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FAQ

Über das SDM Projekt

Was ist eigentlich SDM?

Beim Shared Decision Making (kurz SDM) tauschen Patient und Arzt Erfahrungen und Präferenzen untereinander aus und treffen letztlich eine gemeinsame Therapieentscheidung. Hierfür informiert der Arzt den Patienten über die Entscheidungssituation und die Handlungsmöglichkeiten, basierend auf den Erkenntnissen wissenschaftlicher Studien und eigenen Erfahrungen.
Der Patient wägt dann die Vor- und Nachteile der Therapieoptionen vor dem Hintergrund seiner Prioritäten und Lebensumstände ab.

Ist SDM nicht schon immer selbstverständlich?

Die Wünsche der Patienten werden natürlich auch heute schon berücksichtigt. Neu ist jedoch, dass die Patienten explizit und systematisch über ihre Handlungsmöglichkeiten informiert werden. Sie werden dazu ermuntert und aufgefordert, eigene Präferenzen zu äußern und sich aktiv in den Entscheidungsprozess einzubringen.

Wozu soll das gut sein?

SDM erfüllt den zunehmenden Wunsch der Patienten nach Information und Mitbestimmung. Es kann helfen, das Arzt-Patienten-Gespräch offener, faktenbasierter und unter Berücksichtigung individueller Erfahrungen, Meinungen und Präferenzen zu führen.

Warum wurde Eckart v. Hirschhausen als Schirmherr gewählt?

Eckart v. Hirschhausen engagiert er sich seit Jahren medial und politisch für eine bessere Arzt-Patienten-Kommunikation und unterstützt Patienten auf ihrem Weg durch die "medizinische Infrastruktur". Aus diesem Grund ist von Hirschhausen unter Patienten respektiert und beliebt. Die Botschaft erreicht also mit ihm eine der wesentlichen Säulen des SDM-Programms.

 

Hilfe bei der Entscheidungsfindung

Welche Entscheidungen eignen sich besonders für SDM?

Besonders wichtig ist SDM, wenn aus medizinischer Sicht mehrere Handlungsmöglichkeiten mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen existieren. Besonders dann gilt es, die Präferenzen des Patienten – also seine individuelle Gewichtung und Beurteilung der Vor- und Nachteile – zu berücksichtigen.

Viele Patienten wollen, dass ihre Ärzte für sie entscheiden. Geht SDM hier nicht an der Behandlungsrealität vorbei?

SDM funktioniert sicher nicht bei jeder Entscheidung und jedem Patienten. Jedoch zeigen Studien, dass SDM sogar bei schwer kranken Patienten erfolgreich praktiziert werden kann. SDM erfüllt den zunehmenden Wunsch der Patienten nach Information und Mitbestimmung. Es kann helfen, das Arzt-Patienten-Gespräch offener, faktenbasierter und unter Berücksichtigung individueller Erfahrungen, Meinungen und Präferenzen zu führen.

Wie sollen ältere Patienten oder Patienten ohne Computerkenntnisse das Online-Tool der Entscheidungshilfe bewerkstelligen?

Für Patienten ohne ausreichende Computerkenntnisse liegen selbstverständlich auch Entscheidungshilfen in gedruckter Form bereit. Es gibt allerdings auch einen Anleitungsclip, zur Handhabung der Online Entscheidungshilfen, auf der Website.

 

Für Klinikpersonal

Kostet SDM nicht zu viel Zeit?

Nein, es ist sogar möglich, dass durch SDM die verfügbare Zeit besser genutzt und Zeit im Umgang mit den Patienten gespart wird.
Die Online-Entscheidungshilfen zur Entscheidungsvorbereitung können die Aufklärungsarbeit erleichtern und das Arzt-Patienten-Gespräch sinnvoll strukturieren und unterstützen.

Wieso gibt es so viele Ansprechpartner innerhalb des SDM-Teams?

Die Mitarbeiter des Shared Decision Making Projektes setzen sich aus verschiedensten Berufsgruppen zusammen, die der Vielfalt eines Klinikbetriebes Rechnung tragen (z.B. Psychologen, Ärzte, Pflegekräfte, Medical Writer, Hospital Management usw.), damit wir Sie bestmöglich und umfassend beraten und unterstützen können. Diese sind in den Teams Implementierung, Ärztetraining, Evidenzgenerierung und Content Erstellung tätig, um das UKSH zur ersten Share to Care Klinik in Deutschland zu machen.

Warum brauchen wir schon wieder ein neues Format, wo es doch schon so viel auf dem Markt gibt - auch mit hervorragender Evidenz aus den Fachgesellschaften?

SDM in dieser Form (Entscheidungshilfen, Ärzte-Online- und-Live-Training sowie Patiententraining) ist bisher einmalig. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch bereits bestehende Ressourcen genutzt werden oder benutzt werden können.

Sind die SDM-Entscheidungshilfen nicht zu allgemein gehalten? Jeder Patient ist doch individuell. Vielleicht wünschen sich Patienten nach dem Lesen eine Therapie-Option, die in ihrem individuellen Fall dann gar nicht möglich ist.

Der Patient erhält einen zunächst fundierten Überblick über alle möglichen therapeutischen Optionen seiner Erkrankung.  Die Individualisierung der Faktenlage und die Aufklärung als solches obliegt selbstverständlich weiterhin dem Arzt - GEMEINSAM mit dem Patienten.

Warum benötigt man für „alltägliche" Eingriffe Entscheidungshilfen

Die „alltäglichen" Eingriffe stellen für die Operateure selbst vielleicht auf den ersten Blick keine Herausforderung dar. Darüber hinaus tragen sie auch nicht in großem Maße zum Renomé einer Klinik bei, jedoch finden sie üblicherweise in großer Menge statt. Die meisten Patienten sehen diese Eingriffe jedoch nicht als "alltäglich" an und würden gern genauer wissen, wie eine Entscheidung für einen der Eingriffe z.B. einer Leistenhernien-OP, zu treffen ist. Man würde hier also mit SDM eine größere Anzahl von Patienten profitieren lassen als bei sehr seltenen Eingriffen. Zudem erlaubt die Entwicklung der Entscheidungshilfen  für die "alltäglichen" Eingriffe eine enorme Ressourcenersparnis, gerade weil diese in so hoher Zahl in der Klinik stattfinden.

Bedeutet SDM für Ärzte einen Mehraufwand?

Initial ja. Die Einführung und Schulung der Mitarbeiter erfordert kumulativ 1 Arbeitstag. Mittel- bis langfristig spart SDM jedoch wertvolle Zeit ein. Insbesondere zeigen Studien, dass die methodische Gesprächsführung nach dem SDM-Konzept dazu führt, dass Gespräche effizienter werden und es weniger Rückfragen der Patienten gibt. Gleichzeitig erhöht sich die Compliance der Patienten mit der getroffenen Entscheidung.

Wer bezahlt das Projekt?

Sämtliche Kosten des Projektes für Schulungen und Aufbau der Infrastruktur werden vom Innovationsfonds des GBA in Berlin übernommen.

Warum werden für das Geld keine zusätzlichen Ärztestellen geschaffen? Wieso wird das Geld nicht in Pflegepersonal gesteckt?

Das Projekt wird durch projektspezifische Fördergelder des Innovationsfonds des GBA finanziert, es handelt sich also um zusätzliche Gelder speziell für dieses Projekt. Der Innovationsfonds fördert das Projekt um praktisch zu erproben, ob SDM in einem ganzen Krankenhaus umgesetzt werden kann. Deswegen hat das Projekt auf Bundesebene eine sehr große Bedeutung und wird finanziell unterstützt. Die Mittel sind also zweckgebunden und müssen zurückgezahlt werden, wenn sie nicht im Rahmen des Projektes ausgegeben werden.

Wie teuer ist das SDM-Ärztetraining pro Person?

Normalerweise circa 1100,-€, im Rahmen des SDM Projektes werden diese Kosten aber vollständig durch den Innovationsfonds des GBA in Berlin übernommen.