Das Studienzentrum der HNO-Klinik steht für innovative klinische Forschung und eine enge Verbindung von Wissenschaft und Patientenversorgung. Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.
Aktuelle Studien
ELOS
Indikation: Plattenepithelkarzinome des Hypopharynx und Larynx
ELOS ist eine klinische Studie der Phase II, die an mehreren Zentren durchgeführt wird. Untersucht werden Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Kehlkopfs oder Hypopharynx (Stadium III–IVA/B), bei denen im Tumorgewebe eine PD-L1-Expression (CPS ≥ 1) nachgewiesen wurde und bei denen eine Heilung durch eine vollständige Entfernung des Kehlkopfs möglich wäre.
In der Studie wird eine Standardbehandlung aus Chemotherapie mit Docetaxel und Cisplatin, gefolgt von einer Bestrahlung, mit derselben Behandlung plus einer zusätzlichen Immuntherapie (PD-1-Inhibition) verglichen.
Nach einem ersten Chemotherapiezyklus wird frühzeitig geprüft, wie gut der Tumor auf die Behandlung anspricht. Ziel ist es, den Kehlkopf möglichst zu erhalten. Patientinnen und Patienten, bei denen sich der Tumor deutlich verkleinert (mindestens 30 %), erhalten zwei weitere Chemotherapiezyklen und anschließend eine Bestrahlung.
Zeigt sich kein ausreichendes Ansprechen oder schreitet die Erkrankung fort, wird eine vollständige Entfernung des Kehlkopfs mit anschließender Halslymphknotenoperation durchgeführt. Danach erfolgt je nach Empfehlung des interdisziplinären Tumorboards eine Nachbestrahlung oder kombinierte Bestrahlung mit Chemotherapie.
Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. med. Susanne Wiegand
PROHEAR
Die PROHEAR-Studie ist eine placebokontrollierte Phase2a-Studie mit Split-Body-Design. Untersucht wird die otoprotektive Wirksamkeit von ACOU085 bei Patienten mit Hodenkrebs, die sich einer hochdosierten Chemotherapie auf Cisplatin-Basis (cis-Pt ≥300 mg/m2) unterziehen. In der Studie erhalten Patienten mit Hodenkrebs vor jedem Chemotherapiezyklus eine transtympanale ACOU085-Injektion in ein Ohr und Placebo in das gegenüberliegende Ohr, sodass jeder Patient als eigene Kontrolle dient.
Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. med. Susanne Wiegand
TrachCare
TrachCare - Eine Versorgungsanalyse zur Heil- und Hilfsmittelverordnung von tracheotomierten Kindern und Erwachsenen
Um die Atmung zu erleichtern, können Ärztinnen und Ärzte eine künstliche Öffnung der Luftröhre (Tracheostoma) anlegen. Das kann aus ganz unterschiedlichen Gründen notwendig werden: bei intensivmedizinischen Behandlungen, nach Schlaganfällen oder Krebserkrankungen, infolge von Unfällen oder auch zu Langzeitbeatmungen etwa bei chronischen Atemwegserkrankungen. Ein Tracheostoma kann vorübergehend oder dauerhaft gesetzt werden. In Deutschland werden jährlich rund 60.000 Tracheotomien durchgeführt, dies bei Menschen quer durch alle Altersgruppen mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen und stark variierender Therapiedauer. Je länger ein Tracheostoma besteht, desto höher ist der damit einhergehende Pflege- und Hilfsmittelbedarf der Betroffenen. Ein reibungsloser Übergang vom stationären in den ambulanten Versorgungssektor trägt wesentlich dazu bei, die Tragedauer einer solchen Atmungshilfe zu verkürzen und damit die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Derzeit liegt für Deutschland keine Studie vor, welche die Versorgungssituation von Patientinnen und Patienten mit Tracheostoma genau abbildet. Das Projektteam TrachCare erstellt eine umfassende Analyse der bestehenden Versorgungsabläufe vom ersten Kontakt der Betroffenen mit medizinischen Fachkräften über die womöglich länger andauernde Betreuung bis zur Schließung des Tracheostomas. Die entsprechenden Informationen und Daten entnimmt das Team der wissenschaftlichen Literatur sowie Routinedaten aus der Versorgung. Durch Befragungen von Patientengruppen, Angehörigen und der verschiedenen an der Versorgung beteiligten Einrichtungen werden die einzelnen therapeutischen Maßnahmen sowie die Übergänge zwischen den Versorgern ermittelt. Auf dieser Grundlage erarbeitet das Team eine Bedarfsanalyse und erstellt Handlungsempfehlungen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,1 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall ermöglichen die Projektergebnisse, Optimierungspotenziale bei der Therapie von Patientinnen und Patienten mit Tracheostoma zu identifizieren, und mit Hilfe der Handlungsempfehlungen ihre Versorgung insgesamt zu verbessern.
Konsortialpartner AOK – Die Gesundheitskasse für Niedersachsen, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, IKK classic, inav – privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH, Katholisches Krankenhaus Hagen gGmbH, Klinikum Osnabrück GmbH
Die Studie richtet sich an Patientinnen und Patienten, die im Rahmen Ihrer medizinischen Behandlung ein Tracheostoma (Luftröhrenschnitt) erhalten haben.
Die Studie untersucht die ambulanten Versorgungssituation (Arztbesuche, Therapien oder andere medizinische Dienstleistungen) von Patientinnen und Patienten mit Tracheostoma, auch im Hinblick auf die Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln.
Ziel ist es, mehr über die Erlebnisse der Patientinnen und Patienten und ggf. deren Angehörigen mit der medizinischen und pflegerischen Versorgung nach der Anbringung der Tracheostoma zu erfahren. Dabei interessieren uns besonders, welche zusätzliche medizinische Versorgung, Heilmaßnahmen oder Hilfsmittel die Patientinnen und Patienten möglicherweise benötigen.
Ansprechpartner:
