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EMMSE – Implementierung und Prozessevaluation eines kooperativen Wiedereingliederungsmanagements

 

Fragestellung

Das Vorhaben entwickelte ein Eingliederungsmanagement für arbeitsunfähig entlassene Rehabilitanden mit Muskel-Skelett-Erkrankungen, die noch über einen Arbeitsplatz verfügten. Die Prozessevaluation der Implementierung dieses Ansatzes sollte klären, in welchem Umfang die Zielgruppe erreicht und ob die Intervention, wie geplant, umgesetzt wurde.

Hintergrund

Rehabilitative Versorgung im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung zielt auf berufliche Wiedereingliederung und die Vermeidung erwerbsminderungsbedingter Rentenzugänge. Qualitativ hochwertige Rehabilitationsprogramme sind jedoch nur eine Determinante für erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung. Neben der betroffenen Person und den Erbringern rehabilitativer Leistungen sind v. a. die Versicherungsträger und Arbeitgeber wichtige Akteure. Es ist daher notwendig, die Interessen möglichst aller Akteure zu berücksichtigen und die Bemühungen dieser koordiniert zusammenzuführen, um erfolgreiche Wiedereingliederung zu erreichen.

Das Forschungsvorhaben erprobte vor diesem Hintergrund ein neues Eingliederungsmanagement. Die Durchführung der Intervention übernahm ein in der Region Berlin-Brandenburg tätige Reha-Beraterin der Deutschen Rentenversicherung Bund. Der Eingliederungsplan wurde gemeinsam mit der betroffenen Person und dem Arbeitgeber erstellt.

Methoden

Die Implementierung der Intervention wurde durch eine unkontrollierte Beobachtungsstudie begleitet. Befragungsdaten zu Gesundheit und Arbeitsfähigkeit wurden vom Institut vor dem Erstkontakt mit der Reha-Beraterin erhoben. Aufgrund der geringen Stichprobengröße wurde von den ursprünglich geplanten Nacherhebungen abgesehen, die für 6 und 12 Monate nach dem schriftlichen Erstkontakt vorgesehen waren. Die Reha-Beraterin dokumentierte zudem die Durchführung der einzelnen Interventionskomponenten.

Eingeschlossen wurden 18- bis 60-jährige arbeitsunfähig entlassene Rehabilitanden mit Muskel-Skelett-Erkrankungen und uneingeschränkter Leistungsfähigkeit für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Eingeschlossene Personen verfügten noch über einen Arbeitsplatz und hatten im Anschluss an die Rehabilitation weder eine stufenweise Wiedereingliederung begonnen noch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragt. Diese Personen wurden durch die Deutsche Rentenversicherung Bund aufgrund der administrativ verfügbaren Daten angeschrieben und über das Vorhaben informiert.

Zusätzlich wurde im späteren Projektverlauf in ausgewählten Rehabilitationseinrichtungen direkt über das Vorhaben informiert. Die Einrichtungen sprachen dazu Personen an, die noch über einen Arbeitsplatz verfügten und ein erhöhtes Risiko hatten, dass die berufliche Wiedereingliederung nicht gelingt (arbeitsunfähig entlassen oder Wert ≥ 27 Punkte auf dem Screening-Instrument zur Erkennung des Bedarfs an Medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitation). Angesprochen wurden diese Personen nur, falls weder eine stufenweise Wiedereingliederung geplant war, noch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragt wurden.

Ausgeschlossen wurden Rehabilitanden, die eine Anschlussrehabilitation absolviert hatten.

Ergebnis

195 Personen wurden durch die Deutsche Rentenversicherung Bund angeschrieben. Sozialdienste ausgewählter Rehabilitationseinrichtungen informierten in der Zeit von August bis Oktober 2017 ebenfalls ihre Rehabilitanden über die Möglichkeit des Fallmanagements. Von den 195 durch die Deutsche Rentenversicherung Bund angeschriebenen Personen meldeten sich 62 Personen zurück. Eine weitere Rückmeldung erfolgte durch eine Person, die in einer der beteiligten Kliniken über das Fallmanagement informiert wurde. Von 48 Personen lag die Rückmeldung in Form des ausgefüllten Fragebogens vor. Weitere Rückmeldungen erfolgten telefonisch oder per E-Mail.

Ausgehend von den Rückmeldungen der potentiellen Teilnehmer waren die am häufigsten genannten Gründe, die dazu führten, am angebotenen Fallmanagement nicht teilzunehmen, eine begonnene oder abgeschlossene stufenweise Wiedereingliederung nach Abschluss der medizinischen Rehabilitation (n = 23), eine zwischenzeitliche Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit (n = 9) oder ein bereits gestellter Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (n = 7). In einigen Fällen war die angestrebte Einbeziehung des Arbeitgebers ein Grund sich gegen eine Teilnahme am angebotenen Fallmanagement zu entscheiden. Vier Personen gaben an, kein Gespräch mit dem Arbeitgeber zu wollen. Eine Person wollte bzw. konnte nicht zum bisherigen Arbeitgeber zurückkehren. Unter Berücksichtigung der Ein- und Ausschlusskriterien kamen vier Personen als Studienteilnehmer für das Fallmanagement in Frage. Diese Personen wurden durch die Reha-Beraterin begleitet.

Von den vier begleiteten Personen kehrten zwei Personen an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurück. Die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz ließ sich in keinem der beiden Fälle ursächlich auf das Fallmanagement zurückführen.

Die Falldokumentation der begleiteten Personen zeigt, dass keine Begleitung nach Plan abgeschlossen wurde. Zwei Personen kehrten bereits während des Fallmanagements in die Berufstätigkeit  zurück. Bei einer Person wurde die Betreuung abgebrochen, da eine weitere längere medizinische Behandlung notwendig war, die die geplante Dauer des Fallmanagements weit überschritten hätte. Bei der vierten Person brach die Begleitung ab, da die Möglichkeiten der Fallmanagerin ausgeschöpft waren.

Die Implementierung des Ansatzes gelang nicht. Weder wurde die antizipierte Fallzahl erreicht, noch wurden die geplanten Inhalte angemessen umgesetzt.

Laufzeit

01/2017-03/2018

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

Ansprechpartner

 

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208