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Modellprojekt zur Gesundheitsförderung für Menschen in der Übergangsphase vom Berufsleben in die Rente

Fragestellung

Das Projekt möchte Menschen frühzeitig für die Herausforderungen des Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand und die sich anschließende Phase sensibilisieren, Ressourcen und Potentiale bewusst machen und mobilisieren. Die Begleitevaluation soll eine grundsätzliche Bewertung der Machbarkeit einer solchen Intervention erlauben und Hinweise auf mögliche Effekte geben.

Hintergrund

Die Übergangsphase vom Arbeitsleben in den Ruhestand ist gekennzeichnet durch den Wegfall jahrelang gewohnter Tagesstrukturen sowie der beruflichen Rolle als Quelle von Selbstbestätigung und sozialer Einbindung. Diese Phase kann als krisenhaft erlebt werden. Die Entwicklung von realistischen Einschätzungen, ggf. neuen Perspektiven sowie die positive Bewältigung der Übergangsphase mit ihren notwendigen Umstellungen können zum Erhalt der psychischen und physischen Leistungsfähigkeit und der Gesundheit beitragen.

Eine gesunde und aktive Bevölkerungsgruppe im „Dritten Alter“ von 60 bis 80 Jahren, die ihre Zeit, Kraft und Fähigkeiten ggf. auch in den Dienst der Gemeinschaft stellt, ist im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel und der Schwächung gewachsener sozialer Strukturen eine wichtige Ressource für unsere Gesellschaft, die es zu fördern gilt.

Methoden

Die von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig - Holstein e.V. (LVGFSH) entwickelte und durchgeführte Intervention setzt sich aus einer Informationsveranstaltung bei involvierten Arbeitgebern, einer Seminarreihe und Schulung einer interessierten Gruppe aus dem Kreis der Teilnehmenden zu „Lotsen 60plus“ zusammen.

Im Rahmen der Pilotstudie werden im Prä-Post-Studiendesign Angaben zu Erwartungen, Einstellungen, Ressourcen und Ängsten zur nachberuflichen Lebensphase, Kennzahlen zur Gestaltung frei verfügbarer Zeiten sowie der Kenntnisstand zu kursrelevanten Inhalten vor, unmittelbar nach und sechs Monate nach Intervention sowie eine Kursbewertung erhoben, die eine Messung kurz- und mittelfristiger Veränderungen ermöglichen und erste Aussagen über Effekte einer solchen Intervention erlauben.

Studienregistrierung

Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00017194

Laufzeit

Oktober 2018 – September 2021

Förderer

Damp Stiftung (Projektnummer: 2017-23)

Kooperationspartner

Landesvereinigung für Gesundheitsförderung in Schleswig - Holstein e.V. (LVGFSH)

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Alexander Katalinic

Direktor
Tel.: 0451 500-51200Fax: 51204

Dipl.-Gesw. Elke Peters

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: 0451 500-51215Fax: 51204

Darmkrebs und Früherkennung - Inzidenz, Mortalität und Inanspruchnahme auf Kreisebene

Fragestellung

Sind die regionalen Raten für die Teilnahme an der Darmkrebsfrüherkennung (Koloskopie und FOBT) mit der Darmkrebsinzidenz (Gesamt- und stadienspezifisch) und Mortalität (Mortalitäts-rate bzw. Überleben) assoziiert?

Beeinflussen soziogeografische Merkmale (Siedlungsstruktur, sozioökonomische Lage der Region etc.) die Teilnahme an der Darmkrebsfrüherkennung?

Hintergrund

Die präventive Koloskopie wird seit Oktober 2002 allen gesetzlich Versicherten ab dem 55. Lebensjahr als Bestandteil des deutschen Krebsfrüherkennungsprogramms angeboten. Bislang liegen keine aussagekräftigen Daten vor, ob die Darmkrebsfrüherkennung das Krankheitsgeschehen auf Bevölkerungsebene positiv beeinflusst. Ziel des Projekts ist, den Zusammenhang von Inanspruchnahme von Darmkrebsfrüherkennungsmaßnahmen und epidemiologischen Daten auf Kreisebene zu untersuchen.

Methoden

Auf der Grundlage von vertragsärztlichen Abrechnungsdaten wird die Inanspruchnahme von Darmkrebsfrüherkennungsangeboten (Screeningkoloskopie, FOBT) auf Landes- und Kreisebene beschrieben. Die Darmkrebsepidemiologie in den jeweiligen regionalen Einheiten (Inzidenz und Mortalität) wird mit Daten der Landeskrebsregister und der amtlichen Todesursachenstatistik erfasst. Zusammenhänge werden im ökologischen Studiendesign unter Einschluss soziogeografischer Merkmale mittels Regressionsanalysen untersucht. Sensitivitätsanalysen berücksichtigen Abschätzungen von Screeningaktivitäten außerhalb der Vertragsärztlichen Versorgung (GEDA 2010, Qualitätsberichte der Krankenhäuser).

Laufzeit

Mai 2015 – Oktober 2016

Förderung

Zi -  Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland

Kooperationen

Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) und Landeskrebs-register

Die Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle durch niedergelassene Zahnärzte in Schleswig-Holstein – Überprüfung der Untersuchungsmethodik auf ihre Umsetzbarkeit

Fragestellung

Die Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle durch Inspektion der Mundschleimhäute im Rahmen der jährlich empfohlenen Kontrolluntersuchung beim niedergelassenen Zahnarzt bietet die Chance, die therapiebedingten Einschränkungen für die Patienten zu verringern und die Überlebenswahrscheinlichkeit zu verbessern.

Ziel dieses prospektiven sektorenübergreifenden regionalen Projektes ist es, erstmalig ein Konzept zur Überprüfung einer Untersuchungsmethodik (Inspektion der Mundschleimhäute) auf ihre Umsetzbarkeit und damit Machbarkeit zu überprüfen.

Hintergrund

Die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen bei Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes zeigt seit 2000 einen ansteigenden Trend von vorher jährlich 10.000 auf 13.000 inzidente Fälle in Deutschland. Gemessen an der Zahl aller Krebserkrankungen liegen diese Tumoren bei Männern jetzt an der sechst-häufigsten Stelle, bei den Frauen auf Platz 15. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Männern bei nur 48% und bei Frauen bei 61%. Ein Grund hierfür ist, dass sich zwei Drittel der Betroffenen erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium an einen Zahnarzt, Arzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen wenden. Die Diagnose in einem früheren Tumorstadium könnte die Überlebenswahrscheinlichkeit verbessern und die therapiebedingten Einschränkungen für die Patienten verringern.

Die visuelle klinische Untersuchung der Mundschleimhäute bietet eine Form der Prävention, die für den Patienten schmerzlos und nicht zeitintensiv ist sowie keine Nebenwirkungen aufweist. Sie ist in die vom Gesundheitssystem empfohlene jährliche zahnärztliche Kontrolluntersuchung integriert. Bis dato gibt es keine publizierte Studie, die die Wirksamkeit der Krebsfrüherkennung durch die visuelle Inspektion der Mundschleimhaut im Rahmen der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung durch niedergelassene Zahnärzte untersucht hat.

Ziel des Projektes ist es, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Dokumentationssystem zu entwickeln und einzuführen, anhand dessen die Umsetzung der Inspektion der Mundschleimhäute überprüft werden kann. Zeitgleich wird eine umfassende Interventionsstrategie, folgend den Anforderungen der Phase I zur Konzeptionierung komplexer Interventionen in der Versorgungsforschung für Interventionsstudien, entwickelt und überprüft. Diese erstmalige und einmalige Kombination aus Machbarkeitsprüfung und Phase I ist die Grundlage für eine darauf aufbauende cluster-randomisierte kontrollierte mehrjährige Feldstudie (CRCT). Dieser CRCT wird damit erstmalig eine Aussage mit höchster Evidenz zur die Wirksamkeit einer systematischen, standardisierten Mundschleimhautuntersuchung incl. ausführlicher Dokumentation durch niedergelassene Zahnärzte hinsichtlich einer Letalitätsreduktion bei Tumoren der Mundhöhle im Kontext eines Früherkennungsprogramms treffen können.

Methoden

Das beschriebene Projekt kombiniert erstmalig eine Machbarkeitsprüfung zur Untersuchungsmethodik (Inspektion der Mundschleimhäute und ihre Dokumentation) mit der Phase I „Modelling“ zur Konzeptionierung komplexer Interventionen in der Versorgungsforschung (Kombination von qualitativer und quantitativer Methoden (mixed-method)).

Folgende Punkte werden im Rahmen des Projektes überprüft:

Machbarkeitsprüfung:

  • der Behandlungsablauf am einzelnen Patienten durch niedergelassene Zahnärzte in ihren Praxen

  • der Behandlungsablauf am Patienten mit einer Verdachts- oder Erstdiagnose in der Klinik

  • Festlegung der Randomisierungsstrategie (Clusterrandomisierung) für die Praxen

  • Aufbau und Testung einer Datenbankstruktur (diese Struktur muss in der Lage sein, eine Kohortengröße von > 400.000 Probanden longitudinal zu verwalten)

  • Festlegung der definitiven Fallzahl für die anschließende cluster-randomisierte kontrollierte Studie

Phase I „Modelling“:

  • Testung auf Handhabbarkeit und Verständlichkeit der Studienunterlagen und Dokumentationsunterlagen (quantitativ / qualitativ)

  • Entwicklung und Überprüfung der Interventionsstrategie (quantitativ / qualitativ)

Laufzeit

12 Monate (Juli 2015 bis Juli 2016)

Förderung

Damp-Stiftung

Projektleitung

Prof. Dr. Katrin Hertrampf

Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie und plastische Operationen
Versorgungsforschung, Zahnärztin
Tel.: 0431 500-26113

Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz

Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik u. Werkstoffkunde
Leitender Oberarzt
Tel.: 0431 500-26405

Kooperationen

  • Zahnärztekammer Schleswig-Holstein

  • KZV Schleswig-Holstein

Ideelle Unterstützung :

  • Krebszentrum-Nord

  • Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung, UKSH, Campus Lübeck

  • Fachgruppe Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Prof. Dr. C. Dörfer) des Deutschen Netzwerkes Versorgungsforschung e.V.

Ansprechpartner/-in

Für die Arbeitsgruppe Phase I „Modelling“:

Dr. Eva Braun

Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Universität Bielefeld

DIMASOS 2 - Dichte-indiziertes mammographisch-sonographisches Brustkrebs-Screening

Fragestellung

In DIMASOS 2 soll untersucht werden, ob bei Frauen mit dichtem Brustgewebe durch eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung Brustkrebs gefunden werden kann, der zuvor in der Screening-Mammographie unentdeckt geblieben ist.

Weitere Ziele der Studie sind die Definition eines oberen Schwellenwertes für die Brustdichte, ab welchem der zusätzliche Ultraschall sinnvoll und nützlich ist. Zudem sollen sowohl mit Screening-Teilnehmerinnen als auch mit Ärztinnen und Ärzten Interviews geführt werden, um die Akzeptanz und Machbarkeit des neuen Verfahrens beurteilen zu können. Es soll abschließend untersucht werden, ob der zusätzliche Ultraschall kosteneffektiv in das Mammographie-Screening-Programm integriert werden kann.

Hintergrund

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren können in Deutschland alle zwei Jahre am

Mammographie-Screening-Programm teilnehmen. Die Mammographie gilt als sehr zuverlässige und gut untersuchte Maßnahme zur Brustkrebsfrüherkennung. Ein Nachteil ist jedoch, dass in sehr drüsenhaltigem Brustgewebe Krebs übersehen werden kann; denn sowohl drüsenhaltiges Brustgewebe als auch Krebs erscheinen im Röntgenbild weiß.

Eine Möglichkeit, drüsenhaltiges Brustgewebe genauer zu untersuchen, besteht in der Durchführung einer zusätzlichen Ultraschalluntersuchung. In Studien hat sich gezeigt, dass mit dem Ultraschall Krebs in sehr drüsenhaltigem Gewebe gefunden werden konnte, der in der Mammographie unentdeckt geblieben ist.

Als sehr sensible Untersuchungsmethode führt der Ultraschall jedoch zu einer höheren Rate falsch-positiver Befunde, d. h. auch harmlose oder gutartige Gewebeveränderungen werden erkannt und können zu Folgeuntersuchungen führen (z. B. Biopsien, zusätzliche bildgebende Untersuchungen).

Methoden

Das Studiendesign vereint (1) quantitative, (2) qualitative und (3) gesundheitsökonomische Arbeitsschritte (Mixed-Methods-Studie).

(1) Es sollen 30 000 Screening-Teilnehmerinnen mit dichtem Brustgewebe untersucht werden. Es wird erwartet, durch den additiven Ultraschall zusätzlich ≥2 Tumore pro 1000 Frauen zu finden. Dabei soll auch die Anzahl der zusätzlicher Biopsien und Kontrolluntersuchungen ermittelt werden.

(2) Je 10 bis 20 Interviews mit Ärztinnen und Ärzten sowie Studienteilnehmerinnen sollen durchgeführt werden, um die Vereinbarkeit des neuen Verfahrens mit dem Routineablauf in den Screening-Einheiten zu untersuchen.

(3) Gesundheitsökonomische Simulation der Auswirkungen der Mammasonographie hinsichtlich der zu erwartenden Mehrkosten bzw. Einsparungen.

Laufzeit

1.8.2019 bis 31.7.2021

Förderer

Das Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) für drei Jahre mit 3,1 Millionen Euro gefördert.

Link Innovationsfonds

Kooperation

Referenzzentrum Mammographie München

24 Screening-Einheiten bundesweit

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Alexander Katalinic

Direktor
Tel.: 0451 500-51200Fax: 51204

Dr. Susanne Elsner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: 0451 500-51213Fax: 51204

Andrea Rieck

Med. Dokumentation
Tel.: 0451 500-51283Fax: 51204