Schwerstverletzungsverfahren der Berufsgenossenschaften

Liebe Patienten, sehr geehrte Angehörige und Kollegen,

herzlich Willkommen im Bereich der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Campus Lübeck.

Die Behandlung von Arbeits- und Wegeunfällen reicht bis in die Zeit Kaiser Wilhelms zurück.

In der heutigen Zeit ist das berufsgenossenschaftliche Heilverfahren ein fester Bestandteil in der ambulanten und stationären Verletztenbehandlung und wird durch die gesetzliche Unfallversicherung festgelegt.

Seit dem 1.1.2013 besteht das stationäre Heilverfahren aus einem dreistufigen System. Die Zuweisung richtet sich dabei nach dem Verletzungsartenverzeichnis, das zum 01.07.2018 neu gefasst wurde. Hierin ist geregelt, welche Fälle dem Verletzungsartenverfahren und welche dem Schwerstverletzungs-artenverfahren zuzuordnen sind.

DAV – Stationäres Durchgangsarztverfahren
VAV - Verletzungsartenverfahren
SAV – Schwerstverletzungsartenverfahren

Die höchste Versorgungsstufe ist dabei das Schwerstverletzungs-artenverfahren.

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am UKSH ist zur höchsten Versorgungsstufe (SAV) durch die Deutsche Gesellschaft Unfallversicherung (DGUV) von Beginn an zugelassen.

Ganz allgemein sind für das SAV komplexe Verletzungen vorgesehen, die einen langen stationären Aufenthalt haben und mit einer lang andauernden Arbeitsunfähigkeit, einem hohen Rehabilitationsaufwand und einer hohen Rentenrelevanz verbunden sind.

Beispiele für solche Verletzungen sind polytraumatisierte Patienten. Der Begriff „Polytrauma“ steht für eine gleichzeitig entstandene Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organsysteme, dabei ist bereits eine einzelne dieser Verletzungen oder die Kombination mehrerer für den Betroffenen lebensbedrohlich.

Unsere Klinik erfüllt die von der gesetzlichen Unfallversicherung geforderten Qualitätskriterien. Dies betrifft die ärztliche Qualifikation, Ausstattungsmerkmale der Ambulanzen, der Stationen und des Operationstrakt es sowie die Erfüllung definierte Hygienerichtlinien nach Empfehlungen des Robert-Koch-Institut.

Unser Ziel ist dabei, die notwendigen Therapien ohne Verzögerung durchzuführen und frühzeitig die Rehabilitation zu planen, um eine schnelle und erfolgreiche Wiedereingliederung des Verletzten in das Berufsleben zu erreichen.

Psychische Auswirkungen von Unfällen reichen von kurzen normalpsychologischen Reaktionen (z. B. Schreck, Schmerz, Rückzug) ohne Krankheitswert bis hin zu chronischen und schweren Unfallfolgestörungen wie der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder anderen sekundären psychischen Folgeerkrankungen (wie Angst- und depressiven Störungen). Insgesamt ist von einer psychischen Erkrankungshäufigkeit von 10–30 % nach Unfällen auszugehen. Aus diesem Grund arbeitet die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Traumaambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Lübeck eng zusammen (Link Flyer TA).

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am UKSH Campus Lübeck bietet eine ambulante berufsgenossenschaftliche Spezialsprechstunde jeden Dienstag und Donnerstag sowie eine berufsgenossenschaftliche Rehabilitationssprechstunde jeden Mittwoch (Anmeldung üder die Chirurgie Ambulanz) an.

Gemeinsames Ziel von uns allen ist es, den verletzten Menschen menschlich und fachlich professionell zu behandeln und ihm die Chance einer zügigen Wiedereingliederung in den Beruf zu ermöglichen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen einen angenehmen Aufenthalt.

Ihr

Prof. Dr. Andreas Paech, Direktor der Klinik
Dr. Andreas Unger