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Startseite > Forschung > FB IV - Rehabilitationsforschung > MSTVK – Aufbau und Implementierung eines multimodalen, sektoren- und trägerübergreifenden Versorgungskonzeptes bei Majoramputationen

MSTVK
Aufbau und Implementierung eines multimodalen, sektoren- und trägerübergreifenden Versorgungskonzeptes bei Majoramputationen


 

Fragestellung

Die Studie untersucht die Effektivität eines multimodalen, sektoren- und trägerübergreifenden Versorgungskonzeptes bei Majoramputation der unteren Extremitäten. Das neue Versorgungskonzept erweitert die bisherige Rehabilitation nach einer Beinamputation u.a. um eine ambulante rehabilitative Komplexbehandlung und eine zentrale Versorgungskoordinatorin zur Steuerung der Nachversorgung.

Hintergrund

In Deutschland werden jährlich etwa 60.000 Beinamputationen durchgeführt. Majoramputationen stellen für die Betroffenen einen äußerst belastenden Eingriff dar. Die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe dieser Menschen ist stark gefährdet und die gemeinsame Bewältigung der Teilhaberisiken eine große Herausforderung. Zentrale Ziele der Behandlung nach Majoramputationen sind der Erhalt der Selbständigkeit, die soziale Integration, die Fortführung der privaten und beruflichen Aktivitäten und der Erhalt der Mobilität. Aufgrund der komplexen Problemlage der Patienten erfordert die adäquate Versorgung ein multiprofessionelles Team aus fachärztlichen und therapeutischen Akteuren.

Die derzeitige Versorgungskette nach einer Beinamputation wird den Bedarfen vieler Betroffener jedoch nicht im vollen Umfang gerecht. Die fachmedizinische Behandlung und Stumpfnachsorge sowie die Hilfsmittelversorgung kann derzeit nicht überall optimal gewährleistet werden. Häufig mangelt es an interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer langfristig kontinuierlichen therapeutischen Betreuung sowie einer individualisierten Hilfestellung im Rahmen der vielen Schnittstellen im gegliederten Gesundheitssystem. In Folge einer nicht optimalen Versorgung können erhebliche Beeinträchtigungen der Mobilität und Selbstversorgung der Betroffenen auftreten. Dies kann zu einer erhöhten Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen und weiteren kostenintensiven medizinischen Maßnahmen und Unterstützungsleistungen führen.

Das multimodale, sektoren- und trägerübergreifende Versorgungskonzept stellt einen Lösungsansatz dar, diese Versorgungslücke zu schließen. Der Schwerpunkt des Konzepts sieht eine ambulante rehabilitative Komplexbehandlung sowie eine am individuellen Bedarf orientierte sektoren- und trägerübergreifende Koordination von Versorgungsleistungen und die lebenslange Einbindung in ein Unterstützungsnetzwerk vor.

Methoden

Die Untersuchung ist als nicht-randomisierte kontrollierte Studie angelegt. Teilnehmendewerden zu fünf Messzeitpunkten über einen Zeitraum von 12 Monaten  schriftlich befragt. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe werden in der herkömmlichen Versorgung rekrutiert. Teilnehmer der Interventionsgruppe werden im Rahmen des multimodalen, sektoren- und trägerübergreifenden Versorgungskonzeptes versorgt. Primäres Zielkriterium ist die körperliche Funktionsfähigkeit. Sekundäre Zielkriterien sind gesellschaftliche Teilhabe, Arbeitsfähigkeit, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Mobilität, Schmerz, Angst und Depressivität sowie Zufriedenheit mit der Versorgung. Die quantitative Erhebung wird durch leitfadengestützte Patienten- und Experteninterviews ergänzt, um die Implementierung vertiefend zu beschreiben und Determinanten einer erfolgreichen Umsetzung abzuleiten.

 

Studienregistrierung

Deutsches Register Klinischer: DRKS00014664

Laufzeit

01 / 2018 - 06 / 2021

Förderung

Innovationsauschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss

Kooperation

Prof. Dr. Christoph Gutenbrunner, Medizinischen Hochschule Hannover, Klinik für Rehabilitationsmedizin,

KRH Klinikum Lehrte, Lehrte

KRH Klinikum Neustadt am Rübenberge, Neustadt am Rübenberge

KRH Klinikum Nordstadt, Hannover

KRH Klinikum Siloah, Hannover

Diakovere Annastift, Hannover

Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Klinik für Unfallchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Ansprechpartner

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Stella Lemke
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Telefon Lübeck: 0451 500-51282 | Fax: -51208

 

Hannes Banaschak
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon Lübeck: 0451 500-51286 | Fax: -51208

 

Publikationen

  • Egen C, Ranker A, Höpner K, Sturm C, Gutenbrunner C, Fink M, Banaschak H, Lemke S, Bethge M, Schiller J. Schließung der rehabilitativen Lücke nach Majoramputation der unteren Extremität. Praxisbericht aus einem Innovationsfondsprojekt des Gemeinsamen Bundesausschusses. RP Reha 2020;5:27-37