Achsdeformitäten der Beine (X-Beine / O-Beine)

Krankheitsbild

Achsdeformitäten der Beine entwickeln sich in der Regel im Bereich des Kniegelenkes entweder anlagebedingt oder im Rahmen einer Knochenstoffwechselstörung. Auch Übergewicht kann das Risiko für die Entwicklung von X-Beinen erhöhen. Da sowohl bei O-Beinen und in geringerem Maße auch bei X-Beinen die Gefahr einer vorzeitigen Arthroseentwicklung der Kniegelenke im Erwachsenenalter besteht, sollten Achsdeformitäten korrigiert werden. Dies ist im Erwachsenenalter nur mit aufwendigen knöchernen Umstellungsoperationen möglich. Im Kindesalter besteht die Möglichkeit, durch einen kleinen Eingriff eine Wachstumslenkung am Kniegelenk zur Korrektur der Deformität zu bewirken.

Operative Behandlung

Bei diesem Eingriff wird am kniegelenksnahen Oberschenkelknochen die Wachstumsfuge entweder innen (bei X-Beinen) oder außen (bei O-Beinen) blockiert. Das Wachstum auf der anderen Seite der Wachstumsfuge kann dann allmählich die Fehlstellung ausgleichen („temporäre Epiphyseodese“). Hierfür verwenden wir eine spezielle kleine Platte („eight-plate“), die mittels zweier Schrauben am Knochen angebracht wird, ohne die Wachstumsfuge zu verletzen. Für den Eingriff ist nur ein kleiner Hautschnitt am inneren oder äußeren Kniegelenk notwendig. Wenn die Fehlstellung mehr im Unterschenkelbereich liegt, kann dieses Vorgehen auch an der Wachstumsfuge des Schienbeinkopfes erfolgen.

Nachbehandlung

Nach der Operation sollte das Bein für die Dauer der Wundheilung, also 14 Tage, entlastet werden. Daher ist das Benutzen von Unterarmgehstützen für diese Zeit erforderlich. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel jedoch nicht länger als drei Tage. Im weiteren Verlauf sind regelmäßige Kontrollen des Wachstums, der Körpergröße und der Fehlstellung sowie auch einzelne Röntgenkontrollen notwendig, um den optimalen Zeitpunkt zur Entfernung der Platte zu bestimmen, damit eine Überkorrektur vermieden wird. Der Zeitpunkt der Metallentfernung ist abhängig von der Wachstumsgeschwindigkeit und dem Ausmaß der präoperativ bestandenen Fehlstellung. Oft ist die Korrektur bereits nach etwa einem Jahr erreicht.