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IV-LTA - Individuelle Verläufe von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben



Fragestellung

Im Fokus der Untersuchung standen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund. Anhand einer Kohorte von Versicherten mit bewilligten Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wurden die Allokation konkreter Leistungen, der Prozess der Inanspruchnahme von Leistungen sowie die Ergebnisse dieser Leistungen untersucht.

 

Hintergrund

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben kommen in Betracht, wenn Personen ihre ursprünglich erlernte bzw. hauptsächlich ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ohne Veränderung der Arbeitsbedingungen bzw. der individuellen Kompetenzen ausüben können. Sie umfassen ein vielfältiges Leistungsspektrum und reichen von Leistungen an den Arbeitgeber (Eingliederungszuschüsse), Leistungen zur Erhaltung/Erlangung eines Arbeitsplatzes (Tisch, Stuhl etc.) über Integrationsbemühungen (Trainings von Kompetenzen, Erwerb von Fertigkeiten, Integrationsmanagement) bis hin zu Qualifizierungen (Teil- und Vollqualifikationen). In der Forschung werden v. a. teil- und vollqualifizierenden Leistungen thematisiert. Beispielsweise haben zwei Übersichtsarbeiten die Ergebnisse zu möglichen Prädiktoren für den Wiedereingliederungserfolg und die beobachteten Eingliederungsquoten dieser Leistungsarten zusammengefasst. Allerdings werden der prozesshafte Charakter und die Möglichkeit von Leistungsketten, die das Leistungsgeschehen kennzeichnen, bei der segmentierten Betrachtung von Einzelleistungen ausgeblendet. Dadurch ergeben sich viele offene Fragen. Diese betreffen insbesondere die Allokation von Leistungen sowie die Wirksamkeit des Prozesses.

 

Methoden

Die Studie wurde als Kohortenstudie durchgeführt. Dies ermöglichte es, die Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten an einer Stichprobe von Personen mit bewilligten Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu modellieren. Neben der Bestimmung von Determinanten für die Inanspruchnahme verschiedener Leistungen und Leistungsketten war so auch die vergleichende Überprüfung von Behandlungseffekten möglich.

Eingeschlossen wurden Personen, die im Zeitraum Januar bis Juni 2016 eine Bewilligung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben durch die Deutsche Rentenversicherung Bund erhalten haben. Ausgeschlossen wurden Personen mit einer in den vorangegangenen zwei Jahren abgeschlossenen Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie Personen mit früheren Rentenanträgen und Rentenleistungen. Die Erstbefragung erfolgte zeitnah nach dem Versand des Bewilligungsbescheids. Darüber hinaus wurden drei Nachbefragungen durchgeführt.

 

Ergebnisse

Die Leistungsverläufe in der betrachteten Stichprobe waren sehr individuell. Häufigste Leistungsarten waren Integrationsleistungen und Vollqualifizierungen. Etwa ein Viertel der Personen mit dem Grunde nach bewilligten Leistungen erhielt keine Leistungen. Wir konnten feststellen, dass Personen ohne Leistungen nach der Bewilligung einen eher schlechteren Gesundheitszustand bereits bei der Erstbefragung berichteten. Sowohl bei Integrationsleistungen als auch Vollqualifizierungen konnten typische längere und kürzere Leistungsverläufe festgestellt werden. In beiden Gruppen schienen sich Personen zu befinden, bei denen die entsprechende Hauptleistung nur verkürzt stattfand und möglicherweise abgebrochen wurde. In beiden Gruppen berichteten Personen mit diesen kürzeren Leistungen einen schlechteren Gesundheitszustand als Personen mit längeren bzw. regulär langen Leistungen. Gesundheitliche Veränderungen fanden über den Beobachtungszeitraum sowohl bei Personen mit Leistungen als auch ohne Leistungen in nur sehr geringem Ausmaß statt, am ehesten noch bei Voll- und Teilqualifizierungen. Der stärkste Einflussfaktor auf einen Leistungsverlauf und das Ergebnis von Leistungen schien die gesundheitliche Ausgangssituation zum Zeitpunkt der Bewilligung zu sein. Es deutete sich an, dass Personen mit einer Leistung eher erwerbstätig waren als Personen ohne Leistungen. Ein geringer erwerbsbezogener Effekt von Leistungen blieb auch unter Kontrolle soziodemografischer und gesundheitsbezogener Variablen bestehen. Personen mit Leistungen an den Arbeitgeber profitierten am stärksten hinsichtlich einer Erwerbstätigkeit.

 

Studienregistrierung

Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00009910

 

Laufzeit

01 / 2016 - 12 / 2020

 

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

 

Ansprechpartner/-in

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Bild von Annika Sternberg
Annika Sternberg
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon Lübeck: 0451-9299-5117

 

Publikationen

Bethge M, Sternberg A. Gesundheitliche Effekte eines Leistungsbeginns bei Personen mit bewilligter Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Die Berufliche Rehabilitation 2019; 33:126-37