Gutartige Prostatavergrößerung
Die Prostata ist eine Drüse, die nur bei Männern vorkommt. Sie liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Die Prostata produziert ein Sekret, welches einen großen Teil der Flüssigkeit im Samenerguss ausmacht und für Transport und Ernährung des Spermas wichtig ist. Die Prostata eines jungen Mannes ist etwa so groß wie eine Walnuss (15-25 ml) und wächst mit dem Alter.
Die Prostata beginnt in der Regel zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr zu wachsen und führt zur gutartigen Prostatavergrößerung (BPH). Diese tritt meist im fortgeschrittenen Alter auf und kann bei Männern über 50 Symptome im unteren Harntrakt verursachen. Typische Symptome werden als „Probleme beim Wasserlassen“ beschrieben, z.B. häufiges Wasserlassen, nächtliches Wasserlassen, plötzlicher Harndrang, unfreiwilliger Urinverlust, schwacher oder unterbrochener Harnstrahl, Pressen beim Wasserlassen oder Startverzögerung, Nachtröpfeln und das Gefühl einer nicht vollständig entleerten Blase.
Mögliche Operationsverfahren und unsere Schwerpunkte
Bitte beachten Sie: Generell sind nicht alle operativen Methoden für alle Männer geeignet, bzw. besondere Methoden sind für einzelne Patienten besonders gut geeignet. Bitte nutzen Sie das Gespräch mit Ihrem Urologen / Ihrer Urologin, um detaillierte Fragen zu den unterschiedlichen Verfahren zu stellen. Unser Ziel ist es, durch die breite Vielfalt an Methoden, jedem Patienten die ideale Therapiemöglichkeit anbieten zu können.
Prostataverkleinerung mittels Laser (HoLEP und ThuLEP)
Bei einer Laser-Enukleation führt ein sog. Resektoskop (dünnes Instrument für Sicht und Führung der Laserfaser) durch die Harnröhre in die Blase ein. Ein Schnitt im Unterbauch ist hierbei nicht notwendig. Mit diesem Instrument betrachtet er die Prostata und erkennt das vergrößerte Gewebe, welches dann mittels Laser komplett entfernt wird. Das entfernte Gewebe wird am Ende des Eingriffes entfernt und kann feingeweblich untersucht werden. Nach dem Eingriff wird ein Katheter in die Harnblase gelegt, um Urin abzulassen und die Blase sowie die Harnröhre zu spülen. Dieses Verfahren hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund der geringen Invasivität und der hervorragenden Ergebnisse in Kliniken mit entsprechender Erfahrung als Referenzverfahren durchgesetzt.
Prostataverkleinerung mittels Laser (Greenlight)
Bei der Laservaporisation führt Ihr Arzt/Ärztin führt ein sog. Resektoskop (dünnes Instrument für Sicht und Führung der Laserfaser) durch die Harnröhre in die Harnblase ein. Hierfür werden natürliche Körperöffnungen genutzt, Einschnitte in den Körper sind nicht notwendig. Mit dem Laserstrahl wird die Prostata erhitzt, bis das vergrößerte Gewebe rückstandslos verdampft und entfernt. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Männer die blutverdünnende Medikamente nehmen müssen. Nach dem Eingriff wird ein Katheter in die Harnblase gelegt, um Urin abzulassen und die Blase sowie die Harnröhre zu spülen.
Prostataverkleinerung mittels Wasserdampf (Rezūm)
Bei der Wasserdampf-Therapie wird heißer Wasserdampf genutzt, um überschüssiges Prostatagewebe zu behandeln. Hierzu wird durch die Harnröhre eine dünne Nadel in das Prostatagewebe vorgeschoben, aus der kurze Dampfstöße injiziert werden. Der Wasserdampf verteilt sich zwischen den Prostatazellen und führt zum Absterben des überschüssigen Gewebes. Dieses Gewebe wird in den folgenden Wochen vom Körper abgebaut. Der gesamte Heilungsprozess dauert erfahrungsgemäß etwa drei Monate. Unter Umständen kann diese Behandlung sogar in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Die Behandlung selbst dauert nur wenige Minuten, ist sehr gut verträglich und erfordert keinen operativen Schnitt durch die Harnröhre. Die Sexualfunktion der Patienten kann in der Regel erhalten werden.
Prostata-Ausschälung mittels Plasma (TURiS)
Die TURiS-Plasmaresektion (Ausschälung) stellt den aktuellen Stand der Elektroresektion dar. Risiken der klassischen Schlingenresektion konnten durch modernste technische Entwicklungen eliminiert werden. Eine präzise Schnittführung und qualitativ hochwertige Gewebebeurteilbarkeit erlauben den Einsatz nicht nur bei Resektionen der Prostata, sondern auch in der Behandlung von Blasentumoren (siehe auch TUR-Blase+PDD).
Prostata-Stent (iTind)
Inhalte folgen.
Robotische Prostataadenomektomie
Die roboter-assistierte Prostataadenomenukleation mit dem Da Vinci Roboter ist eine minimal-invasive Methode zur Behandlung einer BPH. Der Chirurg/ die Chirurgin entfernt das vergrößerte Prostatagewebe mittels Laparoskopie und nutzt dabei die äußerst präzisen Bewegungen sowie die detaillierte 3D-Sicht des Da Vinci Operationsroboters. Diese Technik wird insbesondere bei sehr großen Prostatae angewendet.
Prostataembolisation (PAE)
Die BPH kann durch Embolisation behandelt werden, indem Gefäße mit kleinen Partikeln verstopft werden. Interventionelle Radiologen führen das Verfahren in Zusammenarbeit mit der Klinik für Urologie durch. Ein dünner Katheter wird in örtlicher Betäubung über die Leiste zu den Blutgefäßen der Prostata vorgeschoben und diese entsprechend verstopft. Die Behandlung ist meist ambulant möglich.
Erkrankungen der Harnblase (Blasentumore) (TUR-Blase+PDD)
Entfernung von Blasentumoren ((TUR-Blase)
Die transurethrale Resektion (TUR-Blase) ist ein standardisierter Eingriff bei (Verdacht auf) Blasenkrebs, welcher zur Diagnose und Behandlung oberflächlicher Tumoren dient. Unter Narkose wird durch die Harnröhre ein Endoskop mit Kamera und Drahtschlinge in die Blase eingeführt, um das erkrankte Gewebe zu entfernen und anschließend feingeweblich zu untersuchen.
Photodynamischer Diagnostik (PDD)
Die PDD zielt darauf ab, Blasentumoren besser zu entdecken und die Resektion (TUR-Blase) zu verbessern. Ein fluoreszierender Farbstoff, der sich im Tumorgewebe ansammelt, wird über einen Katheter in die Blase injiziert. Tumorzellen nehmen den Farbstoff auf und leuchten während des Eingriffs rot.
Harnsteine (Urolithiasis)
Urolithiasis nennt man das Vorhandensein von Harnsteinen in der Niere, dem Harnleiter oder der Blase. Diese Steine entstehen aus verschiedenen Ursachen. Abhängig von ihrer Position und Größe gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden. Nieren- und Harnleitersteine bilden sich immer in der Niere und können dort Beschwerden auslösen (Nierenstein) oder in den Harnleiter wandern und diesen blockieren (Harnleiterstein). Nieren- und Harnleitersteine sind oft schmerzhaft. Der Schmerz hängt von Lage und Form der Steine ab. Wenn ein Stein den Urinfluss blockiert, können starke Schmerzen (Nierenkolik) auftreten, die in die Flanke oder den Unterbauch ausstrahlen. Diese Schmerzen sind oft wellenförmig und können von Übelkeit und Erbrechen begleitet sein. Dies ist ein Notfall – suchen Sie sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus auf.
Urinableitung bei Harnstau
Harnleiterschiene (DJ-Schiene)
Die DJ-Harnleiterschiene ist ein dünner und weicher Kunststoffschlauch, mit wenigen mm Durchmesser. Es wird in den Harnleiter (zwischen Blase und Niere) platziert, um den Urin am Stein vorbeizuleiten.
Nierenfistel (Nephrostomie)
Die perkutane Nephrostomie (Nierenfistel) ist ein Verfahren zur Ableitung des gestauten Urins aus dem Nierenbecken unter Verwendung eines über die Haut eingeführten dünnen Kunststoffschlauchs. Dieses wird unter Ultraschall- und/oder Röntgenkontrolle in der Niere platziert, und beseitigt den Harnstau.
Nierensteinzertrümmerung durch die Haut (ESWL)
Bei der Stoßwellenlithotripsie (ESWL) werden Nierensteine von außen zertrümmert. Fokussierte Stoßwellen zerbrechen den Stein, dessen Fragmente dann mit dem Harn ausgeschieden werden. Der Erfolg hängt von verschiedenen Faktoren ab. Während der Behandlung liegen Sie auf dem OP-Tisch und der Stein wird durch Ultraschall oder Röntgen lokalisiert. Die Methode kann ohne Anästhesie durchgeführt werden, oft sind jedoch Schmerzmittel und mehrere Sitzungen erforderlich. In einigen Fällen ist eine ESWL nicht möglich, Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen.
Nieren- und Harnleitersteinbehandlung, endoskopisch (Ureterorenoskopie)
Die Ureteroskopie (URS) ist die bevorzugte Methode zur Behandlung von kleinen bis mittelgroßen Nierensteinen in den Harnwegen. Der Eingriff erfolgt unter leichter Vollnarkose, wobei ein dünnes Sichtgerät durch die Harnröhre in den Harnleiter oder die Niere eingeführt wird. Mit Kameras und Röntgen identifiziert der Arzt den Stein, der dann mit einem "Steinfangkörbchen" entfernt oder per Laser zertrümmert wird. Moderne Geräte erreichen jeden Punkt im Harntrakt und entfernen Steine effektiv in einem einzigen Eingriff.
Perkutane (über die Haut) Nierensteintherapie (PCNL)
Die PCNL (perkutane Nierensteintherapie) ist ein operativer Eingriff zur Entfernung großer Nierensteine. Diese Methode ermöglicht die Entfernung auch sehr großer Steine mit einer einzigen Operation, jedoch bei erhöhter Invasivität. Bei der PCNL schafft der Arzt oder die Ärztin einen Zugang zur Niere und zum Stein. Dieser Zugang wird so weit erweitert, dass der Stein mit einem Sichtgerät (Nephroskop) entfernt oder zerkleinert (z.B. Laser oder Ultraschall) werden kann. Nach dem Eingriff kann ein DJ-Stent und/oder eine Nierenfistel platziert werden, um sicherzustellen, dass der Urin aus der Niere abfließen kann.
Blasensteinlithotripsie
Blasensteine bilden sich in der Regel bei unvollständiger Blasenentleerung, z.B. aufgrund einer gutartigen Prostatavergrößerung und haben zunächst einmal nichts mit oben beschriebenen nieren-und Harnleitersteinen zu tun. Die können sehr groß werden (mehrere cm Durchmesser) oder auch in hoher Anzahl auftreten. Je nach Größe und Anzahl werden Blasensteine über die Harnröhre mit einem Sichtgerät und z.B. einem Laser zerkleinert und entfernt oder in seltenen Fällen über einen kleinen Bauchschnitt (Sectio alta) direkt aus der Blase geborgen. Dies ist aufgrund der modernen technischen Methoden, welche uns zur Verfügung stehen nur selten notwendig, bei sehr großen oder vielen Konkrementen aber tatsächlich schneller und schonender für den Patienten.
Harnröhren- und Blasenhalsverengung
Harnröhrenschlitzung (Urethrotomia interna nach Sachse)
Die transurethrale Harnröhrenschlitzung (Urethrotomia interna nach Sachse) beschreibt die Erweiterung einer Verengung der Harnröhre (Striktur) unter Sicht mit Hilfe eines feinen Messers oder eines Lasers. Anschließend wird in der Regel ein Katheter eingeführt, um eine ungestörte Heilung zu unterstützen.
Blasenhalsinzision oder -resektion
Der Blasenhals stellt die Verbindung zwischen Blase und Prostata dar. Eine Verengung an dieser Stelle kann den Urinfluss behindern und weitere Beschwerden wie z.B. Blasenentzündungen verursachen. Eine Vernarbung - die Ursache dieser Verengung - kann nach medizinischen Eingriffen auftreten. Diese Vernarbungen können durch einen kurzen chirurgischen Eingriff behoben werden, bei dem die Verengung mittels elektrischer Schlingen oder Haken beziehungsweise eines Lasers behandelt wird. Der Eingriff erfolgt transurethral unter Verwendung eines Endoskops. Nach dem Eingriff wird ein Dauerkatheter eingelegt, um die Heilung sicherzustellen.