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AG Klinische ALL-Forschung

Leitung

Bild von Martin Schrappe
Prof. Dr. Martin Schrappe
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I
Direktor
Telefon Kiel: 0431 500-20102 | Fax: -20104

 

Bild von Gunnar Cario
Prof. Dr. Gunnar Cario
AG Translationale ALL-Forschung
Leitung

 

Kurzbeschreibung

ALL-BFM Studienzentrum zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL)

Die ALL stellt die häufigste Form der Leukämie im Kindesalter dar. Innerhalb Deutschlands erkranken jedes Jahr ca. 600 Kinder und Jugendliche. Die Verbesserung des Therapieergebnisses bei der Behandlung der ALL im Kindesalter ist eine der großen Erfolgsgeschichten innerhalb der klinischen Onkologie der vergangenen Jahrzehnte. Während vor 40 Jahren die Heilungsrate noch bei 20 bis 30% lag, können heutzutage ca. 90% der an ALL erkrankten Kinder dauerhaft geheilt werden. Dieser Erfolg ist zu großen Teilen der Durchführung von Therapieoptimierungsstudien zuzuschreiben, in denen die Patienten nach einheitlichen Vorgaben diagnostiziert und mit Therapiestandards behandelt werden; wesentlicher Teil der klinischen Forschung ist die randomisierte Prüfung von neuen Therapiestrategien. Durch die systematische Erhebung und Auswertung der klinischen Daten dieser Studien werden Erkenntnisse gewonnen, die eine wichtige Grundlage für die schrittweise Verbesserung der Behandlung darstellen.

Die ALL-Berlin-Frankfurt-Münster (BFM)-Studiengruppe unter Leitung von Prof. Schrappe ist federführend in einem der weltweit größten Konsortien zur Behandlung der ALL im Kindesalter; die erzielten Fortschritte in Diagnostik, Überwachung und Therapie sind international hochgeachtet. Allerdings ist auch klar geworden, dass allein mit den bisher verwendeten Medikamenten eine weitere deutliche Verbesserung der ca. 80%igen Heilungsrate in 1. Remission nicht möglich sein wird, weshalb neue Therapieformen notwendig sind.

Zwei bedeutende Studien werden von Kiel aus geleitet und koordiniert:

Die Studie AIEOP-BFM ALL 2017 wird als internationale randomisierte kooperative Behandlungsstudie der Phase III in insgesamt 8 Ländern mit mehr als 5000 Patienten durchgeführt. Die Studienleitung koordiniert als Studienzentrale die Durchführung der klinischen Studie. Hier werden die Daten zur Erkrankung, Therapie, Therapietoxizität und zum Outcome der teilnehmenden Patienten erfasst und ausgewertet. Neben diesem überwiegend wissenschaftlichen Teil beinhaltet die Studie weiterhin einen qualitätssichernden Teil, der die Labordiagnostik in qualifizierten Referenzlaboren einschließt sowie die zentrale Beurteilung und Interpretation aller wichtigen Befunde in der Studienzentrale, um eine korrekte Risikogruppenzuteilung und die richtige Behandlung der Patienten zu sichern.

Als neue Behandlungsform für Kinder und Jugendliche mit ALL wird jetzt im Rahmen dieser Behandlungsstudie über fünf Jahre geprüft ob eine Immuntherapie geeignet ist in der Erstbehandlung der ALL wirksam zu werden - potentiell kann sie mittelfristig die teils sehr toxische Chemotherapie ergänzen oder sogar ersetzen. „Der Ersatz von Elementen der hochintensiven Chemotherapie durch eine Immuntherapie könnte Kinder vor Schaden bewahren und dabei möglicherweise sogar die Leukämiekontrolle verbessern“ sagt der Leiter der Therapiestudie, Prof. Dr. Martin Schrappe (CAU/UKSH Kiel).

Die für Deutschland von Prof. Cario geleitete EsPhALL2017/COGAALL1631 Studie zur Behandlung der Philadelphia-Chromosom-positiven ALL im Kindes- und Jugendalter prüft für diese seltene Subgruppe der ALL, ob bei kontinuierlicher Gabe eines Tyrosinkinase-Hemmers die Chemotherapie-Intensität reduziert werden kann, mit dem Ziel, die bislang beobachteten schwersten Therapienebenwirkungen zu reduzieren ohne dass es zu einer höheren Rate an Rezidiven der Erkrankung kommt. In dieser Studie arbeiten Studiengruppen aus mehr als 20 Ländern weltweit zusammen um diese Frage beantworten zu können.

Des Weiteren bildet die Studie eine Plattform für wissenschaftliche Begleitforschung, die zum Ziel hat, die Biologie der Erkrankung und die Mechanismen der Krankheitsentstehung besser zu verstehen, um neue Medikamente, Therapieansätze oder diagnostische Methoden zu entwickeln.

Homepage der Arbeitsgruppe/Instituts