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„Stolperfalle“ Gespräch: der Arztbesuch

Das Gespräch mit dem Arzt ist immer der erste Schritt zur Bekämpfung körperlicher und psychischer Probleme. Doch gerade bei Erektionsproblemen berichten viele Männer, dass es ihnen unangenehm ist, dieses sensible Thema dem Arzt gegenüber anzusprechen. Oberarzt Dr. Osmonov hat den Arzt-Patientenkontakt genau analysiert und legt besonders großen Wert auf die umfangreiche Aufklärung seiner Patienten.

Der Verlauf des Gesprächs zwischen dem Patienten und seinem Arzt ist eines der Hauptkriterien im Behandlungskonzept. Dabei vermischen sich oft Mythos und Realität. Fakt ist, dass das Gespräch über erektile Dysfunktion in 76% der Fälle eine Initiative des Patienten ist und des Arztes nur in 19% (Fisher W et al. JMHG 2005*).

Über die Kompetenz der Ärzte oder das Problembewusstsein der Patienten sagen diese Zahlen allerdings nichts aus. Im Folgenden soll daher ein genauerer Blick auf den Arzt-Patientenkontakt geworfen werden. Einer Studie zufolge würden es viele Patienten begrüßen, wenn ihr Arzt sie aktiv nach ihren intimen Problemen fragen würde. Unter den Ärzten sehen 95% der Urologen und 92 % der Hausärzte kein Problem darin, mit den Patienten über erektile Dysfunktion zu sprechen, doch nur 16 % der Urologen und 22% der Hausärzte greifen das Thema von sich aus auf (Fisher W et al. JMHG 2005).

Unsicherheit auf beiden Seiten

Mögliche Gründe für die Zurückhaltung auf Seiten des Arztes sind:

  • das Empfinden von Unbehagen und Peinlichkeit
  • mangelnde Ernstnahme des Problems
  • ein Gefühl mangelnder Kompetenz
  • Angst den Patienten zu verletzen
  • ein Gefühl „nicht berechtigt” zu sein über das Thema zu sprechen
  • Probleme aus Altersunterschieden
  • praxisökonomische Gründe.

Mögliche Gründe für die Zurückhaltung auf Seiten des Patienten sind:

  • Thema zu sensibel/peinlich/ privat
  • derzeit keine Lust sich damit zu beschäftigen
  • Problem „nur vorübergehend“, Problem „nicht medizinisch”
  • Bedenken den Arzt mit dem Thema zu behelligen
  • „es ist schließlich kein Notfall” (Fisher W et al. JMHG 2005).

Aufklärung

Diese Daten zeigen, ebenso wie die Erfahrungen aus der Kieler Klinik, dass das Thema Impotenz nach wie vor mit einem Tabu belegt ist. Häufig setzt ein Verdrängungsprozess bei den Männern ein, nach aktueller Studienlage lassen sich nur 20% der Betroffenen behandeln.

Gleichzeitig gilt jedoch eine erfüllte und zufriedene Sexualität als wichtige Komponente für Lebensqualität und Wohlbefinden, auch für ältere Männer. Aus diesem Grund hat die Klinik für Urologie und Kinderurologie vor zwei Jahren ein Konzept entwickelt, um durch Aufklärung die Patientenzufriedenheit weiter zu steigern.

„Es geht darum, die Hemmungen im Gespräch zwischen Arzt und Patient abzubauen und Patienten den Weg in eine spezialisierte Sprechstunde zu weisen, wo professionell nur über intime Problematiken gesprochen wird“, so Dr. Osmonov. „Wir haben dazu auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen und mit Kollegen aus anderen Fachdisziplinen intensiviert. Die Resonanz seitens der Ärzte war positiv, eine umfassende Information der Patienten wird begrüßt.“

Mythen zur Behandlung der ED

Mittels Befragung in der Andrologie-Sprechstunde der Klinik für Urologie und Kinderurologie konnten Informationsdefizite aufgedeckt und falsche Annahmen entkräftet werden. Von den Patienten, die bereits zuvor in Behandlung waren, wussten 80% nichts von den gängigen und alternativen Behandlungsmöglichkeiten oder hatten vorgeschlagene Therapiekonzepte falsch verstanden. Insbesondere im Bereich der operativen Therapie gab es viele Missverständnisse.

So nahmen viele Patienten an, dass eine Operation zur Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit sehr lange dauere (10% der Befragten), dass dabei der Penis verkürzt werde (13%), der Penis anschließend unnatürlich aussehe (6%), die Infektionsrisiken bei bis zu 60% lägen (70% der Befragten), dass die Patienten teilweise selbst bezahlen müssten (45%) und dass in der Uniklinik sehr junge Ärzte arbeiten und an den Patienten trainieren wollten (über 50%).

Die Realität

Die Realität in der Klinik ist eine andere. So dauert die Operation für die Implantation eines Systems zur Wiederherstellung der erektilen Funktion in Kiel zwischen 35 min und 50 min, zudem liegt die Zufriedenheitsrate nach der Behandlung bei 93 %. Der Penis wird dabei nicht verkürzt, sondern eher länger und breiter, wobei die Genitalien nach der OP genauso natürlich aussehen wie vor der OP. Das Infektionsrisiko nach einer Implantation liegt nicht bei 60 %, sondern weltweit bei 0,4 % bei Diabetiker-Patienten. Die Statistik der Klinik für Urologie und Kinderurologie zeigt in den letzten drei Jahren ein Infektionsrisiko von unter 0,5 %. Hinzu kommt, dass alle Krankenkassen in der Regel die Kosten für das Einsetzen eines Penisimplantates übernehmen.

„Der Bedarf nach Aufklärung in diesem sehr privaten bzw. intimen Bereich ist sehr groß, die ausführliche Information unser größtes Anliegen“, so Dr. Osmonov. „Mehr als die Hälfte der von uns untersuchten Patienten konnten berichten, dass sie sich in der Sprechstunde der Universitätsklinik freier und offener gefühlt haben als in anderen Sprechstunden.“

Sollten Sie einen Termin mit Dr. Osmonov vereinbaren wollen, geht es Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier zu den Sprechstundenzeiten und Terminvereinbarung.

 


*Literatur: Fisher W et al. Communication about erectile dysfunction among men with ED, partners of men with ED, and physicians: the Strike Up a Conversation study (Part II). JMHG Volume 2, Issue 3, Pages 309.e1-309.e12, September 2005.