Popgen-Epilepsie

Gesundheit für Generationen

Bei dieser Studie soll die Häufigkeit und Verteilung in der Gesellschaft, sowie die genetische Veranlagung für Fieberkrämpfe, Krampfanfälle, Epilepsien und Neugeborenenkrämpfen untersucht werden. Dazu werden in Schleswig-Holstein nördlich des Nord-Ostsee-Kanals alle Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit Fieberkrämpfen, Krampfanfällen, Epilepsien und Neugeborenenkrämpfen gebeten, Blut (10-20ml) für genetische Tests zur Verfügung zu stellen und einen Fragebogen auszufüllen. Zum Einen erfolgt eine genetische Untersuchung auf die Häufigkeit von Veränderungen bisher bekannter Epilepsie-assoziierter Gene. Zum Anderen wird eine Befragung der Patienten mit Fragebogen über persönliche und familiäre Daten und Vorerkrankungen, bisherige Krankengeschichte sowie Lebensqualität durchgeführt. Diese Studie ist Teil des popgen-Projektes (Populationsgenetik) des Nationalen-Genom-Forschungsnetzes und wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Hauptinitiatoren sind Prof. Dr. Schreiber (1. Medizinische Klinik, UKSH) und Prof. Dr. Krawczak (Institut für Statistik und Informatik, UKSH).

Neurophysiologie/ Bildgebung (Ped BI)

Informationen zu Ped BI finden Sie auf der Webseite des Kooperationspartners

EPItect

Sicherheit im Ohr - Klinik für Neuropädiatrie am Campus Kiel nimmt an Forschungsprojekt zur Pflege von Menschen mit Epilepsien teil

Epileptische Anfälle sind zum Teil mit erheblichen Risiken verbunden. Sie können zu Unfällen mit schwerwiegenden Verletzungen führen. Deshalb ist es wichtig, epileptische Anfälle rechtzeitig und bestenfalls bereits im Voraus zu erkennen, damit entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden können. Im Rahmen des bundesweiten Forschungsprojektes "EPItect" wollen Experten der Klinik für Neuropädiatrie des UKSH am Campus Kiel nun herausfinden, wie eine rechtzeitige Erkennung der Anfälle helfen kann, Sicherheitsmaß-nahmen für die Patienten zu ergreifen und die Therapie zu verbessern.

"Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines nicht-invasiven Sensorsystems, das epileptische Anfälle dokumentiert, überwacht und idealerweise voraussagen kann", erklärt Prof. Dr. Ulrich Stephani, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin 2 mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie, Campus Kiel. Im Projekt werden dazu eigens neue Geräte zur Anfallsdetektion entwickelt. Der Sensor soll von den Patienten am Ohr getragen werden können, von wo aus die relevanten Biosignalmuster elektronisch erkannt werden. Über mobile Endgeräte werden die Daten ausgewertet und ausgewählten Personen zur Verfügung gestellt. So kann im Falle eines drohenden Anfalls auch das pflegende Umfeld ein-bezogen werden. "Eine genaue und fortlaufende Aufzeichnung von Anfällen kann uns darüber hinaus bei der individuellen Abstimmung der Therapie helfen", sagt Prof. Stephani.

Das Projekt wird im Verbund zwischen der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik Dortmund, der Firma Cosinuss GmbH, dem DRK-Landesverband Schleswig-Holstein und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin 2 des UKSH durchgeführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit rund 2,2 Mio. Euro. Projektträger ist die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Im Teilvorhaben der Kieler Neuropädiatrie, das mit rund 300.000 Euro unterstützt wird, werden die von den Projektpartnern entwickelten technischen Geräte zur Früherkennung von Anfällen in der klinischen Anwendung getestet. Neben dem Einsatz und der Beurteilung während des Klinikaufenthalts sollen über die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin 2 Pflegende und Pädagogen in die Evaluation einbezogen werden. Zudem soll die Alltagstauglichkeit auch im häuslichen Umfeld überprüft werden. Dabei arbeitet die Klinik eng mit dem Norddeutschen Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche (NEZ) des Deutschen Roten Kreuzes in Schwentinental-Raisdorf zusammen. Im NEZ werden vor allem Kinder und Jugendliche mit schwer verlaufenden Epilepsien betreut, für die die Entwicklung von Geräten für eine verlässliche Anfallserkennung besonders wichtig und hilfreich sein wird. Im Rahmen des Projektes werden beide Einrichtungen zusammen die Anwendung der Geräte bei Kindern und Jugendlichen untersuchen.

Nähere Informationen zum Projekt EPItect

Genomewide Linkage Scan on Idiopathic Generalized Epilepsy - IGE_GS_ped126

Molecular Genetic Dissection of Photosensitivity (PPR) - Pedigrees