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Startseite > Forschung > FB IV - Rehabilitationsforschung > MBOR-I-Update - Implementierung medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitation im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Nord: ein Update

MBOR-I-Update -
Implementierung medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitation im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Nord: ein Update


 

Fragestellung

Die Studie prüfte, ob und in welchem Umfang die Empfehlungen des Anforderungsprofils zur Durchführung der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) in der rehabilitativen Versorgung von Menschen mit Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischen Erkrankungen umgesetzt werden.

Hintergrund

Die Implementierung medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitationsprogramme stellt für Rehabilitationszentren eine erhebliche Herausforderung dar. Eine 2016 veröffentlichte Studie untersuchte die Implementierung der MBOR für Rehabilitanden mit Muskel-Skelett-Erkrankungen in drei von der Deutschen Rentenversicherung Nord federgeführten Einrichtungen und zeigte, dass die Empfehlungen des Anforderungsprofils weitgehend erfüllt wurden. Andere bundesweite Studien legen nahe, dass die Varianz der umgesetzten berufsorientierten diagnostischen und therapeutischen Dosis weiterhin erheblich ist und Abweichungen von der empfohlenen Behandlungsdosis zu einer Reduktion der Effekte führen. Inzwischen bietet die Deutsche Rentenversicherung die MBOR auch für psychische Erkrankungen an. Eine aktuelle Analyse des Implementierungsgrades der MBOR in den von der Deutschen Rentenversicherung Nord belegten orthopädischen und psychosomatischen Rehabilitationseinrichtungen fehlte bislang.

Methoden

Für die Analysen wurden administrative Daten von Teilnehmern einer MBOR und Teilnehmern einer herkömmlichen MR verwendet. Diese wurden durch die Deutsche Rentenversicherung zur Verfügung gestellt. Eingeschlossen wurden Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Nord, die im Zeitraum von 01. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018 entweder eine MBOR oder eine MR erhalten hatten und regulär entlassen wurden. Eingeschlossen wurden Personen, die zu Beginn ihrer Rehabilitation zwischen 18 und 65 Jahre alt waren und deren Rehabilitation aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen oder psychischen Erkrankungen bewilligt wurde. Primäres Zielkriterium war die Gesamtdosis berufsorientierter diagnostischer und therapeutischer Leistungen.

Ergebnisse

Für unsere Analysen verwendeten wir Daten von 11.752 Personen aus 15 orthopädischen Einrichtungen und 3919 Personen aus sechs psychosomatischen Abteilungen. Sowohl in den orthopädischen als auch den psychosomatischen Abteilungen waren Teilnehmer einer MBOR deutlich stärker beeinträchtigt als Teilnehmer einer herkömmlichen MR.

In den orthopädischen Abteilungen erhielten Teilnehmer einer MBOR im Durchschnitt knapp eine Stunde berufsbezogene Diagnostik, knapp eineinhalb Stunden psychosoziale Arbeit, rund drei Stunden berufsbezogene Gruppen und fast sieben Stunden Arbeitsplatztraining. Insgesamt war die berufsbezogene Gesamtdosis in der MBOR neun Stunden höher als in der MR. Neun von 15 Einrichtungen erreichten die im Anforderungsprofil empfohlene Mindestdosis von elf Stunden.

In den psychosomatischen Abteilungen erhielten Teilnehmer einer MBOR im Durchschnitt etwa eine Viertelstunde berufsbezogene Diagnostik, rund eine Stunde psychosoziale Arbeit, knapp sechs Stunden berufsbezogene Gruppen und etwas mehr als drei Stunden Arbeitsplatztraining. Insgesamt war die berufsbezogene Gesamtdosis in der MBOR knapp sechs Stunden höher als in der MR. Keine der sechs psychosomatischen Abteilungen erreichte die berufsorientierte Behandlungsdosis von 17 Stunden, die sich für eine fünfwöchige Rehabilitation aus dem Anforderungsprofil ergibt.

Zwischen den Rehabilitationseinrichtungen variierte die Umsetzung der berufsorientierten Leistungen deutlich, am stärksten im Modul der berufsorientierten Diagnostik.

Die in den orthopädischen Einrichtungen implementierten medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitationsprogramme bilden die Empfehlungen des Anforderungsprofils weitgehend ab. In den psychosomatischen Einrichtungen ist der Implementierungsgrad der MBOR deutlich geringer. Herausfordernd ist v. a. die Umsetzung der berufsorientierten Diagnostik und des Arbeitsplatztrainings. Zentrale Schulungen zu verfügbaren diagnostischen Verfahren, z. B. dem auf Schlüsselqualifikationen gerichteten Instrumentarium zur Diagnostik von Arbeitsfähigkeiten (www.miro-gmbh.de/de/ida/), könnten die Implementierung der MBOR in den psychosomatischen Abteilungen unterstützen.


Laufzeit

10 / 2019 - 12 / 2019

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Nord

Ansprechpartner

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208
 


Publikationen

Katja Spanier, Marco Streibelt, Friat Ünalan, Matthias Bethge web-based intervention to promote applications for rehabilitation: a study protocol for a randomized controlled trial