Laserchirurgie

An der Kieler HNO-Klinik gehört der Laser seit langem zum routinemäßigen Alltag. Er findet auf sämtlichen Gebieten in unserem Fach seinen Einsatz.

Dabei stehen uns die Lasertypen CO2-Laser und Dioden-Laser zur Verfügung.

Hier sind nur einige Erkrankungen und Einsatzmöglichkeiten der Laserchirurgie aufgeführt, um einen kleinen Überblick zu geben!

Einsatzgebiete

Ohr

  • Stapesplastik (bei Otosklerose; Sonderform der Mittelohrschwerhörigkeit, bei der es zu einer Fixierung zwischen der Fußplatte des Steigbügels und der ovalen Fensternische des Innenohres und damit zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit kommt)

Nase

  • M.Osler (angeborene Gefäßerkrankung, Hauptsymptom ist häufiges Nasenbluten, wichtig ist die intensive tägliche Nasenpflege mit weicher Nasensalbe; vermieden werden sollte eine Nasentamponade, da es nach Tamponadenentfernung zu massivem „unstillbaren“ Nasenbluten kommen kann, bei beidseitigem Befall an der Nasenscheidewand ist ein zweiter laserchirurgischer Eingriff notwendig, um ein Loch in der Nasenscheidewand zu vermeiden; Ziel des Lasereingriffs ist die Intervallverlängerung zwischen den Blutungsmomenten bzw. die Verringerung der Blutungszeit und -menge)

  • Laserchirurgie der unteren Nasenmuscheln ( zur Verbesserung der Nasenatmung bei reiner Schwellungskomponente der Nasenmuscheln, Wiederauftreten der Beschwerden häufig)

  • Rhinophym (Beginn als großporige Haut, später knolliger Tumor mit Verlegung des Naseneingangs; v.a. bei älteren Männern, vermehrter Alkoholkonsum und Vitaminmangel sind begleitende Faktoren; Therapie: Abtragung mit Skalpell, Fräse oder Laser)

Mundhöhle/Zunge

  • Leukoplakien (sog. Präkanzerosen, weißlicher nicht abstreifbarer Belag)

  • Maligne Tumoren: Für die Laserresektion geeignet sind Tumoren der Zunge, des Mundbodens, des Gaumens und der Gaumenbögen

  • Rachen/Schlund: Hyperplasie der Zungengrundtonsille (vergrößerte Zungengrundmandel, Ursache: chronische Entzündung, bei Schnarchern bzw. Patienten mit Schlaf-Apnoe-Syndrom; Symptome: Fremdkörpergefühl, Schluckbeschwerden, kloßige Sprache, Mundgeruch

  • Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (Vorkommen bei Schnarchern; krankhaft hohe Anzahl und Länge von Atempausen während des Schlafens, dadurch vermehrte Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten sowie später Herz-Kreislaufprobleme; Methode: laserchirurgisches Kürzen des Zäpfchens, Gaumenbogenstraffung und Entfernung der Gaumenmandeln zur Verringerung des überschüssigen Gewebes im Bereich des Gaumens und des Schlundes)

  • Maligne Tumoren (v.a. Plattenepithelkarzinome, aber auch maligne Lymphome lassen sich in diesem Bereich sehr gut laserchirurgisch entfernen)

  • Zenker-Divertikel (Ausstülpung der Schleimhaut durch die Schlundmuskulatur; Symptome: Steckenbleiben von Nahrung, Mundgeruch, Fremdkörpergefühl, Schluckbeschwerden; Diagnostik: sog. Röntgen-Breischluck-Untersuchung)

Kehlkopf

  • Larynxpapillomatose

  • Hämangiome

  • Stimmlippenleukoplakien

  • Stimmlippenpolyp/-granulom

  • Zysten

Maligne Tumoren

Eingesetzt wird der Laser, um einen Tumor ganz zu entfernen oder aber um ihn zu verkleinern zur Sicherung der Luftwege. Voraussetzung ist die Einstellbarkeit des Tumors, eine umfassende Erfahrung des Operateurs in Mikrochirurgie und dem Umgang mit dem Laser sowie eine enge Kooperation mit dem Pathologen zur Beurteilung, ob der Tumor komplett und im Gesunden entfernt wurde. Der Vorteil der Laserchirurgie liegt in der geringeren Belastung für den Patienten, einem kürzeren Krankenhausaufenthalt und der fehlenden Notwendigkeit eines Luftröhrenschnitts. Eine laserchirurgische Tumorentfernung kann nicht durchgeführt werden, wenn aufgrund der Tumorausdehnung mit bleibenden Schluckunfähigkeiten oder Verschlucken und damit verbundener Aspiration und Lungenentzündung zu rechnen ist. Auch ein Tumordurchbruch in die Halsweichteile oder Befall der Luftröhre oder des Schildknorpels spricht gegen ein laserchirurgisches Vorgehen.