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Startseite > Forschung > FB IV - Rehabilitationsforschung > EX-PLORE II: Validierung explorierter Problemlagen in der orthopädischen Rehabilitation

EX-PLORE II - Validierung explorierter Problemlagen in der orthopädischen Rehabilitation

 

Fragestellung

Ziel des Projektes war es, die in der Studie „EX-PLORE: Exploration von Problemlagen in der orthopädischen Rehabilitation“ herausgearbeiteten Problemlagen und Subgruppen an einem repräsentativen Sample zu validieren. Die Studie zielte zudem auf die Anpassung und Dissemination der in der Vorgängerstudie erstellten Praxistools.

Hintergrund

Neben der herkömmlichen medizinischen Rehabilitation gibt es in der orthopädischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung zwei weitere Behandlungskonzepte für Patienten mit besonderen Problemlagen: die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation und die verhaltensmedizinisch orientierte Rehabilitation. Mit dem Ziel, diese spezifischen Problemlagen der Rehabilitanden weiter abzugrenzen und zu schärfen, wurden in der Vorgängerstudie „EX-PLORE: Exploration von Problemlagen in der orthopädischen Rehabilitation“ sieben Problemlagen identifiziert. Zentrale Differenzkriterien waren psychische Komorbidität, besondere berufliche Problemlagen, private und/oder berufliche Belastungen sowie der Grad der subjektiven Schmerzwahrnehmung und Schmerzbeeinträchtigung. Jede Problemlage war durch eine für sie spezifische Kombination von Merkmalsausprägungen (gering/selten, mittel/moderat, stark/häufig) charakterisiert. Da das qualitative Studiendesign keine Generalisierung auf die Grundgesamtheit sowie Aussagen über die Prävalenz der identifizierten Problemlagen zulässt, wurden die herausgearbeiteten Problemlagen in der Studie „EX-PLORE II: Validierung explorierter Problemlagen in der orthopädischen Rehabilitation“ an einem repräsentativen Sample überprüft.

Methoden

Das Forschungsvorhaben war als repräsentative Querschnittstudie angelegt. Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Bund mit bewilligter stationärer orthopädischer Rehabilitation wurden einmalig per Fragebogen befragt. Zusätzlich wurden aus den Versichertenkonten der Studienteilnehmer u. a. die Entlassungsdiagnosen und die dokumentierten therapeutischen Leistungen extrahiert. In die Analysen eingeschlossen wurden alle Versicherten mit der Hauptdiagnose chronischer Rückenschmerz (ICD-10 Diagnoseschlüssel gemäß Reha-Therapiestandards). Ausgeschlossen wurden Patienten in der Anschlussrehabilitation. Die Identifizierung von typischen Patientenprofilen erfolgte mittels latenter Profilanalyse.

Ergebnisse

Drei Profile konnten mit Hilfe einer explorativen latenten Profilanalyse in der Gesamtstichprobe identifiziert werden. Die Ergebnisse der weiteren Analysen sprechen für eine quantitative Abstufung der einzelnen Problemlagen hinsichtlich ihrer Ausprägung in den Differenzkriterien. Rehabilitanden in Profil 1 berichteten vor allem schmerzbedingte Funktionsbeeinträchtigungen. Diese Beeinträchtigungen sind in Profil 2 und 3 jeweils nochmals stärker ausgeprägt. Rehabilitanden in Profil 2 weisen in allen Differenzkriterien mäßige Werte und Rehabilitanden in Profil 3 hohe Werte auf.

Weitere Profilanalysen in der realen Versorgung, also stratifiziert nach Zuweisung der Rehabilitanden in eine der drei Behandlungsformen, stimmten zumindest teilweise mit den in der qualitativen Vorgängerstudie identifizierten Problemlagen, ergänzt um drei weitere Problemlagen, überein. Insbesondere die drei neuen Problemlagen scheinen jedoch Zuweisungsfehler abzubilden, da diese nicht den intendierten Zielgruppen entsprechen.

Die Ergebnisse sprechen für eine Abstufung der Schwere der Gesamtsymptomatik von Rehabilitanden mit chronischem Rückenschmerz in drei Stufen. Die Ergebnisse der nach tatsächlicher Behandlungsform stratifizierten Analysen sind maßgeblich durch die tatsächliche Zuweisung beeinflusst. Die Ausprägung in den Differenzkriterien entspricht dabei nur teilweise den Zuweisungskriterien in den Anforderungsprofilen der Deutschen Rentenversicherung. In allen drei Rehabilitationsprogrammen gibt es Personen, die nicht der intendierten Zielgruppe entsprechen.

Laufzeit

01/2016-12/2017

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

Kooperation

Deutsche Rentenversicherung Bund

Ansprechpartner

 

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Miriam Markus
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon Lübeck: 0451-9299-5118