnahme von Kortison oder Patienten mit Chemotherapie verbunden. Aber auch der Diabetes mellitus, die Niereninsuffizienz, regelmäßiger Alkoholkonsum und Leberzirrhose stellen ein Risiko dar. Die jährliche Anzahl an Neuerkrankungen liegt bei ca. 0,5-2 auf 100000.

Symptome

Die Symptome können sehr unspezifisch sein. Meistens klagen die Patienten über seit Monate bestehende, chronische und gut lokalisierbare Rückenschmerzen. Fieber und erhöhte Entzündungszeichen fehlen nicht selten. Jeder Wirbelsäulenabschnitt kann betroffen sein, über die Hälfte betrifft jedoch die untere Brustwirbelsäule und die Lendenwirbelsäule. Die Schmerzen sind meistens belastungsabhängig und werden durch geringe Bewegungen verstärkt. Auch Schmerzen im Liegen und in Ruhe sind häufig. Begleitend können sich Gewichtsverlust und allgemeine Abgeschlagenheit zeigen. Bei Beteiligung des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln zeigen sich typische ausstrahlende Schmerzen mit Sensibilitäts- und Kraftverlust in den Extremitäten bis hin zur Querschnittssymptomatik.

Diagnose

Neben laborchemischen Untersuchungen und dem konventionellem Röntgen und der Computertomographie stellt die Kernspintomographie das diagnostische Mittel der Wahl dar.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ausdehnung der Entzündung. Bei fehlender Beteiligung von Nervenstrukturen oder drohender Instabilität der Wirbelsäule ist ein konservatives Vorgehen indiziert. In diesem Fall erfolgt die antibiotische Therapie über einen Zeitraum von 2-3 Monaten, abhängig jedoch von den klinischen, laborchemischen und radiologischen Verlaufskontrollen. Gegebenenfalls ist ein Korsett erforderlich.

Bei Instabilität der Wirbelsäule oder Beteiligung von Nervenstrukturen mit neurologischen Ausfällen  sollte eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden. Ziel der Operation ist es, die entzündlichen Gewebeanteile zu entfernen, die Nervenwurzeln/das Rückenmark zu entlasten und die Wirbelsäulenstabilität zu erhalten (siehe Wirbelsäulenstabilisierung)

Auch postoperativ sollte eine längerfristige Antibiotikatherapie erfolgen.