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Startseite > Veranstaltungen > 1. Lübecker Notfalltag

Auftaktveranstaltung
zum Lübecker Notfalltag im Audimax

Am Samstag, dem 5. April 2014, fand der erste Lübecker Notfalltag statt. „Mehr als 250 Teilnehmer kamen

zur Auftaktveranstaltung des Lübecker Notfalltages. Wir freuen uns über diesen erfolgreichen Start“, sagte Prof. Dr. Holger Thiele, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik II des UKSH, Campus Lübeck. Die Medizinische Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin) hatte die Veranstaltung gemeinsam mit der Notaufnahme organisiert. „In der Behandlung von Notfällen spielt die Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Krankenhaus eine herausragende Rolle und wir haben versucht, dieser Situation gerecht zu werden und ein Programm zusammengestellt, dass die zeitgemäße Notfalltherapie von wichtigen Krankheitsbildern aus unterschiedlichen Fachgebieten sowohl für Mitarbeiter des Rettungsdienstes als auch der Krankenhäuser zusammenfasst“, berichtete Dr. Sebastian Wolfrum, ärztlicher Leiter der interdisziplinären Notaufnahme am Campus Lübeck.

„Wir hatten ausnahmslos positives Feedback der Teilnehmer. Gerade die Mischung aus Notfallmedizin und Weiterversorgung in der Klinik sowie die Interdisziplinarität habe den Zuhörern ausgesprochen gut gefallen“ ergänzte Prof. Dr .Thiele.

Im Mittelpunkt der Vorträge von Experten des UKSH, Campus Lübeck, und des Lübecker Rettungsdienstes standen die präklinische und innerklinische Diagnostik und Polytraumaversorgung, der Schlaganfall, die Atemwegssicherung, Blutungen bei Antikoagulation, der akute Myokardinfarkt, die Hypothermiebehandlung und die Dissektion der thorakalen Aorta.

Den Auftakt gab Dr. Jan Lewejohann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Feuerwehr Lübeck und Oberarzt der Klinik für Allgemeine Chirurgie. Er berichtete über die strukturierte aber zeitkritische Versorgung von Polytraumapatienten im Rettungsdienst und plädierte für ein ausgewogenes Verhältnis von Akuttherapie vor Ort und schnellem Transport in die Klinik. Direkt im Anschluss erörterte Dr. Andreas Unger, Oberarzt der Sektion für Unfallchirurgie, die Weiterbehandlung der schwerverletzten Patienten im Schockraum eines Traumazentrums. Sowohl in der Präklinik als auch in der Klinik ist Teamarbeit gefragt und regelmäßige strukturierte Schulungen helfen bei der schnellen und qualitativ hochwertigen Notfallversorgung.

PD Dr. Georg Royl, Leiter der Stroke Unit der Neurologie, referierte über den Schlaganfall. Die häufigste Ursache sei eine Durchblutungsstörung, die schnellstmöglich durch eine Lysetherapie und/oder durch kathetergestützte Entfernung des Blutgerinnsels behandelt werden müsse. Bei den 15% der Patienten, bei denen eine Blutung den Schlaganfall verursacht, ist hingegen eine solche Therapie gefährlich. Hier muss ggf. eine Operation durch die Neurochirurgen erfolgen.

Dr. Frank Hackmann, Oberarzt der Anästhesiologie, erklärte die Ursachen der schwierigen Intubation in der Notfallmedizin und erklärte die verschiedenen technischen Hilfsmittel, die in solchen Fällen zum Einsatz kommen.

Im anschließenden Workshop zum Intubationstraining zeigten Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie den Interessierten die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten bei der Intubation und boten die Möglichkeit, diese an Puppen zu erproben.

Der zweite Teil des Notfalltages eröffnete Dr. Annabella Babin, Oberärztin der Klinik für Neurochirurgie. Sie fokussierte auf die intrazerebralen Blutungen, erörterte Symptome, Risikofaktoren und die Indikation zur neurochirurgischen Intervention.

Prof. Dr. Michael Reppel, Oberarzt der Medizinischen Klinik II, leitete zur medikamentösen Therapie des Vorhofflimmerns über. Er erklärte die Wirkungen und Nebenwirkungen moderner Hemmstoffe der Blutgerinnung und wies auf die Blutungskomplikationen als gefährliche Nebenwirkungen hin. Prof. Reppel wies Strategien auf, wie bei leichten und auch lebensbedrohlichen Blutungen in der Notfallmedizin zu reagieren ist.

Prof. Thiele referierte über die Behandlung von Herzinfarkten und die Bedeutung spezialisierter Zentren mit großer Erfahrung in der Herzkatheterbehandlung, da diese die höchste Erfolgsquote in der Behandlung der Patienten aufweisen. Ein Herzinfarktnetzwerk bestehend aus dem Rettungsdienst, Krankenhäusern ohne Herzkathetermöglichkeit und einem Kompetenzzentrum zur interventionellen Behandlung erlaubt die optimale Versorgung von Herzinfarktpatienten auch in ländlichen Gebieten wie Schleswig-Holstein.

Dr. Wolfrum fokussierte auf das Temperaturmanagement nach Herzkreislaufstillstand. Er erörterte die verschiedenen technischen Möglichkeiten einer Temperatursenkung. Während die Kühlung dieser Patienten sich im Krankenhaus als Leitlinienempfehlung durchgesetzt hat, besteht für die Kühlungsbehandlung im Rettungsdienst noch keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz. 

Prof. Dr. Claudia Schmidtke, bis vor kurzem Oberärztin der Klinik für Herz- thorakale Gefäßchirurgie am UKSH und nun leitende Oberärztin am Herzzentrum in Bad Segeberg, berichtete über die Aortendissektion als gefährliche Differentialdiagnose des akuten Brustschmerzes. Sie schilderte Risikofaktoren wie das Marfansyndrom, erläuterte die Symptome, zeigte Möglichkeiten der Diagnostik. Wegen der schlechten Prognose der sogenannten Typ A Dissektion unter konservativer Therapie sei die unverzügliche Operation indiziert. Bei der Typ B Dissektion sei die medikamentöse Therapie oder die Stentversorgung Therapie der Wahl.

„Der Lübecker Notfalltag soll sich von nun ab regelmäßig wiederholen. Zweimal im Jahr möchten wir hierzu einladen“, erklärte Prof. Thiele. Das Programm für den nächsten Notfalltag befindet sich schon in der Planung und die nächste Veranstaltung wird am Samstag, den 1. November 2014 wieder im Audimax der Universität zu Lübeck stattfinden.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Prof. Dr. Holger Thiele
Direktor der Medizinischen Klinik II
Tel.: 0451 500-2501
E-Mail: holger.thiele@uksh.de

Dr. Sebastian Wolfrum
Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme
Tel.: 0451 500-5039
E-Mail: sebastian.wolfrum@uksh.de

Vorträge 1. Lübecker Notfalltag vom 05.04.2014

  • Präklinische Polytraumaversorgung / Das ABC der präklinischen Polytraumaversorgung – Was ist Pflicht und was ist Kür? / Dr. med. J.-Ch. Lewejohan (PDF)
  • Innerklinische Polytraumaversorgung / Das ABC des Schockraummanagements: Übergabe – Diagnostik – Therapie? / Dr. med. A. Unger (PDF)
  • Schlaganfall / Der Schlaganfall im Rettungsdienst – Ist Time  = Brain? / Priv.-Doz. Dr. med. G. Royl (PDF)
  • Atemwegsicherung / „Atemwegssicherung im Rettungsdienst – was tun beim schwierigen Atemweg?“ /Dr. med. F. Hackmann (PDF)
  • Prä- und innerklinische Diagnostik / Prä- und innerklinische Diagnostik und Therapie bei V. a. ICB / Dr. med. A. Babin (PDF)
  • Blutungen bei Antikoagulation - Was muss man beachten unter Marcumar und NOAK? / Referent: Prof. Dr. med. Michael Reppel (PDF)
  • Der akute Myokardinfarkt im Rettungsdienst – Braucht man wirklich Netzwerke? / Referent: Prof. Dr. med. Holger Thiele (PDF)
  • Hypothermiebehandlung nach Reanimation im Rettungsdienst - Macht das Sinn? / Referent: Dr. med. Sebastian Wolfrum (PDF)
  • Dissektion der thorakalen Aorta – Anforderung an Rettungsdienst und Krankenhaus / Prof. Dr. med. C. Schmidtke, MBA (PDF)