Campus Kiel - Luftbild

Klinik für Nuklearmedizin, molekulare Bilddiagnostik und Therapie

icon-nuklearmedizin

Die Klinik für Nuklearmedizin, molekulare Bilddiagnostik und Therapie umfasst eine eigene Station mit einem sogenannten Kontrollbereich, der 8+2 Betten umfasst und in dem Patientinnen und Patienten mit offenen radioaktiven Stoffen unter stationären Bedingungen behandelt werden können.

Zusätzlich werden in unserer Ambulanz Patientinnen und Patienten wegen gutartiger und bösartiger Erkrankungen untersucht und behandelt.

Wir bieten Ihnen in unserer Klinik nicht zuletzt aufgrund der klinikeigenen Radiopharmazie, die ein Alleinstellungsmerkmal in Schleswig-Holstein darstellt und die Herstellung von modernsten Tracern für Diagnostik und Therapie unter GMP-Bedingungen ermöglich, nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie auf höchstem universitärem Niveau.

Es stehen modernste bildgebende Geräte wie PET/CT und SPECT/CT sowie eine Doppelkopfkamera und eine dezidierte Schilddrüsenkamera sowie mehrere Ultraschallgeräte zur Verfügung. Zusätzlich ist die Klinik durch die Teilnahme an nationalen und internationalen Studien in die universitäre Forschung integriert.

Die Klinik für Nuklearmedizin ist Teil des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH) am UKSH.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

PD Dr. Ulf Lützen

Klinik für Nuklearmedizin, Molekulare Bilddiagnostik und Therapie
Komm. Direktor, Facharzt für Diag. Radiologie und Nuklearmedizin, Arzt für Palliativmedizin
Tel.: 0431 500-16800

Dr. med. Marlies Marx

Klinik für Nuklearmedizin, Molekulare Bilddiagnostik und Therapie
Oberärztin, Fachärztin für Nuklearmedizin, stellv. akad. Leitung

Dipl.-Med. Michaela Lürken

Klinik für Nuklearmedizin, Molekulare Bilddiagnostik und Therapie
Oberärztin, Fachärztin für Nuklearmedizin, stellv. klin. Leitung

Leistungsangebot für die Onkologie

Onkologische Diagnostik

Die spezifische Suche nach Tumoren bzw. Metastasen ist eine der Kernaufgaben der nuklearmedizinischen Diagnostik.

Um Krebsgeschwulste mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) darzustellen, bedarf es einer Spürsubstanz (Tracer), die sich in den kranken Zellen anreichert und im Bild "aufleuchtet".

Die meisten Krebsarten lassen sich mit dem Standardtracer18F-FDG (Glukose) darstellen. Allerdings gibt es auch Tumoren, die aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften (z. B. sehr langsames Wachstum) nur bedingt mit Glukose detektiert werden können. Für diese spezifischen Fragestellungen stehen andere hochspezialisierte Tracer zur Verfügung, die eine sichere und zuverlässige Darstellung der krankhaften Prozesse gestatten.

Es stehen unterschiedliche PET/CT-Tracer zur Verfügung, die bei unterschiedlichen Tumorentitäten als Untersuchungsmöglichkeit angewendet werden können.

Die zur Verfügung stehenden Tracer sind unter anderem F-18-FDG zur Diagnostik des Glukosemetabolismus, beispielsweise bei Bronchialkarzinom oder malignen Lymphomen. Darüber hinaus gibt es spezifische Tracer, beispielsweise F-18-FET zur Diagnostik von Rezidiven von hirneigenen Tumoren. Außerdem steht F-18- bzw. Ga-68-markiertes PSMA zur Diagnostik des Prostatakarzinomrezidivs zur Verfügung. Zur Diagnostik neuroendokriner Tumorerkrankungen besteht die Möglichkeit mit Ga-68-Dotatate PET/CT eine Ausbreitungsdiagnostik sowie auch die Möglichkeit zur Überprüfung einer Therapieoption mittels einer systemischen Radionuklidtherapie zu überprüfen. Weitere Tracer sind F-18-MISO als Hypoxie-Marker sowie F-18-Dopa zur Diagnostik von ebenfalls neuroendokrinen bzw. chromaffinen Tumorerkrankungen. Zusätzlich soll in naher Zukunft die Diagnostik von Tumorerkrankungen mittels Ga-68-FAPI (Fibroblasten-Aktivierungsprotein-Inhibitor) möglich sein. 

Die Wächter-Lymphknoten-Diagnostik führen wir bei bei unterschiedlichen Tumorentitäten, beispielsweise dem malignen Melanom, dem Merkelzellkarzinom, dem Mammakarzinom, dem Vulvakarzinom, dem Peniskarzinom und dem Prostatakarzinom als Vorbereitung auf eine folgende Operation als minimal invasives Verfahren zum Lymphknotenstaging durch.

Ebenfalls für die Diagnostik neuroendokriner Tumoren eignen sich die Gamma-Nuklide In-111-Octreotid sowie Tc-99m-Tektrotyd. I-123-MIBG wird bei Tumoren der Neuralleiste oder Phäochromozytomen angewandt.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Verfahren auf der Webseite der Klinik

Übersicht:

TracerFragestellung
F-18-FDGGlukosemetabolismus maligner Tumoren
F-18-FETAminosäuretransport hirneigener Tumoren bzw. deren Rezidive
F-18 und Ga-68-PSMARezeptorvermittelte Ligandendiagnostik bei PC-Rezidiven
Ga-68 DOTATATERezeptorvermittelte Ligandendiagnostik bei NET
F-18-DOPARezeptorvermittelte Ligandendiagnostik bei NET
F-18-MISOHypoxiemarker maligner Tumoren

Therapie

Die Klinik für Nuklearmedizin bietet die stationäre Therapie von endokrinen malignen Tumorentitäten, insbesondere des Schilddrüsenkarzinoms durch die Radiojodtherapie an. Außerdem werden zahlreiche weitere Tumorerkrankungen (NET, PC) mittels systemischer Radionuklidtherapie behandelt. Der gesamte Stationsbereich ist entsprechend den gesetzlichen Vorschriften ein sog. Kontrollbereich, in dem sich außer den Patientinnen und Patienten nur speziell strahlenschutzrechtlich unterwiesenes Personal aufhalten darf. Die Betreuung der Patientinnen und Patienten erfolgt rund um die Uhr durch ein engagiertes und kompetentes Pflegeteam. Erfahren Sie hier mehr.

Kostenübernahme

Einige der modernen PET-Tracer stehen leider per se nicht von vornherein gesetzlich-versicherten Patientinnen und Patienten unproblematisch zur Verfügung.

Hierzu zählen spezielle Fragestellungen zur Untersuchung bestimmter Tumorentitäten mittels F-18-FDG. Des Weiteren die Diagnostik mit Ga-68-Dotatate sowie Ga-68- bzw. F-18-PSMA sowie F-18-FET.

Hier sollte ggf. im Vorfeld einer angedachten PET/CT-Diagnostik zuvor eine verbindliche Kostenzusage bei der entsprechenden Krankenkasse eingeholt werden. Wir sind Ihnen hierbei selbstverständlich mit entsprechenden Formularen behilflich.

Spezielle Kooperationen

Aufgrund des Alleinstellungsmerkmals einer klinikeigenen Radiopharmazie am Standort Kiel des UKSH besteht eine Kooperation zur Versorgung der Sektion für Nuklearmedizin am UKSH Campus Lübeck mit radioaktiven Therapeutika wie z. B. Lu-177-PSMA und –DOTATATE.  Des Weiteren existieren Kooperationen mit dem Städtischen Krankenhaus Kiel, dem Helios-Klinikum Schleswig, dem FEK Neumünster sowie dem Westküstenklinikum Heide/Brunsbüttel zur nuklearmedizinischen Versorgung der dort jeweils stationär behandelten Patientinnen und Patienten.

Der Fachbereich Nuklearmedizin ist in die AZ gGmbH des UKSH integriert. Zusätzlich ist die Klinik Bestandteil der Vereinbarung zur ambulanten spezialärztlichen Versorgung (ASV) für ausgewählte Tumorentitäten, beispielsweise des Gastrointestinaltraktes.

Informationen für Patientinnen und Patienten