Überregionales Traumazentrum

Liebe Patienten, sehr geehrte Angehörige und Kollegen,

herzlich willkommen auf der Internetseite der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Campus Lübeck.

Manchmal genügt eine kurze Unachtsamkeit als Auslöser eines Unfalls mit schwerer Verletzungsfolge.

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am UKSH Campus Lübeck behandelt im Jahr etwa 100 schwer- und schwerstverletzte Patienten jeden Alters. Gemeinsam mit einem spezialisierten und trainierten Team aus Anästhesisten, Radiologen, Neuro- und Abdominalchirurgen sowie geschulten Pflegekräften wird der schwerverletzte Mensch im Schockraum in Empfang genommen. Entscheidend für eine gute und erfolgreiche Behandlung ist ein prioritätenorientiertes Handeln nach einem strukturierten Ablauf. Das Team im Schockraum des UKSH Campus Lübeck arbeitet gemäß der ATLS Richtlinie

Alle Mitarbeiter der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie sind ATLS geschult.

Vergleichbar ist ein eingespieltes Schockraum-Team mit einem Boxenstopp während eines Formel 1 Rennens. Jeder Mitarbeiter kennt und erfüllt seine Aufgabe sicher, zuverlässig und schnell.

Nachdem alle Verletzungen festgestellt wurden, wird gemeinsam im Team entschieden, ob eine operative Therapie notwendig ist. Die behandelnden Unfallchirurgen haben eine hohe Erfahrung in der operativen Behandlung von Schwerverletzten. Die Narkoseärzte konzentrieren sich während der Operation auf die Behandlung des Kreislaufs und der Atmung sowie um das Wärme- und Gerinnungsmanagement.

Ziel ist, lebensnotwendige Operationen schnell durchzuführen und den Patienten im Anschluss auf die Intensivstation zu verlegen. Hier erfolgt dann in täglicher Absprache mit allen Beteiligten Fachabteilungen die Strategie der weiteren Therapie.

Um all diese Abläufe weiter zu verbessern, führt das Team viermal jährliche Qualitätssitzungen durch. Es werden die Abläufe besprochen und in UKSH internen bindenden Leitlinien schriftlich fixiert.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie  hat mit den beteiligten Kliniken einen strukturellen Maßnahmenkatalog (Weißbuch Schwerverletzten Versorgung) entwickelt. Dabei erfüllt das UKSH Campus Lübeck die Voraussetzungen für ein überregionales Traumazentrum als höchste Versorgungsstufe.

Seit dem Jahr 2009 ist das UKSH Campus Lübeck als überregionales Traumazentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert und wurde bereits dreimal erfolgreich rezertifiziert bestanden.

Um die Versorgung der Schwerverletzten weiter zu entwickeln, nimmt das UKSH Campus Lübeck am deutschlandweiten Register der Behandlung schwerverletzter Menschen teil. Durch die statistische Auswertung können Rückschlüsse auf die Versorgungsqualität gemacht werden und entsprechende Verbesserungen auf dem jährlichen Bundesweiten Treffen der Traumazentren diskutiert werden.

Im Jahr 2004 ist von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie das deutschlandweite TraumaNetzwerkDGU ins Leben gerufen worden. Ziel ist die qualitativ hochwertige und flächendeckende Versorgung schwerverletzter Patienten.

Gemeinsam mit weiteren Kliniken in Schleswig Holstein und Hamburg ist das UKSH Campus Lübeck in das TraumaNetzwerk Schleswig-Holstein als eines der drei überregionale Traumazentren integriert. Neben der medizinischen ist auch die logistische Versorgungsstrategie insbesondere bei einer Mehrzahl an Schwerverletzten eine besondere Herausforderung und benötigt klare Absprachen im Vorfeld. Bereits Anfang 2011 zählte das TraumaNetzwerk SH zu den damals wenigen deutschlandweiten Netzwerken.

Psychische Auswirkungen von Unfällen reichen von kurzen normalpsychologischen Reaktionen (z. B. Schreck, Schmerz, Rückzug) ohne Krankheitswert bis hin zu chronischen und schweren Unfallfolgestörungen wie der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder anderen sekundären psychischen Folgeerkrankungen (wie Angst- und depressiven Störungen). Insgesamt ist von einer psychischen Erkrankungshäufigkeit von 10–30 % nach Unfällen mit schwerem Verletzungsmuster auszugehen. Aus diesem Grund arbeitet die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Traumaambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Lübeck eng zusammen.

Gemeinsames Ziel von uns allen ist es, den verletzten Menschen menschlich und fachlich professionell zu behandeln und ihm die Chance einer zügigen Wiederherstellung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen einen angenehmen Aufenthalt.

Ihr
Prof. Dr. Andreas Paech, Direktor der Klinik
Dr. Andreas Unger