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2. Lübecker Notfalltag im Audimax

Am Samstag, dem 2. November 2014, fand der 2. Lübecker Notfalltag statt. „Mehr als 350 Teilnehmer kamen zur der Veranstaltung, somit 100 mehr als zur Auftaktveranstaltung im April. Wir freuen uns über diese erfolgreiche Fortsetzung des Notfalltages“, sagte Dr. Sebastian Wolfrum, ärztlicher Leiter der interdisziplinären Notaufnahme am Campus Lübeck. Die Medizinische Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin) hatte die Veranstaltung gemeinsam mit der Notaufnahme ins Leben gerufen. „Bei der Behandlung von Notfallpatienten arbeiten Rettungsdienst und Klinikum Hand in Hand. Insofern ist es von besonderer Bedeutung, dass die verschiedenen Berufsdisziplinen jeweils über die Arbeit der anderen Bescheid weiß. Auch beim 2. Notfalltag haben wir versucht, dieser Situation gerecht zu werden und ein Programm zusammengestellt, dass die zeitgemäße Notfalltherapie von wichtigen Krankheitsbildern aus unterschiedlichen Fachgebieten sowohl für Mitarbeiter des Rettungsdienstes als auch der Krankenhäuser zusammenfasst“, berichtete der Klinikdirektor der Medizinischen Klinik II Prof. Thiele.

Den Auftakt der Veranstaltung gab Tobias Beyer, der Leiter des Rettungsdienstes der Hansestadt Lübeck. Er berichtete über die Möglichkeiten des Lübecker Rettungsdienstes für den Fall eines Massenanfalls an Verletzten und schilderte die Erwartungen des Rettungsdienstes an das weiterbetreuende Krankenhaus. Dr. Sebastian Wolfrum wiederum berichtete über die Erwartungen der Notaufnahme an den Rettungsdienst und stellte dar, dass gerade bei zeitkritischen Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder bei Schwerstverletzten eine standardisierte Voranmeldung der Patienten an das Krankenhaus und eine strukturierte Übergabe medizinischer Informationen vom Rettungsdienst an das Krankenhauspersonal wichtig sei, um den Patienten schnellstmöglich die optimale Versorgung zukommen zu lassen. Direkt im Anschluss erörterte Prof. Dr. Andreas Paech, Chefarzt der Sektion für Unfallchirurgie und Orthopädie, die Besonderheiten der Behandlung von alten Patienten mit Knochenbrüchen. Da ältere Menschen andere Grundvoraussetzungen mit sich bringen als die jüngeren und fast immer mehrere Begleiterkrankungen vorliegen, sei es notwendig, sich hierauf als Klinikum speziell einzustellen. In Zusammenarbeit mit dem DRK Krankenhaus Marli sei das UKSH mit der Bildung des Zentrums für Alterstraumatologie hier ein gutes Stück vorangekommen. Neben speziellen Operationstechniken für ältere Menschen gebe es ein besonders durchdachtes Konzept der frühen Physiotherapie und der Würdigung aller Begleiterkrankungen durch interdisziplinäre Visiten.

Folie1Dr. Jan Wnent aus der Klinik für Anästhesiologie referierte über den Einsatz der maschinellen Maskenbeatmung im Rettungsdienst. Was auf den Intensivstationen bereits Standardtherapie sei, würde jetzt immer häufiger auch im Rettungsdienst eingesetzt. Der frühzeitige Einsatz der präklinischen Maskenbeatmung hat das Potential die Liegedauer der Patienten auf der Intensivstation zu reduzieren und die Anzahl an Notfallnarkosen für eine traditionelle Beatmung zu verringern.

In der nachfolgenden Pause hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Beatmungsgeräte verschiedener Hersteller zu testen und auch sich selbst über ein solches Maskenbeatmungsverfahren beatmen zu lassen.

Den zweiten Teil des Notfalltages eröffnete PD Dr. Jan Gräsner aus der Klinik für Anästhesiologie des UKSH am Campus Kiel. Als führender Experte des deutschen Reanimationsregisters berichtete er an Hand aktueller Zahlen aus ganz Deutschland über die Erfolgsaussichten von Patienten, die nach einem Unfall eine Herzlungenwiederbelebung erhalten müssen. Auch wenn ein solches Ereignis selten ist und mit einer schlechten Prognose einhergeht, ist die Situation nicht aussichtlos. Jeder 50. Patient mit einer solchen Erkrankung kann so gerettet werden, dass er im Anschluss ein normales Leben führen kann.

Dr. Tobias Graf leitete zur akuten Herzschwäche über. Diese mit dem Leitsymptom Luftnot behaftete Erkrankung sei ein häufiger Grund für immer wiederkehrende Krankenhausaufenthalte und für die Pateinten sehr belastet. Dr. Graf erörterte welche Möglichkeiten den behandelnden Teams schon im Rettungswagen und dann in der Notaufnahme und auf der Intensivstation zur Therapie zur Verfügung stehen.

PD Dr. Frank Bode, Oberarzt der Medizinischen Klinik II, gab einen Überblock über die verschiedensten Formen von Herzrhythmusstörungen. Anhand vieler EKG Beispiele erklärte er die zu Grunde liegende Erkrankung und die empfohlene Therapieoption.

Dr. Christina Hofmann, Oberärztin der Klinik für Neurologie, referierte über den Krampfanfall. Sie hob die Bedeutung einer exakten Beschreibung des Krampfanfalles für die spätere Abschätzung der Erkrankung hervor. Hier sei die Klinik stark auf den Rettungsdienst oder andere Beobachter des Krampfanfalles angewiesen, da typischen Zuckungen der Patienten in der Klinik meist nicht mehr zu beobachten sind.

PD Dr. Friedhelm Sayk, Oberarzt der Medizinischen Klinik II, fokussierte beim Thema Vergiftungen speziell aufBild1 den Einsatz von Gegengiften. Hier stehen für die Therapie zwar im Verhältnis zur großen Anzahl an Giften relativ wenige Medikamente zur Verfügung, diese können dann aber bei richtigem Einsatz einen ganz raschen Therapieerfolg bringen.

Abschließend berichtete Dr. Tobias Graf über den Nutzen von Medikamenten zur Hemmung der Blutplättchen beim akuten Myokardinfarkt. Speziell im Rettungswagen sei der Nutzen eine Kombinationsbehandlung mit mehreren dieser Substanzen nicht nachgewiesen und somit aktuell nicht zu empfehlen.

„Wie geplant soll der Lübecker Notfalltag sich weiter regelmäßig wiederholen. Wir möchten jetzt schon zur nächsten Veranstaltung am 07.03.2015 hierzu einladen“, erklärte Prof. Thiele. Das Programm für den nächsten Notfalltag befindet sich schon in der Planung.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Medizinischen Klinik II, Tel.: 0451 500-2501 Holger.Thiele@uksh.de 

Dr. Sebastian Wolfrum, Leiter der interdisziplinären Notaufnahme, Tel.: 0451 500-6613 E-Mail: sebastian.wolfrum@uksh.de