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Startseite > Forschung > FB III - Evaluation von Präventionsprogrammen > Die Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle durch niedergelassene Zahnärzte in Schleswig-Holstein – Überprüfung der Untersuchungsmethodik auf ihre Umsetzbarkeit

Die Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle durch niedergelassene Zahnärzte in Schleswig-Holstein – Überprüfung der Untersuchungsmethodik auf ihre Umsetzbarkeit

 

Fragestellung

Die Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle durch Inspektion der Mundschleimhäute im Rahmen der jährlich empfohlenen Kontrolluntersuchung beim niedergelassenen Zahnarzt bietet die Chance, die therapiebedingten Einschränkungen für die Patienten zu verringern und die Überlebenswahrscheinlichkeit zu verbessern.

Ziel dieses prospektiven sektorenübergreifenden regionalen Projektes ist es, erstmalig ein Konzept zur Überprüfung einer Untersuchungsmethodik (Inspektion der Mundschleimhäute) auf ihre Umsetzbarkeit und damit Machbarkeit zu überprüfen.

 

Hintergrund

Die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen bei Tumoren der Mundhöhle und des Rachenraumes zeigt seit 2000 einen ansteigenden Trend von vorher jährlich 10.000 auf 13.000 inzidente Fälle in Deutschland. Gemessen an der Zahl aller Krebserkrankungen liegen diese Tumoren bei Männern jetzt an der sechst-häufigsten Stelle, bei den Frauen auf Platz 15. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Männern bei nur 48% und bei Frauen bei 61%. Ein Grund hierfür ist, dass sich zwei Drittel der Betroffenen erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium an einen Zahnarzt, Arzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen wenden. Die Diagnose in einem früheren Tumorstadium könnte die Überlebenswahrscheinlichkeit verbessern und die therapiebedingten Einschränkungen für die Patienten verringern.

Die visuelle klinische Untersuchung der Mundschleimhäute bietet eine Form der Prävention, die für den Patienten schmerzlos und nicht zeitintensiv ist sowie keine Nebenwirkungen aufweist. Sie ist in die vom Gesundheitssystem empfohlene jährliche zahnärztliche Kontrolluntersuchung integriert. Bis dato gibt es keine publizierte Studie, die die Wirksamkeit der Krebsfrüherkennung durch die visuelle Inspektion der Mundschleimhaut im Rahmen der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung durch niedergelassene Zahnärzte untersucht hat.

Ziel des Projektes ist es, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Dokumentationssystem zu entwickeln und einzuführen, anhand dessen die Umsetzung der Inspektion der Mundschleimhäute überprüft werden kann. Zeitgleich wird eine umfassende Interventionsstrategie, folgend den Anforderungen der Phase I zur Konzeptionierung komplexer Interventionen in der Versorgungsforschung für Interventionsstudien, entwickelt und überprüft. Diese erstmalige und einmalige Kombination aus Machbarkeitsprüfung und Phase I ist die Grundlage für eine darauf aufbauende cluster-randomisierte kontrollierte mehrjährige Feldstudie (CRCT). Dieser CRCT wird damit erstmalig eine Aussage mit höchster Evidenz zur die Wirksamkeit einer systematischen, standardisierten Mundschleimhautuntersuchung incl. ausführlicher Dokumentation durch niedergelassene Zahnärzte hinsichtlich einer Letalitätsreduktion bei Tumoren der Mundhöhle im Kontext eines Früherkennungsprogramms treffen können.

Methoden

Das beschriebene Projekt kombiniert erstmalig eine Machbarkeitsprüfung zur Untersuchungsmethodik (Inspektion der Mundschleimhäute und ihre Dokumentation) mit der Phase I „Modelling“ zur Konzeptionierung komplexer Interventionen in der Versorgungsforschung (Kombination von qualitativer und quantitativer Methoden (mixed-method)).

Folgende Punkte werden im Rahmen des Projektes überprüft:

Machbarkeitsprüfung:

  1. der Behandlungsablauf am einzelnen Patienten durch niedergelassene Zahnärzte in ihren Praxen
  2. der Behandlungsablauf am Patienten mit einer Verdachts- oder Erstdiagnose in der Klinik
  3. Festlegung der Randomisierungsstrategie (Clusterrandomisierung) für die Praxen
  4. Aufbau und Testung einer Datenbankstruktur (diese Struktur muss in der Lage sein, eine Kohortengröße von > 400.000 Probanden longitudinal zu verwalten)
  5. Festlegung der definitiven Fallzahl für die anschließende cluster-randomisierte kontrollierte Studie

Phase I „Modelling“:

  1. Testung auf Handhabbarkeit und Verständlichkeit der Studienunterlagen und Dokumentationsunterlagen (quantitativ / qualitativ)
  2. Entwicklung und Überprüfung der Interventionsstrategie (quantitativ / qualitativ)

Laufzeit

12 Monate (Juli 2015 bis Juli 2016)

Förderung

Damp-Stiftung

Projektleitung

Prof. Dr. Katrin Hertrampf
Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie und plastische Operationen
Versorgungsforschung, Zahnärztin
Telefon Kiel: 0431 500-26113

 

Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz
Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik u. Werkstoffkunde
Leitender Oberarzt
Telefon Kiel: 0431 500-26405

 

Kooperationen

  • Zahnärztekammer Schleswig-Holstein
  • KZV Schleswig-Holstein

Ideelle Unterstützung :

  • Krebszentrum-Nord
  • Zentrum für Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung, UKSH, Campus Lübeck
  • Fachgruppe Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Prof. Dr. C. Dörfer) des Deutschen Netzwerkes Versorgungsforschung e.V.

Ansprechpartner/-in

Für die Arbeitsgruppe Phase I „Modelling“:

Dr. Eva Braun

Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Universität Bielefeld