Stroke Unit

Neurovaskuläres Zentrum und zertifizierte Stroke Unit

Die Stroke Unit ist Teil des vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) anerkannten Neurovaskulären Zentrums am UKSH, Campus Lübeck.

Sie verfügt über 12 spezialisierte Betten und ist durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft als überregionale Stroke Unit zertifiziert.

Zusätzlich wurde sie von der European Stroke Organization (ESO) als „ESO Stroke Center“anerkannt – ein internationales Gütesiegel für exzellente Schlaganfallversorgung.

Diese Auszeichnungen belegen, dass unsere Versorgung höchsten nationalen und internationalen Qualitätsstandards entspricht. Wir unterliegen regelmäßigen externen Qualitätsprüfungen, die unter anderem Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erfassen.

Ärztliche Leitung

Prof. Dr. med. Georg Royl

Oberarzt, Leiter des neurovaskulären Zentrums (Neurologie), Zusatzbezeichnung Neurologische Intensivmedizin

Krankheitsbild Schlaganfall

Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn – entweder durch den Verschluss eines Blutgefäßes oder durch eine Hirnblutung. In beiden Fällen wird Hirngewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Ohne rasche Behandlung drohen bleibende Schäden. Jede Minute zählt. Deshalb rufen Sie immer die 112 bei Schlaganfallverdacht, das Fachpersonal Rettungsdienst und wir kümmern uns umgehend.

Typische Symptome:

  • Lähmungen oder Taubheitsgefühle (meist einseitig)

  • Sprach- oder Sprechstörungen

  • Sehstörungen

  • Plötzlicher Schwindel oder Bewusstseinsverlust

Für die Früherkennung hat sich das FAST-Schema bewährt:

  • Face – Gesichtslähmung?

  • Arms – Lähmung/Schwäche eines Arms?

  • Speech – Sprachstörung?

  • Time – Sofort den Notruf 112 wählen!

Interdisziplinäre Versorgung

Die Versorgung erfolgt durch ein spezialisiertes Team aus Neurologinnen und Neurologen, Pflegefachkräften mit Stroke-Expertise, Logopädinnen und Logopäden, Physio- und Ergotherapeutinnen und -therapeuten sowie Neuropsychologinnen und Neuropsychologen.

Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Neuroradiologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie, Kardiologie und Anästhesiologie.

Akuttherapien und Diagnostik

Die Stroke Unit bietet eine vollständige Schlaganfall-Akutversorgung rund um die Uhr (24/7).

Zentrale Therapieverfahren:

  • Systemische Thrombolyse: Medikamente lösen das Blutgerinnsel auf – besonders wirksam innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach Symptombeginn.

  • Mechanische Thrombektomie: Bei Verschluss großer Hirngefäße kann das Gerinnsel interventionell über einen Katheter entfernt werden (in Kooperation mit der Neuroradiologie).

Weitere Leistungen:

  • High-Flow-Sauerstofftherapie

  • Externe Ventrikeldrainagen bei Hirnblutungen

  • FEES (fiberendoskopische Schluckdiagnostik)

  • Automatisierte Detektion von Vorhofflimmern zur Ursachenklärung

Die Klinik verfügt über umfangreiche Erfahrung mit diesen Verfahren:

> 3.000 Thrombolysen und > 2.000 Thrombektomien

Frührehabilitation und Weiterbehandlung

Bereits während des Aufenthalts auf der Stroke Unit beginnen frührehabilitative Maßnahmen – individuell abgestimmt durch unser therapeutisches Team.

Erfüllt die Art und Schwere des Schlaganfalls bestimmte Kriterien, erfolgt direkt im Anschluss die intensivierte neurologische Frührehabilitation (Phase B) für Patient:innen mit schwersten neurologischen Einschränkungen.

Im Anschluss organisieren wir bei Bedarf die Weiterbehandlung in einer stationären oder ambulanten Rehabilitationsklinik.

Forschung und Studien

Die Klinik für Neurologie ist an zahlreichen nationalen und internationalen Studien zur Schlaganfallbehandlung beteiligt. Ziel ist es, innovative Verfahren mitzuentwickeln und die Versorgungsqualität kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Qualitätssicherung

Unsere Klinik nimmt am landesweiten Programm zur Qualitätssicherung in der Schlaganfallversorgung teil:

Qualitätsgemeinschaft Schlaganfall Schleswig-Holstein (QugSS).

  • Im Projekt QugSS 1 (2004–2007) wurden erstmals umfassend patientenbezogene Daten zur stationären Schlaganfallversorgung erhoben.

  • Das Folgeprojekt QugSS 2 wird unter Leitung des Instituts für Sozialmedizin der Universität zu Lübeck fortgeführt und aus Eigenmitteln der Kliniken finanziert.

Die aktuellen Ergebnisse der Qualitätssicherung sind öffentlich zugänglich: