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EVA-VMO – Evaluation der verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitation bei Rehabilitanden mit Muskel-Skelett-Erkrankungen



Fragestellung

In der Studie wurde die Wirksamkeit (Ergebnisqualität) der verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitation (VOR) bei Rehabilitanden mit Muskel-Skelett-Erkrankungen unter realen Versorgungsbedingungen überprüft. Darüber hinaus wurde geprüft, welche Leistungen im Rahmen der VOR erbracht wurden (Prozessqualität).

Hintergrund

Mit der VOR wurde in den vergangenen Jahren ein multimodales Rehabilitationsprogramm entwickelt, das sich an Rehabilitanden mit Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischer Komorbidität oder Problemen bei der Krankheitsbewältigung richtet. Durch ein intensiviertes psychologisches und bewegungstherapeutisches Gruppenangebot soll die Teilhabe dieser Zielgruppe gesichert werden.

Befunde aus kontrollierten und randomisiert kontrollierten Studien geben Hinweise auf die klinische Wirksamkeit („Efficacy“) von verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitationsprogrammen. Bestätigt wurden günstige Effekte auf Depressivität, Schmerzbewältigungsstrategien, Schmerzintensität und subjektive Gesundheit. Diese Studien waren jedoch durch sorgfältig definierte Ein- und Ausschlusskriterien charakterisiert und evaluierten zwar multimodale Programme mit intensivierter Psychotherapie, nicht jedoch die in der Versorgungsroutine implementierte VOR in der heutigen Form. Die Identifizierung der Zielgruppe und die Umsetzung der diagnostischen und therapeutischen Anforderungen sind in der Versorgungsroutine noch immer herausfordernd. Daher ist es wichtig zu überprüfen, ob die VOR auch unter regulären Versorgungsbedingungen zu besseren Ergebnissen führt („Effectiveness“).

Methoden

Eingeschlossen wurden Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Bund mit bewilligter orthopädischer Rehabilitation. Daten wurden mittels schriftlicher Befragung vor Beginn der Rehabilitation sowie drei und zehn Monate nach Rehabilitationsende erhoben. Ergänzend wurden administrative Daten aus den Rehabilitations- und Versichertenkonten genutzt. Die Wirksamkeit der VOR unter realen Versorgungsbedingungen wurde mittels eines Propensity Score gematchten Vergleichs von VOR und herkömmlicher medizinischer Rehabilitation geprüft. Zusätzlich wurden individuelle und einrichtungsbezogene Moderatoren der Wirksamkeit geprüft.

Ergebnisse

Die Analysen der erbrachten therapeutischen Leistungen zeigten, dass die VOR bisher nur teilweise und heterogen implementiert ist. Teilnehmer der VOR waren zehn Monate nach der Rehabilitation nicht häufiger in Arbeit als vergleichbare Teilnehmer einer herkömmlichen medizinischen Rehabilitation. Sie berichteten aber von einer besseren subjektiven Arbeitsfähigkeit, einer besseren körperlichen Funktionsfähigkeit, besseren Selbstmanagementfähigkeiten, geringeren Schmerzbeeinträchtigungen und besseren Angst-Vermeidungs-Überzeugungen. Stratifizierte Analysen zeigten höhere Vorteile der VOR bei stark belasteten Rehabilitanden. Eine Per-Protocol-Analyse zeigte bis zu zweimal höhere Effekte, wenn die Mindesttherapiedosis erbracht wurde.

Studienregistrierung 

Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00016404

Laufzeit

01 / 2018  -  06 / 2019

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

 

Ansprechpartner

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Miriam Markus
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon Lübeck: 0451-9299-5118