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Ösophaguskarzinomzentrum Kiel

Ösophaguskarzinom - Was ist das?

Das Ösophaguskarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Speiseröhre und zählt mit einer Inzidenz von 10/100.000 Einwohner/Jahr somit zu den selteneren Tumorerkrankung.

Es werden grundsätzliche zwei histologische Tumorarten unterschieden. Bei dem überwiegenden Teil der Ösophaguskarzinom handelt es sich um Plattenepithelkarzinome gefolgt von meist im unteren Anteil der Speiseröhre gelegenen Adenokarzinomen. Die Inzidenz des Adenokarzinoms des Ösophagus und des ösophagogastralen Überganges hat in den letzten Jahren stetig zugenommen bei gleicheitiger Abnahme des Plattenepithelkarzinoms. Dieser Anstieg wird unteranderem in Zusammenhang mit einer Zunahme des gastroösophagealen Refluxes bei steigender Verbreitung von Übergewicht in der Bevölkerung gestellt.

Multimodale Therapiekonzepte haben dazu beigetragen, die Prognose von Patienten mit Ösophagus tumoren stetig zu verbessern. Um dies zu gewährleisten, bedarf es einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit aus Onkologen, Chirurgen, Gastroenterologen, Radiologen, Pathologen, Nuklearmedizinern und Strahlentherapeuten.

Am Anfang der Behandlung steht eine erweiterte Diagnostik (Staging) mit Endoskopie (Probengewinnung), Endosonographie und Computertomographie um das Tumorstadium möglichst genau zu erfassen.

In anschließenden interdisziplinären Tumorboards findet in Abhängigkeit der Tumorlokalisation der Tumorentität sowie der Ausdehnung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose eine für den Patienten individualisierte ,dem Tumor angepasste Festlegung der Behandlungsstrategie statt.

Lediglich sogenannte Frühkarzinome können ohne weitere Vorbehandlung einer endoskopischen oder chirurgischen Operation direkt zugeführt werden, da in diesem Tumorstadium meist keine Lymphknotenmetastasen vorliegen.

Da Speiseröhrentumore aber erst spät Symptome verursachen, werden Ösophaguskarzinome häufig erst in fortgeschritteneren Stadien entdeckt. An dieser Stelle kommen multimodale Therapiekonzepte zum Tragen. Diese sehen eine Chemotherapie und/oder die Bestrahlung des Tumors vor der Operation vor. Ob und in welcher Reihenfolge Operation, Chemotherapie und/oder Bestrahlung zur Anwendung kommen sollten, richtet sich nach der histologischen Tumorentität, wie auch nach der Stadien-Einteilung des Tumors.

Die Vorbehandlung dauert meist 4-8 Wochen gefolgt von einer erneuten Beurteilung (Re-Staging) des Tumors. Im Rahmen dieser erneuten Diagnostik erfolgt letztendlich die Festlegung ob eine kurative („heilender“) oder palliative („lebensverlängernder“) Behandlungstrategie angezeigt ist. Im Falle einer kurativen Behandlung erfolgt meist nach vierwöchiger Rekompensationsphase die komplexe Operation. Durch die vollständige chirurgische Entfernung des Ösophaguskarzinoms ist eine Heilung der Erkrankung möglich. Je nach Lokalisation, Tumorentität und Ausdehnung des Tumors kommen unterschiedliche Operationsverfahren zur Anwendung. Meist wird eine subtotale Entfernung der Speiseröhre und der zugehören Lymphabstromgebiete über einen Bauch- und Brustkorbzugang (abdomino-thorakaler Magenhochzug) mit anschließender Magenschlauchbildung und Hochzug des selbigen als Speisröhrenersatz operiert.

Diese Erfahrung zur sicheren Durchführung dieser komplexen Operation ist in unserer Klinik seit vielen Jahren etabliert. Mit Einführung der roboter-assistierten Chirurgie hat sich unsere Klinik insbesondere auf die Ösophaguschirurgie spezialisiert und ist hier national und international sichtbar.

Dies führte zu einer breiten internationalen Vernetzung und Erfahrungsaustausch.

Wir können als erste Klinik in Deutschland die Einführung der roboter-assistierten Speiseröhrenentfernung als Operationsverfahren vorweisen und konnten über die vergangenen Jahre unsere Erfahrungen und Ergebnisse kontinuierlich erweitern und verbessern. (KN-Beitrag)

An unserer Klinik wird diese komplexe Operation standardisiert minimal Invasiv durchgeführt. Die Verwendung des Da Vinci-Roboter Systems Xi bei der Operation von Ösophaguskarzinomen zählt an unserer Klinik mittlerweile zum Standard und Routine. In Trainingsprogrammen werden zusätzlich Chirurgen der nächsten Generation schrittweise an dieses Operationsverfahren herangeführt. (Videobeitrag des NRD)

Gerade bei dieser aufwendigen Operation ist es absolut erforderlich, das neben spezialisierten Operateuren das gesamte Spektrum der Komplikationsbehandlung rund um die Uhr vorgehalten wird. Auch hier hat unsere Klinik mit der Einführung der intraluminalen Vakuumtherapie (Eso-SPONGE) eine Vorreiterrolle gehabt, was zu einer weiteren Verbesserung der Ergbenisse führte.

An die Operation schließt sich ein zirka 2-3 wöchiger stationärer Verlauf an.

Anhand des endgültigen pathologischen Befund des Tumors kann nach der Operation unter Umständen noch eine zusätzliche Behandlung durch Chemo- und/oder Strahlentherapie sinnvoll sein.