Forschung

Arbeitsgruppe Immuntherapie des Multiplen Myelom

Leitung

Dr. rer. nat. Katja Klausz

Sektion für Antikörperbasierte Immuntherapie
Arbeitsgruppenleiterin
Tel.: 0431 500-22789

Forschungsschwerpunkt

Ein Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Evaluierung, Identifizierung und Charakterisierung neuer Zielstrukturen, Antikörper und Antikörperbasierter Moleküle für die Behandlung des Multiplen Myeloms. Das Multiple Myelom ist eine Blutkrebserkrankung, bei der Plasmazellen im Knochenmark der Patienten maligne entarten und u.a. zu Anämie, Knochenläsionen und Nierenschädigungen bei den meist älteren Patienten führen. Dabei befinden sich die Tumorzellen oft in Nischen des Knochenmark, die sie z.T. vor der Wirkung bestimmter Therapeutika schützen. In den letzten Jahren wurden verschiedene Immuntherapien wie monoklonale und bispezifische Antikörper, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und chimäre Antigen-Rezeptor (CAR) T-Zellen für die Behandlung des Multiplen Myeloms zugelassen und konnten das Überleben vieler, aber leider nicht aller Patienten verbessern. Daher stellen insbesondere die Suche nach neuen Zielstrukturen/Antigenen auf den Myelomzellen und die Identifikation möglichst maßgeschneiderter Antikörperderivate für die Behandlung wesentliche Herausforderungen dar, an denen in der Arbeitsgruppe geforscht wird. Dafür kommen verschiedenste in vitro Testsysteme mit Myelomzelllinien und primären Patientenzellen zum Einsatz. Vielversprechende Moleküle werden in vivo in Mausmodellen getestet. Zudem bestehen enge Kooperationen für die Entwicklung immuntherapeutischer Ansätze bei hämatologischen und soliden Tumorerkrankungen mit anderen Forschungsgruppen und der Industrie.

Arbeitsgruppe Antikörper-Engineering

Leitung

Prof. Dr. rer. nat. Matthias Peipp

Sektion für Antikörperbasierte Immuntherapie
Leitung
Tel.: 0431 500-22769

Forschungsschwerpunkt:

Die Arbeitsgruppe Antikörper-Engineering beschäftigt sich intensiv mit verschiedenen Strategien die Aktivierung und Rekrutierung von Immuneffektorzellen zu verbessern. Dafür sind in der Gruppe Technologien etabliert, um Antikörperderivate mit maßgeschneiderten Effektor­funktionen auszustatten. Insbesondere Natürliche Killerzellen, verschiedene T-Zell Subpopulationen und Makrophagen stehen im Focus dieser Arbeiten. Da im Tumorgewebe / Tumormikroumgebung häufig die Anzahl an Immunzellen limitiert ist beschäftigt sich die Arbeitsgruppe auch mit Konzepten zur gezielten lokalen Effektorzellexpansion und Anlockung. Ein weiteres Forschungsgebiet stellen sog. Antikörper-Wirkstoff-Konjugate dar. Die Arbeitsgruppe arbeitet in diesem Bereich z.B. an der Entwicklung neuer Substanzen für die Therapie akuter Leukämien, insbesondere der akuten T Zell-Leukämie (T-ALL).

Verschiedene Strategien aus der Krebstherapie lassen sich auch bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen anwenden. Innovative neue Ansätze zur Immuntherapie von Autoimmunerkrankungen stellen einen neuen Forschungs­schwer­punkt der Gruppe dar.    

Ausgewählte Projekte

Forschungsprojekt

Kontaktperson

Dr. rer. nat. Carina Lynn Gehlert

Sektion für Antikörperbasierte Immuntherapie
Postdoc-Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: 0431 500-22773

Publikationen

Im Rahmen meiner Promotion arbeite ich an neuartigen Strategien zur Entwicklung und Optimierung von Antikörpertherapien bei Akuten Lymphatischen Leukämien (ALL). Eine Strategie zur Steigerung der antitumoralen Wirksamkeit von Antikörpern, stellt das Fc-Engineering dar. Dabei sollen Fc-vermittelte Funktionen wie die antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC), die antikörperabhängige zelluläre Phagozytose (ADCP) oder die zytotoxische Aktivität des Komplementsystems (CDC), welche entscheidende Funktionen in der Antikörpertherapie von Tumoren darstellen, verbessert werden. Eine weitere Optimierung von Antikörpertherapien stellt der Einsatz von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) dar. Durch die Konjugation von zytotoxischen Substanzen an monoklonale Antikörper kann das antitumorale Potential erhöht werden. Die zielgerichtete Bindung des Antikörpers an tumorassoziierte Zielstrukturen kann die systemische Toxizität der gekoppelten Wirkstoffe abschwächen und Nebenwirkungen reduzieren. Neben der Generierung, Produktion, Aufreinigung und der biochemischen Charakterisierung, analysiere ich diese neuartigen Substanzen mit etablierten Tumorzelllinien-Modellen oder Patientenzellen in vitro als auch in vivo in Xenograft-Mausmodellen.

Auszeichnung

  • KON Young Investigator Award 2022 in der Kategorie NaturwissenschaftlerIn

  • Posterpreis „Translationale Forschung und neue Substanzen II“ der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaften für Hämatologie und med. Onkologie 2022


Forschungsprojekt

Kontaktperson

Ammelie Svea Boje, M.Sc.

Sektion für Antikörperbasierte Immuntherapie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Doktorandin
Tel.: 0431 500-22775

Die Aktivität des Immunsystems während einer Krebserkrankung spielt eine kritische Rolle in Bezug auf die Prognose der Patienten. Aufgrund der Erkrankung können Immunzellen ermüden oder die Erkennung der Tumorzellen durch Immunzellen durch verschiedene Mechanismen gestört sein. Dieses Projekt beschäftigt sich daher mit der Expansion und Aktivierung von Immunzellen, um die Aktivität bestimmter Immunzellsubgruppen zu verbessern. Dazu werden multifunktionale Antikörperfragmente entwickelt, die Immunzellen in Tumornähe vermehren sollen. Darüber hinaus entwickeln wir maßgeschneiderte Antikörperderivate, die Immunzellen aktivieren und gegen die Tumorzellen richten sollen. Dabei untersuchen wir z.B. den Einfluss der Antikörperarchitektur, um günstige Molekülparameter zu identifizieren, die sich positiv auf die Antikörperaktivität auswirken.


Forschungsprojekt

Kontaktperson

Thomas Theocharis, M.Sc.

Sektion für Antikörperbasierte Immuntherapie
Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Doktorand
Tel.: 0431 500-22775

Pemphigoid-Erkrankungen (PDs) sind eine Gruppe von organspezifischen, Antikörper-getriebenen Autoimmunerkrankungen. Die produzierten Autoantikörper zerstören die dermal-epidermale Verbindung (DEJ), weshalb v.a. die Haut und die Schleimhäute betroffen sind. PDs führen zu schweren Hautentzündungen und Gewebeverletzungen, die sich typischerweise als subepidermale Blasen darstellen. Die Komplementproteine ​​C5 und C5a sind wichtige Treiber der Pathogenese von PDs. In meiner Promotion konzentriere ich mich auf die Entwicklung neuartiger Antikörperderivate, die so konzipiert sind, dass sie lokal im Bereich der DEJ wirken und die Zerstörung der DEJ verhindern sollen.