Morbus Perthes

Krankheitsbild

Der Morbus Perthes ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes, die vor allem im Alter von 4-6 Jahren auftritt. Jungen sind bevorzugt betroffen.

Durch die Durchblutungsstörung droht eine Verformung des Hüftkopfes. Das Ziel der Behandlung der Erkrankung, die über einige Jahre verläuft, ist die Vermeidung des Ausheilens des Hüftkopfes in dieser Verformung, da dadurch eine vorzeitige Arthroseentwicklung droht. Neben einer weitestmöglichen Entlastung des Gelenkes bei Schmerzen und Erhalt der Beweglichkeit durch Krankengymnastik sind regelmäßige Kontrollen mittels Röntgenuntersuchungen und MRT erforderlich.

Sollte sich in diesen Kontrolluntersuchungen eine zunehmende Verformung darstellen, die vor allem bei Kindern über sechs Jahren mit einer schlechteren Prognose verbunden ist, müssen operative Maßnahmen ergriffen werden, um die Gelenkpassform („Containment“) wieder zu verbessern.

Operative Behandlung

Hierbei stehen zwei Verfahren zur Verfügung, die einzeln, aber auch in Kombination angewandt werden können. Dabei erfolgt die Korrektur zur Verbesserung der Gelenkform entweder am Oberschenkelknochen oder am knöchernen Becken.

Eine Korrektur des Winkels des Oberschenkelhalses kann den meist zur Seite hin deformierten Hüftkopf wieder besser in die Gelenkpfanne einstellen (intertrochantäre varisierende Umstellungsosteotomie). Dabei wird der Oberschenkelknochen nahe des Schenkelhalses durchtrennt und ein Knochenkeil entnommen. Dann wird der Knochen in einem günstigeren Gelenkwinkel mit einer speziellen Platte und Schrauben wieder fixiert. Eine Korrektur am knöchernen Becken (Acetabuloplastik / Beckenosteotomie nach Salter; ab 6 Jahre: Beckendreifachosteotomie) (s. Abb. unten) wird direkt oberhalb der Hüftpfanne durchgeführt, um den Hüftkopf wieder besser zu überdachen.

Nach der Operation

Insgesamt darf das operierte Bein für sechs Wochen nicht voll belastet werden. Die Entfernung des Metalls erfolgt frühestens nach 6 Monaten, wenn im Röntgenbild eine vollständige knöcherne Heilung zu sehen ist.