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Startseite > Forschung > FB IV - Rehabilitationsforschung > EVA-MBOR – Evaluation der MBOR-Strategie der Deutschen Rentenversicherung Bund in der Orthopädie

EVA-MBOR
Evaluation der MBOR-Strategie der Deutschen Rentenversicherung Bund in der Orthopädie



Fragestellung

Die Studie überprüfte die Wirksamkeit der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) unter Realbedingungen. Sie untersuchte zudem, ob die richtigen Personen eine MBOR erhalten und wie die MBOR durchgeführt wird.

Hintergrund

Mit der MBOR wurden in den vergangenen Jahren Rehabilitationsprogramme mit einem verstärkten Arbeits- und Berufsbezug in Diagnostik und Therapie entwickelt. Diese Rehabilitationsprogramme zielen darauf ab, die berufliche Teilhabe besonders stark beeinträchtigter Personen durch eine verstärkte Berücksichtigung individueller Arbeitsanforderungen und dafür erforderlicher Fähigkeiten zu verbessern.

Randomisierte kontrollierte Studien bei Personen mit Muskel-Skelett-Erkrankungen haben einen absoluten Effekt von 20 Prozentpunkten auf stabile Rückkehr in Arbeit im Vergleich zur herkömmlichen medizinischen Rehabilitation (MR) gezeigt. Zur Implementierung der MBOR wurden von der Deutschen Rentenversicherung Bund seit 2014 Fachabteilungen zugelassen, in denen die MBOR durchgeführt wird. Die Evaluationsstudie sollte die Wirksamkeit der MBOR unter realen Versorgungsbedingungen überprüfen.

Methoden

Eingeschlossen wurden Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Bund mit bewilligter orthopädischer Rehabilitation. Die Teilnehmer erhielten entweder eine herkömmliche MR oder eine MBOR. Um balancierte Stichproben zu erhalten, wurde ein Propensity Score Matching durchgeführt. Zur Berechnung der Wirksamkeit wurden Fragebogendaten genutzt, welche 10 Monate nach Abschluss der Rehabilitation erhoben wurden.

Ergebnisse

1282 Rehabilitanden wurden in die Analysen eingeschlossen (mittleres Alter: 52,4 Jahre; 75,3 % weiblich). Die Teilnehmer der MBOR kehrten häufiger in Arbeit zurück als Teilnehmer der MR (OR = 1,42; 95 % KI: 1,02 bis 1,96) und schätzten ihre Arbeitsfähigkeit besser ein (b = 0,38; 95 % KI: 0,05 bis 0,72). Außerdem kehrten sie früher in Arbeit zurück. Subgruppenanalysen zeigten, dass vor allem Personen mit hohem Teilhaberisiko und einer hohen wahrgenommenen Behandlungsdosis von einer MBOR profitierten. Die absolute Risikodifferenz für eine stabile Rückkehr in Arbeit betrug 20 Prozentpunkte bei Patienten mit einem hohen Teilhaberisiko und gleichzeitig einer hohen wahrgenommenen Behandlungsdosis. Der in den randomisierten kontrollierten Studien erreichte Effekt konnte nur in dieser Subgruppe repliziert werden.

Die Teilnahme an einer MBOR zeigt auch in der realen Versorgung positive arbeitsbezogene Teilhabeeffekte. Diese sind jedoch geringer als die aus randomisierten kontrollierten Studien bekannten Effekte. Eine homogene Umsetzung der MBOR entsprechend dem Anforderungsprofil der Deutschen Rentenversicherung Bund sowie eine Behandlung der intendierten Zielgruppe können die Effekte in der realen Versorgung erhöhen.

Studienregistrierung

Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00009780

Laufzeit

12 / 2015 - 03 / 2018

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

Kooperation

Deutsche Rentenversicherung Bund

Universität Würzburg, Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften

Ansprechpartner/-in

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Miriam Markus
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon Lübeck: 0451-9299-5118

 

Publikation

  • Neuderth S, Schwarz B, Gerlich C, Schuler M, Markus M, Bethge M. Work-related medical rehabilitation in patients with musculoskeletal disorders: the protocol of a propensity score matched effectiveness study (EVA-WMR, DRKS00009780).BMC Public Health 2016;16:804; doi: 10.1186/s12889-016-3437-7.

  •  Markus M, Bethge M. Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation. RP Reha 2017;2:5-11

  • Bethge M, Markus M, Streibelt M, Gerlich C, Schuler M. Implementing the German model of work-related medical rehabilitation: Did the delivered dose of work-related treatment components increase? Arch Phys Med Rehabil 2018;99:2465-71; doi:10.1016/j.apmr.2018.06.018

  • Bethge M, Markus M, Streibelt M, Gerlich C, Schuler M. Effects of nationwide implementation of work-related medical rehabilitation in Germany: Propensity score matched analysis. Occup Environ Med 2019;76:913-9