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Die akutmedizinische Versorgung der Halligen mit ihren geographischen Besonderheiten stellt die Verantwortlichen vor eine enorme Herausforderung.  Dabei reicht  das Spektrum der Erkrankungen von Bauchschmerzen bei einem Kind bis zu einem Herzinfarkt bei einem Besucher oder einem Bewohner der Halligen.

 

Durch die Etablierung eines telemedizinischen Assistenzsystems im Rahmen des durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren sowie des Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration geförderten Projektes „HALLIGeMED“ kann das vor Ort eingesetzte Fachpersonal bei der Ersteinschätzung und –versorgung durch Fachärzte des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) entscheidend unterstützt und angeleitet werden. Dies trägt neben einer besseren Vernetzung der an der Notfallversorgung beteiligten Partner zu einer deutlichen Erhöhung der Patientensicherheit bei.

 

Es gilt die räumliche Entfernung der abgelegenen Halligen bis zur Telemedizin-Zentrale in Kiel zu überbrücken und dabei medizinische Daten des Patienten zu übertragen. Primäres Ziel ist es, dem Patienten frühzeitig eine ärztliche Behandlung zu ermöglichen, die sonst erst bei Ankunft des Notarztes mit dem Hubschrauber initiiert werden kann. Schon während dieser noch unterwegs ist, kann der Telemediziner via Video- und Audioübertragung den Halligpfleger unterstützen, indem er Medikamentengaben delegiert oder bei medizinischen Maßnahmen anleitet. Des Weiteren hilft die ärztliche Expertise dabei, den med. Schweregrad und die Dringlichkeit einer Behandlung abzuschätzen und so ggf. aufwändige Hubschraubereinsätze zu reduzieren.

 

Aktuell: Die Projektvorbereitungen sind abgeschlossen und die Telemedizinzentrale am Institut für Rettungs- und Notfallmedizin ist einsatzbereit. Seit Anfang des Jahres befand sie sich im Probebetrieb, um im Rahmen von Testeinsätzen und Simulationen letzte Unstimmigkeiten aufzudecken und zu bearbeiten. Diese Phase konnte zu  Anfang März 2019 beendet werden. Seitdem arbeitet die Telemedizinzentrale im Tagesbetrieb. Die Ausweitung auf eine 24/7 Bereitschaft wird tatkräftig vorangetrieben. Es konnten bereits erste Notfälle auf den Halligen telemedizinisch unterstützt werden.

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie auch in einem Artikel der Medical Tribune (05/2018)
und im Schleswig-Holsteinischem Ärzteblatt (02/2019, S. 24f)


HALLIGeMED wird in der technischen Umsetzung des Gesamtsystems unterstützt durch die Fa. P3 telehealthcare.


 

 

Projektkoordinator:

Bild von Lukas Konstantin Dölger
Lukas Konstantin Dölger, M.A.
Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRUN)
Projektkoordinator (GPM) Telemedizin
Telefon Kiel: 0431 500-31545 | Fax: -31554
 

 

Projektleiter:

Bild von Niels Renzing
Dr. med. Niels Renzing
Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRUN)
Leiter Qualitätsmanagement
Telefon Kiel: 0431 500-31520