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SUP-MR -
Suizidprävention in der Medizinischen Rehabilitation



Fragestellung

Die Studie untersucht die diagnostische Genauigkeit (Sensitivität und Spezifität) eines einfachen Screenings auf Suizidalität. Als Screening wird das 9-Item Depressionsmodul des Patient Health Questionnaire (PHQ-9), insbesondere das darin vorgesehene Suizidalitätsitem, genutzt. Eine Prozessevaluation begleitet das von der Mühlenbergklinik implementierte Suizidpräventionskonzept.

Hintergrund

Der Suizid gehört zu den sieben häufigsten Gründen für eine Verkürzung unserer Lebenszeit. In Deutschland nehmen sich jährlich mehr als 9000 Menschen das Leben. Suizidale Patienten werden häufig selbst dann nicht identifiziert, wenn sie vor einer suizidalen Handlung Kontakt zur Gesundheitsversorgung hatten.

Der in Rehabilitationseinrichtungen eingesetzte PHQ-9 ist ein kurzer Selbstauskunftsfragebogen zum Screening depressiver Befindlichkeit. Er umfasst neun Fragen. Die Antworten des Patienten werden zu einem Summenwert addiert, der den Grad der Depressivität anzeigt. Mit der Frage: „Haben Sie Gedanken, dass Sie lieber tot wären oder sich Leid zufügen möchten?“ soll auf das Vorliegen von Suizidalität geschlossen werden. Ob das Item geeignet ist, um suizidale Gedanken zu erkennen und ggf. Behandlungsangebote zu vermitteln, ist unklar.

Methoden

Die Studie wird als Querschnittstudie in der Mühlenbergklinik – Holsteinische Schweiz durchgeführt. Die Genauigkeit der Identifikation von Suizidalität mithilfe des PHQ-9 wird bei Rehabilitanden der Mühlenbergklinik anhand einer konsekutiv erhobenen Stichprobe zu Beginn der Rehabilitation bestimmt. Als Referenzstandard für das Vorliegen von Suizidalität dient die Columbia Suicide Severity Rating Scale (C-SSRS). Alle Studienteilnehmer werden zunächst mit dem PHQ-9 gescreent. Anschließend wird unabhängig vom Ergebnis des Screenings und ohne Kenntnis des Ergebnisses des Screenings die Suizidalität mit der C-SSRS bewertet. Ein positives Ergebnis in der C-SSRS ist definiert als Suizidgedanken mit Handlungsintention oder zurückliegendes suizidales Verhalten. Als Grenzwerte für eine mögliche Suizidalität wird für das Item 9 des PHQ-9 ein Wert > 0 festgelegt, für den Gesamtwert des PHQ-9 ein Wert > 14.

Alle Patienten, die entweder für das Item 9 des PHQ-9 einen Wert > 0 angeben (mindestens an einzelnen Tagen Gedanken, lieber tot zu sein, oder sich Leid zufügen zu wollen) oder im PHQ-9 einen Summenwert > 14 erreichen (schwere depressive Symptomatik) oder in der C-SSRS ein positives Ergebnis erzielen, werden für weitere Diagnostik und Behandlung einem Psychologischen Psychotherapeuten oder einem Facharzt für Psychosomatische Medizin zugewiesen. Informationsmaterial zum Thema Suizidalität wird an die Patienten ausgegeben. Hilfreiche Anlaufstellen für die Zeit nach der Rehabilitation werden den Patienten mitgeteilt.

Alle Patienten bearbeiten am Ende der Rehabilitation einen Fragebogen, in dem sie die Maßnahmen (C-SSRS-Interview zur Abklärung von Suizidalität, gegebenenfalls weitere Diagnostik und Behandlung, Ausgabe von Informationsmaterial) bewerten.

Studienregistrierung

Die Studienregistrierung erfolgt im Deutschen Register Klinischer Studien.

Laufzeit

09 / 2020 - 02 / 2022

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Nord

Kooperation

Mühlenbergklinik – Holsteinische Schweiz

Ansprechpartner

Bild von Matthias Bethge
Prof. Dr. Matthias Bethge
Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
Leitung, Sektion: Rehabilitation und Arbeit
Telefon Lübeck: 0451 500-51280 | Fax: -51208