Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie

In Deutschland erhalten aktuell ca. 100.000 Patienten dauerhaft ein Nierenersatzverfahren (Dialyse). Jährlich nimmt die Anzahl dieser Menschen zu. Essenzielle Voraussetzung für diese lebenserhaltende Behandlung ist ein zuverlässiger Dialysezugang. Dieser besteht idealerweise aus der chirurgisch angelegten Verbindung zwischen einer Arterie und einer oberflächlichen Vene. Ein solcher Shunt fördert ausreichend Blut für eine suffiziente Dialyse bzw. Blutwäsche, liegt aber so oberflächlich, dass er sich wiederholt sicher punktieren lässt. 

Um eine ausreichend lange Punktionsstrecke für eine Dialysebehandlung mit 2 Nadeln zu schaffen, sollte die Verbindung möglichst weit entfernt vom Körperstamm angelegt werden. Dabei ist dies in 70-80% der Erstanlagen im Bereich des Handgelenks des nicht dominanten Arms möglich. Manchmal müssen kleinere operative oder endovaskuläre Korrekturen zur idealen Shuntreifung vorgenommen werden. Durch den veränderten Blutfluss und die wiederkehrenden Shunt-Punktionen im Rahmen der Dialysebehandlung kommt es im Verlauf zu verschiedenen Veränderungen der Shuntvene, u.a. der Ausbildung von längerstreckigen Verengungen oder Aneurysmata. Manche Shunts entwickeln nach ihrer Anlage oder nach Jahren der Benutzung ein "Zuviel" oder "Zuwenig" an Blutfluss. Ob ein solcher Befund einer invasiven Behandlung zugeführt werden muss, entscheiden Sie in enger Abstimmung mit Ihrem behandelnden Nephrologen und unserem interdisziplinären Shunt-Team. Im Verlauf einer langjährigen Dialysebehandlung kann es auch dazu kommen, dass der körpereigene Venenpool aufgebraucht ist und die Anlage eines Dialyseshunts durch Implantation einer Kunststoffprothese notwendig wird.

In einigen Fällen führt auch ein akutes Problem wie ein Verschluss, eine Infektion oder eine Blutung zur notfallmäßigen Vorstellung und der Notwendigkeit einer dringenden Behandlung.

Sie sind als unser Patient einzigartig und jede medizinisch wichtige Entscheidung wird in Ihrem speziellen Einzelfall getroffen. Es gibt keinen "perfekten" Shunt, aber den bestmöglichen Shunt zu einem speziellen Zeitpunkt bei einem speziellen Patienten.

Duplexsonographie

Im Rahmen unserer Sprechstunde für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie wird für Sie eine genaue Doppler- und Duplexsonographie der Arterien und Venen in der Angiologie der Medizinischen Klinik II  veranlasst. Anschließend erfolgt die ausführliche Befundbesprechung und Beratung bzgl. der empfohlenen Operation oder sonstigen Prozedur durch uns sowie die Terminplanung.

Im OP - 1

In unserem ambulanten Operationszentrum können wir insbesondere Erstanlagen und Shunt-Korrekturen durchführen. Wenn Sie die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen, können Sie noch am Tag des Eingriffs wieder nach Hause entlassen werden.

Im Hybrid-OP - 2

Für umfangreichere Prozeduren steht unser Hybrid-OP zur Verfügung, in dem ergänzend zur Operation auch die Diagnostik durch Röntgenstrahlen sowie endovaskuläre Therapieoptionen zur Verfügung stehen.

Im OP - 3

Ein außerordentlich erfahrenes Team der Anästhesiologie begleitet sie dabei und bietet nach Ihren gesundheitlichen Voraussetzungen und persönlichen Präferenzen Regional-Anästhesieverfahren sowie Analgo-Sedierung und Voll-Narkosen an.

Wir beraten Sie gern

Cornelia Peetz

Gefäßassistentin
Tel.: 0451 500-40139Fax: 40454

Notfall-Hotline

Shunt-Hotline: 0174-1760224