Gemeinsame Entscheidungsfindung in unserer Klinik
In der Urologie am UKSH in Kiel treffen wir Entscheidungen gemeinsam, auch bekannt als Shared Decision Making (SDM). Ärzt:innen und Patient:innen treffen medizinische Entscheidungen miteinander. Es wird offen über alle Behandlungsmöglichkeiten gesprochen. Dabei geht es um den Nutzen, die Risiken und die Wünsche der Patient:innen. Auch ihre Lebensumstände sind wichtig.
Gerade in der Uroonkologie (urologische Krebsarten), etwa bei Prostata-, Nieren- oder Blasenkrebs, existieren oft mehrere anerkannte Behandlungsmöglichkeiten: Operation, Strahlentherapie, Überwachung oder eine Kombination aus mehreren Therapien. Welche Option die individuell Beste ist, hängt von medizinischen Faktoren und Ihren persönlichen Präferenzen und Vorlieben ab. SDM berücksichtigt medizinische Fakten und individuelle Werte. So können wir gemeinsam maßgeschneiderte Therapieentscheidungen treffen.
Wir setzen Entscheidungshilfen, standardisierte Informationsmaterialien und validierte Gesprächsformate ein. Wir wollen, dass Patient:innen informiert und einbezogen sind – von der Diagnose bis zur Nachsorge.
Das sind die Vorteile
Sie erfahren, welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen
Sie erhalten klare Informationen zu den Therapien, sowie den Vor- und Nachteilen
Wir berücksichtigen Ihre Wünsche und Ihren Lebensalltag
Wir entscheiden uns gemeinsam für eine Therapie, die zu Ihnen passt
Was ist Shared Decision Making?
Erfahren Sie in diesem 3-min Video kurz und anschaulich, worum es bei SDM geht.
Inhalt einfügen!
Sollten Sie das Video gerade nicht ansehen können, hier die Kernaussage: Die Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte verfügen über eine medizinische und pflegerische Expertise. Diese ist aber generisch in dem Sinne, dass sie nicht ohne weiteres auf Sie anwendbar ist. Andererseits haben Sie die Expertise für sich selbst, Ihr Leben, und Ihre Präferenzen. Nur gemeinsam können wir die Entscheidung treffen, die für Sie individuell am besten passt. Mehr über Gemeinsame Entscheidungsfindung erfahren Sie beim Nationalen Kompetenzzentrum Shared Decision Making.
Ausgezeichnet versorgt…

Eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe genießt bei uns oberste Priorität. Alle sinnvoll anwendbaren Behandlungsmöglichkeiten werden erläutert. Wir sprechen offen mit Ihnen über die jeweiligen Vor- und Nachteile und darüber, welche Option am besten zu Ihnen und Ihrem Leben passt, bevor wir gemeinsam eine Entscheidung treffen. Damit wir diesem Anspruch gerecht werden können, haben alle unsere Ärztinnen und Ärzte ein umfangreiches SDM-Training durchlaufen und mindestens zwei individuelle Feedback-Coachings nach dem SHARE TO CARE Standard erhalten.
Dies resultierende hohe Qualität zeigt sich in der Auszeichnung der Klinik für Urologie am UKSH, Campus Kiel, als zertifizierte Klinik für Shared Decision Making (SDM).
Klicken Sie hier, falls Sie mehr über das SDM-Zertifikat und die Prüfkriterien erfahren möchten.
…und noch mehr
Obgleich das SHARE TO CARE Zertifikat eine hohe SDM-Qualität bescheinigt, gehen wir noch einen Schritt weiter. Im EU-geförderten Interreg-Projekt DAILY SDM kooperieren wir eng mit Dänischen Kliniken und Experten, um unser SDM-Level noch weiter zu steigern, hoch zu halten, und dauerhaft in der Klinik zu verankern. Aus dieser Kooperation sind unter anderem zwei neue Maßnahmen entstanden, die exklusiv in der Urologie am UKSH, Campus Kiel, praktiziert werden: SDM-Teacher und SDM-Board.
SDM-Teacher
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Einführung, mehr aber noch bei der Aufrechterhaltung von SDM in einer Klinik, ist die Motivation von innen. Dazu wurde im DAILY SDM-Projekt ein Teach-The-Teacher Konzept entwickelt, bei dem Mitarbeiter der Klinik professionsübergreifend von SDM-Experten zu Lehrern ausgebildet werden. Diese SDM-Teacher haben nun die Aufgabe, ihr eigenes Team in allen Belangen, die mit SDM zusammenhängen, zu unterstützen, zu motivieren, und regelmäßige SDM-Schulungen durchzuführen. Gemeinsame Entscheidungsfindung ist nicht nur eine Maxime für ärztliche Gespräche, sondern ein Leitbild, das für uns in allen Bereichen des Kontakts mit Patienten gilt. Daher verfügt die Urologie über jeweils zwei ausgebildete SDM-Teacher in den drei Bereichen Ärzteschaft, Ambulanzpflege, und Stationspflege.
SDM-Board
Shared Decision Making ist nicht eine einmalige Intervention, sondern eine grundlegende Haltungsänderung, die über alle Gesundheitsprofessionen hinweg gelebt werden muss.

In der Urologie am UKSH (Kiel) erfährt SDM daher die volle Unterstützung der Führungsebene in allen klinischen Bereichen. Im SDM-Board kommen die Ärztliche Direktion, die Pflegeleitung der Station, und die Ambulanzleitung im Quartalsturnus mit den SDM-Teachern zusammen. Hier werden der jeweils aktuelle Stand der SDM-Implementierung besprochen, Erfahrungen und Anregungen ausgetauscht, und neue Maßnahmen zur Steigerung und Aufrechterhaltung des SDM-Levels beschlossen.
Machen Sie mit
Shared Decision Making bezeichnet die Gemeinsame Entscheidungsfindung. SDM funktioniert deshalb auch am besten, wenn es gemeinsam von beiden Seiten betrieben wird. Machen Sie deshalb mit, und beteiligen Sie sich an der gemeinsamen Entscheidung. Wir möchten Sie dazu ermutigen, Ihre Sorgen und Wünsche aktiv in das Gespräch mit einzubringen. Ihr Gegenüber weiß nur, was Ihnen wichtig ist, und was zu Ihrem Leben passt – und was nicht – wenn Sie es ihm sagen. Dabei können Ihnen die folgenden Fragen helfen:
Welche Möglichkeiten habe ich?
(inklusive Abwarten und Beobachten)Was sind die Vorteilung und Nachteile jeder dieser Möglichkeiten
(und wie wahrscheinlich ist es, dass diese Vorteile und Nachteile bei mir auftreten?)Was bedeutet das für mich?
(Wie gut passen die Möglichkeiten zu meinem Präferenzen bzw. Wünschen?)
Entscheidungshilfen
Komplexe medizinische Themen klar und verständlich
Wenn Ihnen eine medizinische Diagnose mitgeteilt wird, gehen Ihnen vermutlich viele Gedanken durch den Kopf. Persönliche Sorgen über den Umgang mit der Erkrankung oder Ängste um Ihre Familie rücken dabei oft in den Vordergrund. In einer solchen Ausnahmesituation ist es verständlich, dass medizinische Informationen nur schwer aufgenommen und behalten werden können. Vielleicht fragen Sie sich nach dem Gespräch was die Ärztin oder der Arzt eigentlich gesagt hat, oder Sie möchten sich auf das nächste Gespräch vorbereiten.

Deshalb stellen wir Ihnen spezielle Informationsmaterialien zur Verfügung, die Ihnen auch außerhalb des Arztgesprächs den Zugang zu verlässlichen, wissenschaftlich fundierten Informationen ermöglichen. Unsere Entscheidungshilfen fassen die wichtigsten Vor- und Nachteile der Therapieoptionen für Sie übersichtlich zusammen. Ergänzt werden sie durch ärztliche Videokommentare und persönliche Erfahrungsberichte anderer Patientinnen und Patienten.
Eine allgemeine Entscheidungshilfe finden Sie hier:
Spezifisch steht Ihnen zur Zeit zwei Entscheidungshilfen zum Prostatakrebs im frühen Stadium (Niedrigrisiko) zur Verfügung. Wenn Sie oder ein Angehöriger eine entsprechende Diagnose haben, dann sprechen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, um einen Zugangscode zu erhalten.
Sie haben bereits einen Code? Dann klicken Sie auf einen der folgenden Links, um sich einzuloggen:
