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Startseite > Forschung > FB IV - Rehabilitationsforschung > Reha-Regio – Regionale Determinanten für die Wiedereingliederung nach medizinischer Rehabilitation

Reha-Regio
Regionale Determinanten für die Wiedereingliederung nach medizinischer Rehabilitation


 

Fragestellung

Unsere Studie untersuchte, inwiefern regionale Merkmale die Wiedereingliederung ins Erwerbsleben nach medizinischer Rehabilitation beeinflussen. Darüber hinaus sollte geklärt werden, ob regionale Merkmale den Einfluss personenbezogener Merkmale auf die Wiedereingliederung ins Erwerbsleben moderieren.

Hintergrund

Die medizinische Rehabilitation zielt auf Verbesserung und Wiederherstellung von Erwerbsfähigkeit, um Erwerbsminderung vor dem regulären Renteneintritt zu verhindern oder aufzuschieben. Die Rückkehr in Arbeit ist daher ein zentraler Indikator, um den Erfolg der medizinischen Rehabilitation zu bewerten. Dies gilt nicht nur für Studien, die die Wirksamkeit rehabilitativer Programme bewerten, sondern auch für den Vergleich der Ergebnisqualität zwischen Rehabilitationseinrichtungen. Ob ein Rehabilitand nach einer abgeschlossenen medizinischen Rehabilitation wieder ins Erwerbsleben zurückkehrt, ist allerdings auch von Faktoren abhängig, die er selbst oder auch die Rehabilitationseinrichtung nicht beeinflussen kann. Merkmale des Wohnortes des Rehabilitanden, wie die Struktur des Arbeitsmarktes oder die Erreichbarkeit und das Vorhandensein medizinischer Versorgung, können neben individuellen Merkmalen und der Qualität der durchgeführten Leistung ebenfalls einen Einfluss auf die berufliche Wiedereingliederung haben.

Methoden

In unserer Kohortenstudie wurde auf zwei Datenquellen zurückgegriffen: personenbezogene Daten des Scientific Use Files „Abgeschlossene Rehabilitation im Versicherungsverlauf 2008 bis 2015“ und aggregierte raumbezogene Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung („Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung“, INKAR). Diese beiden Datenquellen wurden auf Bundeslandebene verknüpft. Eingeschlossen wurden Personen im Alter von 30 bis 63 Jahren mit Wohnort in Deutschland, deren Rehabilitation aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, psychischen Erkrankungen, Neubildungen oder kardiovaskulären Erkrankungen bewilligt wurde und die zwischen 2008 und 2015 an einer entsprechenden Rehabilitation teilgenommen hatten (normale Leistung zur medizinischen Rehabilitation oder Leistung zur medizinischen Rehabilitation wegen Krebs). Primäres Zielkriterium war die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit zwölf Monate nach der Inanspruchnahme einer medizinischen Rehabilitation. Sekundäre Zielkriterien waren der Bezug von Arbeitslosengeld, sonstigen Leistungen und Erwerbsminderungsrenten.

Ergebnisse

Die Analysestichprobe umfasste 457.793 Personen (48,1 % Frauen). Das Durchschnittsalter betrug 48,3 Jahre (SD = 7,3). Knapp 60 % der Personen bezogen im Monat vor Beginn der Rehabilitation versicherungspflichtiges Entgelt. Ein Jahr nach Ende der Rehabilitationsmaßnahme lag dieser Anteil bei knapp zwei Drittel. Eine höhere Arbeitslosenquote und eine höhere regionale Facharztdichte reduzierten die Wahrscheinlichkeit, dass Teilnehmer einer medizinischen Rehabilitation ein Jahr nach Abschluss der Rehabilitation erwerbstätig waren. Neben diesen Haupteffekten konnten wir in unseren Modellen auch Wechselwirkungen der beiden regionalen Merkmale mit individuellen Merkmalen beobachten. Am häufigsten konnten wir eine moderierende Wirkung der beiden regionalen Merkmale beobachten, wenn Einflussfaktoren zukünftiger Erwerbstätigkeit geprüft wurden. Wir konnten zehn signifikante Wechselwirkungen individueller Merkmale mit der regionalen Arbeitslosenquote und sieben signifikante Wechselwirkungen individueller Merkmale mit der regionalen Facharztdichte identifizieren. Diese Wechselwirkungen führten zu einer statistisch bedeutsamen Reduktion oder Verstärkung der prognostischen Bedeutung individueller Merkmale. Besonders deutlich waren der sich mit zunehmender regionaler Arbeitslosenquote verstärkende Vorteil der Erwerbstätigkeit vor der Rehabilitation und der sich mit zunehmender regionaler Arbeitslosenquote verstärkende Nachteil einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit.

Regionale Determinanten, wie die regionale Arbeitslosenquote und die regionale Facharztdichte, haben einen Einfluss auf die Rückkehr in Erwerbstätigkeit nach medizinischer Rehabilitation. Regionale Determinanten beeinflussen zudem wie bestimmte personenbezogene Determinanten auf die zukünftige Erwerbstätigkeit wirken: Sie können den Einfluss personenbezogener Determinanten verstärken oder abschwächen. In Analysen mit überregionalen Stichproben sollten regionale Determinanten als Haupteffekte und in der Wechselwirkung mit personenbezogenen Determinanten berücksichtigt werden. Dies sollte nach Möglichkeit jedoch kleinteiliger als in unseren Analysen erfolgen.

Laufzeit

03 / 2018 - 06 / 2019

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund

Ansprechpartner

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208

 

Dr. Katja Spanier, M.A.