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Klinik für Strahlentherapie Campus Lübeck

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Als Teil des Universitären Cancer Centers Schleswig Holstein (UCCSH) und als eine der renommiertesten Kliniken für Strahlentherapie in Deutschland (FOCUS-Ranking) decken wir das gesamte Spektrum der modernen Radioonkologie und Strahlentherapie inklusive zahlreicher Spezialbehandlungen ab.

Wir behandeln Patientinnen und Patienten mit bösartigen Tumoren sowie mit gutartigen Erkrankungen im ambulanten und stationären Bereich. Von besonderer Bedeutung sind hierbei personalisierte Behandlungskonzepte, die die individuelle Situation unserer Patientinnen und Patienten besonders berücksichtigen.

Auf unserer Station mit 13 Betten werden unter anderem Chemotherapien parallel zur Bestrahlung durchgeführt. Patientinnen und Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung erhalten bei Bedarf eine palliativmedizinische Betreuung durch ein multiprofessionelles Team.

Für die Bestrahlung stehen zwei moderne Linearbeschleuniger mit integriertem Computertomographen (Cone-Beam-CT) und der Möglichkeit zur atemgesteuerten Bestrahlung (Atemgating) sowie ein modernes Brachytherapie-Gerät zur Verfügung. Besondere Leistungen beinhalten ferner Hochpräzisions-Techniken wie Radiochirurgie, Köperstereotaxie, intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT), volumenmodulierte Therapie (VMAT) und bildgeführte Strahlentherapie (IGRT).

Klinische Schwerpunkte sind neben der Behandlung von bösartigen Tumoren die Therapie von Metastasen und Rezidiv-Tumoren. Wissenschaftliche Schwerpunkte beinhalten vor allem die palliative Radioonkologie inklusive der Behandlung von Metastasen, kombinierte Radio-Chemotherapien sowie den Einsatz der Brachytherapie.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Leitung

Prof. Dr. Dirk Rades

Klinik für Strahlentherapie
Chefarzt Klinik für Strahlentherapie
Tel.: 0451 500-45400Fax: 45404

Koordination

Dr. Kirsten Hakelberg

Klinik für Strahlentherapie
Leitende Oberärztin
Tel.: 0451 500-45410Fax: 45404

Qualitätsmanagement

Gabriele Thewes

Klinik für Strahlentherapie
Leitende MTRA

Leistungsspektrum der Klinik für Strahlentherapie

Hochpräzisions-Bestrahlung

Die Klinik für Strahlentherapie am Campus Lübeck verfügt über eine 20-jährige Erfahrung im Bereich der Hochpräzisions-Strahlentherapie und ist diesbezüglich weit überregional anerkannt. Präzise und schonende Therapieverfahren sind für die Behandlung aller Krebsarten vorhanden. Besonders hervorzuheben ist die atemgesteuerte Bestrahlung (Deep Inspiration Breath Hold, DIBH) zur Schonung von Herz und Lunge bei der Behandlung von Brustkrebs. Ebenfalls von Bedeutung ist die Hippocampus-Schonung zur Verringerung des Risikos für Gedächtnisstörungen bei der Bestrahlung von Hirnmetastasen.

Informationen zu unserer technischen Ausstattung finden Sie hier.

Radiochemotherapie

Unsere Klinik ist auf die Radiochemotherapie und die Radioimmuntherapie von bösartigen Erkrankungen spezialisiert und hat hierzu zahlreiche Artikel in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht. Eine Chemotherapie parallel zur Bestrahlung erfolgt vornehmlich bei Kopf-Hals-Tumoren, Lungenkrebs, Sarkomen, Hirntumoren, Gebärmutter(hals)krebs, Speiseröhrenkrebs sowie Rektum- und Analkarzinomen.

Bestrahlung von Metastasen und Rezidiven

Alle Patientinnen und Patienten erhalten je nach Bedarf intensive unterstützende Maßnahmen durch ein multiprofessionelles Team inklusive Pflegeüberleitung und Sozialdienst. Unsere Klinik gilt weltweit als eine der führenden Institutionen bei der Behandlung von Knochen- und Hirnmetastasen. Metastasen an anderen Lokalisationen behandeln wir ebenfalls mit Hilfe moderner Verfahren. Stationäre Patienten mit einem palliativmedizinischen Bedarf werden durch ein multiprofessionelles Team, das besonders auf palliative Patientinnen und Patienten in der Strahlentherapie spezialisiert ist, unterstützt.

Das innovative Konzept des PRO-Teams (PRO = Palliative Radioonkologie) wurde 2008 in der Klinik für Strahlentherapie am Campus Lübeck entwickelt. Es hat national und international Anerkennung erhalten, unter anderem durch ein Portrait in einem Organ der US-Amerikanischen Gesellschaft für Radioonkologie. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Klinik ist die erneute Strahlentherapie in vorbestrahlten Arealen, z.B. bei Auftreten eines Tumorrezidivs. Hierbei berücksichtigen wir in besonderem Maße strahlenbiologische Aspekte und setzen moderne Techniken und Kombinationen mit Systemtherapien ein.

Brachytherapie

Unsere Klinik ist auch auf dem Gebiet der Brachytherapie in hohem Maße anerkannt und diesbezüglich nationale und internationale Ausbildungsstätte. Der Einsatz der Brachytherapie erfolgt bei einer ganzen Reihe bösartiger Tumoren, insbesondere bei gynäkologischen Tumoren, Prostatakrebs, Kopf-Hals-Tumoren, Brustkrebs (Teilbrustbestrahlung), Speiseröhrenkrebs und Sarkomen.

Forschung und Lehre

Die Klinik für Strahlentherapie am Campus Lübeck ist wissenschaftlich sehr aktiv und unter anderem an etwa 30 wissenschaftlichen Publikationen pro Jahr beteiligt. Wir leiten mehrere nationale und internationale Studien. Auch ist unsere Klinik ein wichtiger Partner in zwei von der EU geförderten INTERREG-Projekten, an dem Institutionen aus Schleswig-Holstein und Dänemark beteiligt sind. Vorträge auf weltweit renommierten Kongressen und an anderen Universitäten im Ausland wie Harvard Medical School runden unser wissenschaftliches Profil ab.

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte unserer Klinik entsprechen der besonderen Spezialisierung in der Krankenversorgung und beinhalten die Behandlung von Metastasen und Rezidiven, Kombinationen von Bestrahlung und Chemo- bzw. Immuntherapie sowie die Brachytherapie.

Wir sind weltweit sehr gut vernetzt und arbeiten wissenschaftlich mit führenden Kliniken zusammen. Darüber hinaus kommen regelmäßig Mitglieder verschiedener Berufsgruppen aus dem Ausland zur Ausbildung nach Lübeck, unter anderem Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Internationalen Atom-Energie-Organisation.

Die Lehre ist ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld unserer Klinik. Neben der Ausbildung von Studierenden der Medizin engagieren wir uns auch in der Lehre in anderen Studiengängen der Universität zu Lübeck und der Fachhochschule Lübeck. Darüber hinaus verfügt unsere Klinik über die volle Weiterbildungsbefugnis zum Facharzt für Strahlentherapie sowie zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Auch bieten wir die Weiterbildung zum Medizinphysikexperten (Fachkunde) an. Ferner tragen wir zur Ausbildung von Medizinisch-Technischen Röntgenassistenten und zur Fachweiterbildung für die Pflege in der Onkologie bei.

Klinische Studien

Wir nehmen an diversen nationalen und internationalen Studien teil und leiten mehrere Studien, unter anderem zur Behandlung von Metastasen, Kopf-Hals-Tumoren und Lungenkrebs. Unsere Klinik verfügt über ein internationales Netzwerk zur Durchführung multizentrischer Studien.

Alle klinischen Studien des UCCSH finden Sie hier

Supportive Angebote

Patientinnen und Patienten und deren Angehörige haben die Möglichkeit unsere vielfältigen supportiven Angebote kostenlos in Anspruch zu nehmen. Wir möchten Sie neben der medizinischen Behandlung bestmöglich während allen Phasen Ihrer Krebserkrankung begleiten und unterstützen. Erfahren Sie hier mehr über unser supportives Angebot.

Hinweise für Patientinnen und Patienten

Warum Strahlentherapie?

Strahlentherapie ist eine wirksame Methode zur Heilung einer Krebserkrankung oder zur Linderung von Symptomen in einer palliativen Situation. Die Strahlentherapie ist auch bei nicht mehr operierbaren Tumoren wirksam. Die Risiken einer Strahlentherapie sind gering. In vielen Fällen ist die Bestrahlung eine schonende Alternative zu einer ausgedehnten Operation. Manche fortgeschrittene und deshalb nicht mehr vollständig entfernbare Tumore lassen sich durch eine Strahlentherapie heilen.

Was muss bestrahlt werden?

Tumoren breiten sich in die Umgebung aus. Der Tumor ist bei einer mikroskopischen Untersuchung fast immer größer, als er mit bloßem Auge erscheint. Diese mikroskopisch kleinen Absiedlungen reagieren gut auf energiereiche Röntgenstrahlen. Auch wenn ein Tumor vollständig entfernt wurde, können kleine Tumorzellnester in der Umgebung zurückgeblieben sein. Dann ist eine Nachbestrahlung sinnvoll. Auch wenn keine Operation durchgeführt wird, ist es notwendig, auch die gesund erscheinende Umgebung des Tumors mit einer niedrigeren Dosis zu bestrahlen.

Ziele einer Strahlentherapie

Eine Strahlentherapie wird oft in Kombination mit einer Operation eingesetzt, zumeist nach dem Eingriff, um mikroskopisch kleine Tumorreste zu vernichten. Die Strahlentherapie kann die Behandlungsergebnisse nach einer Operation verbessern und in bestimmten Situationen eine größere Operation ersetzen. Bei den meisten Brusttumoren ist eine brusterhaltende Operation gefolgt von einer Bestrahlung mindestens so wirksam wie eine Radikalentfernung der Brust. In bestimmten Situationen kann durch die Bestrahlung ein Organ- bzw. Funktionserhalt erreicht werden, z.B. bei kleineren Kehlkopftumoren oder Harnblasenkrebs. Bei der Mehrzahl der Patientinnen und Patienten, die ein Strahlentherapie erhalten, ist das Ziel die Heilung der Erkrankung. Ist eine Heilung nicht möglich, kann die Strahlentherapie sehr erfolgreich zur lokalen Kontrolle der Erkrankung, zur Linderung belastender Symptome und zum Erhalt bzw. zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt werden.  

Risiken und Nebenwirkungen

In den letzten Jahren hat die Strahlenbehandlung große Fortschritte gemacht. Die Behandlung ist schmerzlos und kann häufig ambulant durchgeführt werden. Vorübergehende Nebenwirkungen an den Organen im Strahlenfeld sind häufig nicht vermeidbar. Sie bilden sich in aller Regel nach der Strahlenbehandlung innerhalb von Tagen bzw. weniger Wochen zurück. Bei manchen Erkrankungen wie Kopf-Hals-Tumoren oder Speiseröhrenkrebs sind vorübergehende schwere Nebenwirkungen unvermeidlich. In diesen Fällen ist nicht selten eine intensivere (oft stationäre) Begleitbehandlung erforderlich. Das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis (Vorteile der Behandlung im Verhältnis zu möglichen Risiken) wird für jeden einzelnen Patienten genau abgewogen, um eine möglichst sichere und gleichzeitig effektive Behandlung zu ermöglichen.    

Technische Aspekte der Strahlentherapie

Die Bestrahlung erfolgt zumeist von außen (extern). Für eine präzise Bestrahlung benötigt man energiereiche Röntgenstrahlen. Diese werden in einem Linearbeschleuniger erzeugt. Die entsprechenden Bestrahlungspläne werden von speziell ausgebildeten Medizinphysikexperten mit Hilfe moderner Computerprogramme berechnet. Durch den Fortschritt in der Rechentechnik können auch sehr komplizierte Bestrahlungstechniken schnell und sicher berechnet werden. Allerdings veranschlagen wir für die Bestrahlungsplanung mehrere Tage, um die bestmögliche und schonendste Behandlung zu gewährleisten. Anhand des Bestrahlungsplans können wir die Strahlendosis im Zielgebiet und in den benachbarten Organen ermitteln und unter anderem das mögliche Risiko für Spätfolgen abschätzen. Die reine Bestrahlungszeit, in der das Gerät den Patienten bestrahlt, beträgt etwa 1-2 Minuten pro Sitzung. Die Strahlen selbst sind für den Patienten nicht spürbar und somit schmerzlos. Das Risiko für Nebenwirkungen ist bei den heute verwendeten Techniken gering. Die Strahlentherapie kann auch bei älteren Patienten oder bei Patienten mit hohem Narkoserisiko als Alternative zu einer Operation eingesetzt werden. In der Regel bestrahlt man nicht nur den Tumor, sondern auch einen Saum von gesundem Gewebe in der Umgebung, weil sich der Krebs bereits mikroskopisch ausgebreitet haben könnte. In manchen Situationen ist es aber angebracht, äußerst präzise nur die Tumorregion zu bestrahlen. Dafür stehen Bestrahlungsverfahren mit besonderer Präzision wie die Strahlenchirurgie zur Verfügung. Unsere Klinik verfügt über mehrere Hochpräzisionstechniken. Jeder Patient wird mit dem für seine individuelle Situation am besten geeigneten Verfahren behandelt.  

Radiochemotherapie (Kombination von Strahlen- und Chemotherapie)

Eine Chemotherapie kann die Strahlenwirkung verstärken (Strahlensensibilisierung). Die Dosis einer solchen Chemotherapie ist zumeist vergleichsweise gering und birgt weniger Risiken als intensivere Therapien bei anderen Erkrankungen (z.B. Brustkrebs oder Leukämien). Eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie, entweder als alleinige Therapie oder in Kombination mit einer Operation, ist bei vielen Tumorarten die Standardbehandlung.

Brachytherapie

Unter Brachytherapie versteht man Strahlentherapie, bei der die Strahlenquelle direkt in oder sehr nahe an das zu bestrahlende Gebiet im Körper gebracht wird. Die Bestrahlung erfolgt also von innen. Dieses Spezialverfahren kommt bei verschiedenen Tumoren in Betracht, unter anderem bei Gebärmutter(hals)krebs, Brustkrebs, Prostatakrebs und Kopf-Hals-Tumoren. Die Klinik für Strahlentherapie am Campus Lübeck ist auf dieses Verfahren spezialisiert und verfügt über eine hervorragende technische Ausstattung und besondere Kompetenzen.

Rehabilitation

Oft sind Patienten nach einer intensiven Krebsbehandlung für längere Zeit geschwächt.  Manchmal bestehen auch nach Ende der Therapie noch für einige Wochen (zumeist leichte) Nebenwirkungen. Um möglichst schnell wieder gesund und leistungsfähig zu werden, kann eine Rehabilitation sinnvoll sein. Es gibt in Norddeutschland mehrere auf die Nachbehandlung nach Krebserkrankungen spezialisierte Reha-Kliniken. Falls Sie diese Möglichkeit nutzen möchten, sprechen Sie uns bitte an.

Nachsorge

Nach Abschluss der Strahlentherapie erfolgen regelmäßige strahlentherapeutische Nachsorgen durch uns. Diese finden unabhängig von den tumorspezifischen Nachsorgen statt, die von den entsprechenden Fachärzten durchgeführt werden.