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DELIVER - Determinanten für leitlinieninkongruente Versorgung von älteren Krebspatientinnen und Krebspatienten

 

Forschungsfrage

Das Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, inwieweit und warum es bei älteren Menschen (≥ 70 Jahre) mit einer Krebserkrankung zu Abweichungen von Leitlinienempfehlungen kommen kann. Dies soll sowohl aus der Sicht der Betroffenen als auch aus der Perspektive der behandelnden Ärztinnen und Ärzte untersucht werden.

Hintergrund

Aus aktuellen Studien ist bekannt, dass ältere Menschen mit Krebs in Deutschland z. T. in geringerem Ausmaß leitliniengemäß behandelt werden als jüngere. Peters et al. (2015) beschrieben, dass bei älteren Brustkrebspatientinnen (≥ 70 Jahre) im Vergleich zu jüngeren seltener brusterhaltend operiert wurde und dass im Rahmen der Therapie seltener Chemotherapie, Bestrahlung und Trastuzumab eingesetzt wurden.

Für die Therapiewahl können medizinisch relevante Faktoren, wie z. B. Begleiterkrankungen, aber auch Rahmenbedingungen wie mangelnde soziale Unterstützung oder verminderte Selbständigkeit ausschlaggebend sein. Auch die Frage, was bei älteren Menschen im Einzelfall als „sinnvolle“ bzw. „sinnlose“ Behandlung angesehen wird, ist relevant. Diese Vorstellungen decken sich möglicherweise nicht mit den Leitlinienempfehlungen.

Methoden

An einem Studienkollektiv von Patientinnen und Patienten (≥ 70 Jahre) mit einer Darm- oder Brustkrebserkrankung soll exemplarisch untersucht werden, ob und aus welchen Gründen es zur Abweichung von Leitlinienempfehlungen kommt.

Es handelt sich um eine Studie mit einem Mixed-Methods-Design, in der qualitative Interviews mit einer zweizeitigen quantitativen Befragung kombiniert werden.

Im qualitativen Studienteil werden je vierzig Interviews mit Patient_innen, Angehörigen und Ärzt_innen geführt, um Faktoren, die zu einer Abweichung von Leitlinienempfehlungen führen können, zu identifizieren. Die Ergebnisse des qualitativen Studienteils dienen als Ausgangsbasis für die Entwicklung krankheitsspezifischer Fragebögen. Mit diesen werden Patientinnen und Patienten mit Darm- bzw. Brustkrebs zweizeitig (bis vier Wochen nach der Diagnosestellung und nach Ablauf von sechs Monaten) zu den Umständen der Therapiewahl, der Durchführung und ggf. eines Abbruchs befragt. Zur Beurteilung einer Abweichung von Leitlinienempfehlungen werden zudem klinische Daten der kooperierenden Kliniken in die empirische Analyse einbezogen.

Im Rahmen der Studie gibt es darüber hinaus einen philosophisch-theoretischen Studienteil, in dem ein empirisch fundiertes Modell zur Dimensionierung und Charakterisierung von "Sinnhaftigkeit" bei der Behandlung älterer Menschen mit einer Tumorerkrankung entwickelt wird.

Ansprechpartner/-in

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Prof. Dr. med. Alexander Katalinic
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Direktor
Telefon Lübeck: 0451 500-51200 | Fax: -51204

 

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Dr. Dr. Joachim Hübner
Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon Lübeck: 0451 500-51216 | Fax: -51204

 

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Andreas Heidenreich
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon Lübeck: 0451 500-51210 | Fax: -51204