Die roboterassistierte Chirurgie ist die konsequente Fortführung der minimalinvasiven Methode, zu deren wichtigsten Wegbereitern der Kieler Gynäkologe Kurt Semm zählt. Sie ist wie die Laparoskopie ein minimal-invasives Verfahren. Operiert wird durch Hülsen, sogenannte Trokare, die durch kleine Schnitte in das OP-Gebiet eingebracht werden. Die Instrumente sind nur zwischen 1 und 2,5 cm lang und besitzen durch die robotische Steuerung deutlich mehr Freiheitsgrade als das menschliche Handgelenk, durch welches konventionell laparoskopische Verfahren limitiert sind. Die unergonomische Arbeitshaltung, die schon manchen Laparoskopiker durch Rückenleiden dienstunfähig machte, wird durch entspanntes Arbeiten an einer OP Konsole ersetzt. Die Bewegungen der Instrumente werden über eine Konsole gesteuert und von einem robotischen System mikroübersetzt.
Roboterassistierte Chirurgie bietet Patientinnen und Patienten eine präzisere und schonendere Behandlung. Eingriffe mit dem „da Vinci“-System führen in der Regel zu einer deutlich kürzeren Genesungszeit und verringern das Risiko von Komplikationen, da die feinchirurgischen Instrumente des Roboters durch kleinste Schnitte (Schlüssellochchirurgie) in das Operationsgebiet eingebracht werden. Die Operateurin oder der Operateur steuert die Instrumente von einer separaten Konsole aus, die eine hochauflösende 3D-Sicht mit zehnfacher Vergrößerung auf das Operationsfeld bietet und präzise, zitterfreie Bewegungen der Instrumente ermöglicht.