Campus Kiel - Luftbild 2019_1240x400

Wirkstoffkombination bewährt sich bei schwarzem Hautkrebs

Freitag, 29. Mai 2020

Hoffnung für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs: Eine großangelegte, weltweit durchgeführte Studie („COMBI-AD“) zeigt, dass eine neue Kombinationstherapie auch langfristig die Überlebenschancen der Patienten deutlich erhöht. Europäischer Studienleiter ist Prof. Dr. Axel Hauschild, Oberarzt und Leiter der dermatoonkologischen Arbeitsgruppe der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel. Die Studienergebnisse wurden heute auf dem weltweit größten Krebskongress vorgestellt, der von der American Society of Clinical Oncology (ASCO) jährlich ausgerichtet wird. Gleichzeitig sollen sie im renommierten Fachmagazin New England Journal of Medicine veröffentlicht werden.

Für die Studie erhielten Hochrisikopatientinnen und -patienten ein Jahr lang täglich eine Kombination zweier sogenannter zielgerichteter Substanzen (Dabrafenib und Trametinib), nachdem die Haut- und Lymphknotenmetasten der Patienten durch eine Operation vollständig entfernt worden waren. Fünf Jahre nach der Operation waren noch 52 Prozent der Patienten am Leben und hatten überdies keinen Rückfall erlitten. „Wir können mit dieser adjuvanten, also vorbeugenden Therapie Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs wirklich heilen. Das ist mehr, als ich persönlich erwartet habe“, sagt Prof. Hauschild. In der Vergleichsgruppe, in der die Patienten nach der Operation ein Placebo erhalten hatten, überlebte ohne erneutes Auftreten des Krebses nur etwas mehr als ein Drittel die ersten fünf Jahre. An der Studie nahmen 870 Patientinnen und Patienten teil, deren Krebszellen eine bestimmte Veränderung im Erbgut zeigte (BRAF-Mutation). Den Studienergebnissen liegt, verglichen mit thematisch gleichen Untersuchungen, der größte Datensatz und die längste Nachbeobachtungszeit zugrunde.

Die erfolgreiche Wirkstoffkombination ist seit Oktober 2018 für die Behandlung von schwarzem Hautkrebs im Stadium III zugelassen, der bereits Metastasen gebildet hat. Jetzt wird in weiteren Studien untersucht, ob sie auch Patienten helfen kann, deren Krebserkrankung weniger fortgeschritten ist (Stadium II). Gegenstand der Forschung ist ebenso die Wirkungsweise von sogenannten PD1-Antikörpern bei schwarzem Hautkrebs in verschiedenen Erkrankungsstadien. „Wir gehen davon aus, dass diese Wirkstoffe ähnlich gute Ergebnisse zeigen werden wie die Kombination aus Dabrafenib und Trametinib. Das sind die Medikamente der Zukunft in der adjuvanten Therapie“, sagt Prof. Hauschild, der auch an diesen Studien beteiligt ist.

Ein amerikanisches Ranking-Institut zählte Prof. Hauschild mehrfach zu den besten Melanom-Experten der Welt. Auch gehört er zu den weltweit meistzitierten Wissenschaftlern, wie eine Analyse der „Web of Science-Group“ im vergangenen Jahr in den USA ergab. Mit seinen zukunftsweisenden Arbeiten hat der Kieler Mediziner einen hohen Bekanntheitsgrad auf nationaler wie internationaler Ebene erreicht. 2011 wurde Prof. Hauschild für seine Verdienste der Deutsche Krebspreis verliehen.

Schwarzer Hautkrebs, in der Fachsprache malignes Melanom, ist ein aggressiver Tumor, der in seiner Häufigkeit stark zugenommen hat. In Schleswig-Holstein erkranken jedes Jahr rund 1.000 Menschen daran. Nach der operativen Entfernung der Tumore werden die meisten Rückfälle in den ersten beiden Jahren beobachtet, danach nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine Wiederkehr der Krankheit stetig ab. Nach fünf Jahren ohne Wiederauftreten des Tumors kann daher von einer Heilung gesprochen werden.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Prof. Dr. Axel Hauschild, Tel.: 0431 500-21130, ahauschild@dermatology.uni-kiel.de

PI_200529_Wirkstoffkombination_bewaehrt_sich_bei_schwarzem_Hautkrebs

Prof. Dr. Axel Hauschild, Oberarzt und Leiter der dermatoonkologischen Arbeitsgruppe der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, ist europäischer Leiter der Studie „COMBI-AD“.

Bild in Originalgröße
Verantwortlich für diese Presseinformation:

Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein,
Mobil: 0173 4055 000, E-Mail: oliver.grieve@uksh.de

  • Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel,
    Tel.: 0431 500-10700, Fax: 0431 500-10704
  • Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck,
    Tel.: 0451 500-10700, Fax: 0451 500-10708