Epiphyseolysis capitis femoris (Hüftkopfabrutsch)

Krankheitsbild

Die Epiphysolysis capitis femoris (ECF) ist eine Hüftgelenkserkrankung des Jugendlichen, die bevorzugt kurz vor bzw. in der frühen Pubertät bei beginnendem Wachstumsschub auftritt.

Ihre Häufigkeit beträgt 2 / 100.000 Kinder pro Jahr.

Sie beschreibt eine Lockerung der Hüftkopfkappe (Epiphyse) im Bereich der Wachstumsfuge mit allmählichem Abgleiten und tritt in 25 - 40% der Fälle beidseitig auf. Als Risikofaktoren gelten hormonelle Einflüsse sowie mechanische Faktoren und Scherkräfte auf die Wachstumsfuge, wie sie auch bei Übergewicht auftreten.

Behandlung

Das Hüftkopfgleiten tritt in der Regel langsam schleichend (ECF lenta), seltener auch plötzlich mit heftigen Schmerzen (ECF acuta) auf.

In jedem Fall ist eine operative Fixierung des abrutschenden Fragmentes notwendig. Dies führen wir am betroffenen Hüftgelenk und prophylaktisch auch auf der Gegenseite mit speziellen Drähten durch, die bis zum Wachstumsabschluss verbleiben, um ein Rezidiv zu vermeiden. Bei einem höhergradigen Abrutschen (ab 30 Grad) sind langfristig Fehlstellungen des Hüftgelenkes mit vorzeitiger Arthroseentwicklung zu erwarten, so dass dann zusätzlich eine knöcherne Umstellungsoperation erfolgen muss, um die Gelenkkongruenz wieder zu verbessern.

Bei dieser sogenannten dreidimensionalen intertrochantären Korrekturosteotomie nach IMHÄUSER wird der Oberschenkelknochen nahe des Schenkelhalses durchtrennt und aufgeklappt, um die verrutschte Hüftkopfkappe wieder optimal in der Gelenkpfanne einzustellen. Das Korrekturergebnis wird mit einer speziellen Platte und Schrauben fixiert, welche verbleiben, bis die korrigierte Stellung des Oberschenkelknochens knöchern verheilt ist.

Nach der Operation

Nach der Drahtfixierung ist für 6 Wochen eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen erforderlich. Wenn zusätzlich eine Korrekturosteotomie durchgeführt wurde, muss das betroffene Bein für 12 Wochen entlastet werden, damit der Knochen in der neuen Stellung zusammenheilen kann. Die meisten Kinder gewöhnen sich schnell an die Unterarmgehstützen und können trotzdem die Schule besuchen.