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REF

Im Kreis Nordfriesland konnte in der Vergangenheit der gesetzlich geforderte Hilfsfristerreichungsgrad nicht durchgehend erreicht werden. Daher hat der Kreis zum 01.01.2020 zwei Rettungs-Einsatz-Fahrzeuge (REF) implementiert. Das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin übernahm die wissenschaftliche Begleitung der Systemimplementierung der beiden REF.

Hierfür wurden folgende Ziele definiert:

  • Verkürzung des versorgungsfreien Intervalls

  • Verkürzung der vor-Ort-Zeiten der transportierenden Rettungsmittel

  • Erhöhung des Anteils von Patient:innen, die gemäß den jeweiligen gültigen Leitlinien versorgt wurden

  • Verbesserung des Behandlungsergebnisses/Outcomes bei ausgewählten Tracerdiagnosen (entsprechend des Eckpunktepapiers zur notfallmedizinischen Versorgung)

Darüber hinaus erfolgte begleitend eine Untersuchung und Bewertung der psychischen Belastungen der Notfallsanitäter:innen des REF.

Auf Basis der verfügbaren Daten war die Einführung der REF für ausgewählte Bereiche, die nicht zeitgerecht durch Rettungswagen erreicht werden können, eine Möglichkeit, den Patient:innen schnelle medizinische Hilfe zuzuführen und diese schneller in ein Krankenhaus zu befördern. Ob dies letztendlich eine Verbesserung der Patient:innenversorgung und des Behandlungsergebnisses zur Folge hatte, konnte im Rahmen des Gutachtens nicht abschließend beantwortet werden. Die Daten gaben Hinweise darauf, dass in dieser besonderen Konstellation (sehr geringer Pool der REF NFS mit besonders strukturierter Aus- und Fortbildung) die medizinische Versorgungsqualität mindestens nicht schlechter als in der Vergleichsgruppe war. Eine Bewertung eines weiteren Einsatzes des REF, z. B. in Zusammenarbeit mit Notfall-KTW (nur mit Rettungssanitäter:innen besetzt) oder zur Abklärung eines unklaren Hilfeersuchens war ausdrücklich nicht Teil des Projekts und konnte daher auch nicht bewertet werden.